News Baden-Württemberg kein Hotspot mehr: Geldautomaten fliegen seltener in die Luft
In den vergangenen Monaten sind deutlich weniger Geldautomaten gesprengt worden. Das überrascht, denn Baden-Württemberg galt lange als Hotspot. Welche Rolle spielt moderne Technik dabei?
Baden-Württemberg ist nicht mehr länger der Hotspot für Geldautomaten-Sprenger. Nach einem deutlichen Anstieg der Anschläge auf Banken und Sparkassen im vergangenen Jahr flogen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres (Stand: 07.07.2025) sieben Automaten in die Luft. Im ersten Halbjahr des Vorjahres waren es noch 28 – also 75 Prozent mehr, wie das Innenministerium der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.
Unter anderem traf es zuletzt Geldinstitute in Friolzheim (Enzkreis) und Walldürn (Neckar-Odenwald-Kreis) sowie in Graben-Neudorf und in Stutensee (beides Kreis Karlsruhe). Nach Angaben des Ministeriums detonierte in allen sieben Fällen selbstgebauter Explosivstoff. Fünfmal entkamen die Täter mit Bargeld in einer Höhe von insgesamt rund 400.000 Euro. Festnahmen gab es keine.
Lange galt Baden-Württemberg als Hotspot
Die Zahlen überraschen. Denn anders als im Bund und den meisten anderen Bundesländern war die Zahl der Sprengungen im Südwesten im vergangenen Jahr leicht gestiegen. Nach 42 Fällen im Jahr 2023 waren es im vergangenen Jahr noch 43, darunter 12 Versuche. Es wurde Geld in Höhe von rund 1,8 Millionen Euro erbeutet, im Jahr zuvor waren es rund 1,9 Millionen Euro.
Allerdings ist das oft das kleinere Übel: Denn fast immer liegen die Schäden an Gebäuden und Automaten um ein Vielfaches über dem Wert des gestohlenen Bargeldes. Der Grund: Kriminelle benutzen inzwischen fast ausschließlich die noch verheerenderen Festsprengstoffe statt Gas für ihre Explosionen. Im vergangenen Jahr lag der Sachschaden bei 5,7 Millionen Euro. Diese Summe ersetzten die Versicherungen den Geldinstituten, wie der Gesamtverband der Versicherer mitteilte.