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Bausparkassen-Chef zum Eigentum: «Da platzen Lebensträume»

News Bausparkassen-Chef zum Eigentum: «Da platzen Lebensträume»

Quelle: Uwe Anspach/dpa/Symbolbild
dpa

Wer kann sich ein Eigenheim künftig noch leisten? Der Chef der Bausparkasse Schwäbisch Hall rechnet in den nächsten Jahren mit steigenden Preisen. Und rät zum Konsumverzicht.

Angesichts steigender Immobilienpreise wird es nach Ansicht des Chefs der Bausparkasse Schwäbisch Hall, Mike Kammann, für die Menschen in Deutschland herausfordernder, in die eigenen vier Wände zu ziehen. «Die Erschwinglichkeit wird für die nächsten fünf Jahren eher etwas schwieriger sein», sagte Kammann der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart.

In Deutschland werde einfach zu wenig gebaut. «Aus meiner Sicht hat das natürlich sozialen Sprengstoff. Da platzen Lebensträume», sagte Kammann. Wenn er auf den Immobilienmarkt schaue, habe er «schon eher eine kritische Grundstimmung».

Wer sich künftig noch ein eigenes Haus leisten könne? «Ganz viele Leute, die reiche Eltern haben, über ein tolles Erbe verfügen, gut verdienen oder – ganz wichtig – diejenigen, die selbst früh angefangen haben zu sparen», sagte er.

Anstieg bei Immobilienpreisen erwartet

Kammann rechnet für die mittlere Zukunft mit einem Anstieg bei den Immobilienpreisen von zwei bis drei Prozent sowie einem leichten Zinsanstieg. «Je höher die Inflationserwartung ist, desto höher wird der Zinssatz steigen», sagte er. Demgegenüber stehe ein real verfügbares Einkommen, bei dem er angesichts der Wirtschaftsaussichten «eher etwas pessimistischer» wäre.

«Die Menschen wollen in die eigenen vier Wände», sagte Kammann. Dafür müssten sie aber sparen durch Konsumverzicht, etwa beim Urlaub oder Lebensstil. Die Bausparkasse merke außerdem, dass Häuslebauer wieder mehr Arbeiten in Eigenleistung machten. «Ohne Konsumverzicht und ohne Spargroschen auf die Seite legen, wird es mit den eigenen vier Wänden schwierig werden», sagte Kammann.

Nach Ansicht des Bausparkassen-Chefs brauche es «ein bisschen Abstriche, Fleiß und einen festen Willen, um zu sparen und dann auch ein bisschen Mut, um Eigenkapital aufzubauen, sich auf eine Immobilienfinanzierung – also Schulden – einzulassen und den Schritt in die eigene Immobilie zu wagen».

Krise im Wohnungsbau

2025 wurden in Deutschland so wenige Wohnungen fertiggestellt wie seit mehr als zehn Jahren nicht. 206.600 gebaute Einheiten bedeuteten einen Rückgang um 18 Prozent oder 45.400 Wohnungen zum Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt im Mai berichtete. Besonders stark sank 2025 die Zahl der gebauten Einfamilienhäuser: um knapp ein Viertel auf 41.800.

Im vergangenen Jahr verteuerten sich Wohnimmobilien in Deutschland laut Statistischem Bundesamt um 3,2 Prozent verglichen mit 2024. Es war der erste Anstieg seit drei Jahren, nachdem es zuvor teils deutliche Preisrückgänge gegeben hatte.

 

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