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Beben-Bilanz: So oft hat die Erde 2025 in Baden-Württemberg spürbar gebebt

News Beben-Bilanz: So oft hat die Erde 2025 in Baden-Württemberg spürbar gebebt

Quelle: Oliver Berg/dpa
dpa

Mehr als 50 Messstationen wachen über den Südwesten: Baden-Württemberg ist laut Experten das erdbebenreichste Bundesland in Deutschland. Große Beben blieben 2025 aber aus.

Im Jahr 2025 sind in Baden-Württemberg bisher 14 Erdbeben spürbar gewesen. Das teilte der Landeserdbebendienst Baden-Württemberg (LED) am Regierungspräsidium Freiburg mit. Demnach hatten 13 der Beben ihr Epizentrum im Land, eines ging vom benachbarten Schweizer Gebiet aus und war bis nach Baden-Württemberg zu spüren.

Baden-Württemberg ist das seismisch aktivste Bundesland in Deutschland, wie Erdbeben-Experte Martin Hensch erklärte. «Im globalen Vergleich ist die Erdbebenaktivität hierzulande jedoch nur als moderat einzustufen.» Spürbar sind Beben laut dem Erdbebendienst etwa ab einer Stärke von zwei.

 

2025 war relativ ruhiges Jahr

Das bislang stärkste Beben 2025 war am 9. Dezember bei Dettingen unter Teck (Kreis Esslingen) mit einer Stärke von 3,0. Damit war das Jahr nach Einschätzung des Experten bislang ein eher schwach seismisch aktives Jahr. Zum Vergleich: 2024 lag das stärkste Beben bei 4,2 bei Schopfheim im Kreis Lörrach – es war das stärkste seit 15 Jahren in der Region.

Die stärksten instrumentell gemessenen Erdbeben der letzten gut 100 Jahre in Baden-Württemberg lagen den Angaben nach bei Albstadt in den Jahren 1911 (Stärke etwa 5,9), 1943 (zweimal bis 5,7) und 1978 (5,7) sowie bei Waldkirch 2004 (5,4). «Solche starken Erdbeben sind sehr selten, aber grundsätzlich nicht ausgeschlossen.»

 

Kleine, nicht spürbare Erdbeben gibt es täglich

Ursache für die Erschütterungen seien sogenannte geologische Schwächezonen wie der Oberrheingraben, die Albstadt-Scherzone auf der Zollernalb oder die Bodenseeregion. Die tektonische Spannungen entstünden durch die Kollision der Afrikanischen mit der Eurasischen Erdplatte – auch wenn diese mehrere hundert Kilometer südlich stattfinde.

«Kleine, in der Regel nicht spürbare Erdbeben messen wir praktisch täglich», sagt Hensch. Durchschnittlich einmal im Monat komme es zu regional spürbaren Erschütterungen. Stärkere Beben, die zu Schäden an Gebäuden führen können, treten im Schnitt einmal pro Jahrzehnt auf.

 

Mehr als 50 Messstationen wachen über den Südwesten

Der LED betreibt eigenen Angaben zufolge zur Überwachung ein Messnetz mit rund 50 Stationen im ganzen Land. Ergänzt werde dieses durch Daten aus benachbarten Regionen und Ländern. Erdbebendaten liefen in Echtzeit in der Zentrale in Freiburg ein, würden automatisch ausgewertet und im Nachgang von Seismologen überprüft. Bei stärkeren Beben gebe es eine schnelle Benachrichtigung von Behörden und Öffentlichkeit.

Erdbeben können laut Hensch nicht vorhergesagt werden. Geologische Analysen und historische Daten erlauben aber eine Einschätzung der seismischen Gefährdung, etwa für Bauvorgaben und Notfallpläne.

 

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