Reisen vorerst nicht möglich
Bergwacht sieht Trend zu Freizeitaktivitäten in der Natur

Reisen vorerst nicht möglich Bergwacht sieht Trend zu Freizeitaktivitäten in der Natur

Quelle: dpa/Patrick Seeger
dpa

Mit dem „Wonnemonat“ Mai und gelockerten Corona-Regeln zieht es viele Menschen in die Natur. Die Bergwacht geht davon aus, dass sich dieser Trend noch verstärken wird. Weil Reisen vorerst nicht möglich sind, rechnen die Retter im Südwesten mit einer besonderen Sommersaison.

Die Bergwacht in Baden-Württemberg bekommt das veränderte Freizeitverhalten der Menschen zu spüren. Nach mehreren Wochen der Corona-Zwangspause nehme die Mobilität in der Bevölkerung wieder zu, sagte eine Sprecherin der Bergwacht Schwarzwald. Immer mehr Menschen ziehe es bei frühlingshaftem und sommerlichem Wetter nach draußen in die Natur. Die Bergwacht Württemberg rief zu erhöhter Vorsicht auf. Freizeitaktivitäten sollten so gewählt werden, dass sie mit möglichst wenig Risiko verbunden sind. Rettungseinsätze seien für die Helfer wegen des Coronavirus mit einem höheren Aufwand verbunden.

„Wir stellen fest, dass es die Menschen wieder verstärkt nach draußen zieht“, sagte die Sprecherin der Bergwacht Schwarzwald. Mit Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen wegen des Coronavirus sei es im März und April im Freien auffallend ruhig gewesen, die Zahl der Notfall- und Rettungseinsätze sei im Vergleich zu den entsprechenden Monaten der Vorjahre deutlich zurückgegangen. Nachdem Corona-Regeln gelockert wurden, werde nun mit einem Anstieg der Zahlen gerechnet. Der Mai gelte neben April, September und Oktober als klassischer Wandermonat.

Unfälle gebe es vor allem beim Wandern, Mountainbiken und Klettern, sagte ein Sprecher der Bergwacht Württemberg in Göppingen. Der Druck auf die Retter bleibe hoch. Wegen geschlossener Einrichtungen und eingeschränkter Freizeit- und Kontaktmöglichkeiten seien mehr Menschen in der Natur unterwegs als sonst. Dies habe sich unter anderem am ersten Mai-Wochenende sowie bereits Ende April gezeigt.

Hinzu komme, dass Reisen in der Corona-Krise vorerst nicht möglich sind. Nach Einschätzung der Bergretter gewinnen Freizeitaktivitäten im Heimatland als Alternative zum Urlaub im Ausland an Bedeutung. Dies werde voraussichtlich das ganze Jahr gelten. Vor allem im Sommer werde im Südwesten mehr Betrieb herrschen als sonst.

Die Bergwacht habe kein Problem damit, betonte die Bergwacht Schwarzwald. Für Notfälle ist sie demnach vorbereitet. Der Bergrettungsdienst bleibe trotz Corona-Krise gewährleistet.

Die beiden Bergwacht-Organisationen Schwarzwald und Württemberg sind für den Rettungsdienst im unwegsamen Gelände in Baden-Württemberg zuständig. Sie rücken nach eigenen Angaben jährlich zu knapp 2000 Notfällen aus. Rund die Hälfte der Einsätze verzeichnet die Organisation im Sommer – Tendenz steigend. Die Bergretter im Südwesten arbeiten ehrenamtlich.

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