News
Berufsschullehrer registrieren Zunahme an Schulschwänzern

News Berufsschullehrer registrieren Zunahme an Schulschwänzern

Quelle: Sebastian Kahnert
dpa

An den Berufsschulen tauchen immer mehr Schülerinnen und Schüler ab und bleiben dem Unterricht fern, warnt der Verband der Berufsschullehrer – und bittet um Hilfe bei der Lösung des Problems.

Die Berufsschullehrer im Südwesten haben den Eindruck, dass immer mehr Schülerinnen und Schüler nicht am Unterricht teilnehmen. «Aus dem ganzen Land erreichen uns Berichte über abgetauchte Schülerinnen und Schüler. Viele Jugendliche, die nach dem Abschluss oder Abbruch einer allgemeinbildenden Schule berufsschulpflichtig sind, kommen an den beruflichen Schulen überhaupt nicht an», sagte die stellvertretende Vorsitzende des Berufsschullehrerverbands (BLV), Michaela Keinath, in Stuttgart. Auch tauchten während des Schuljahres immer mehr Jugendliche einfach ab und blieben dem Unterricht fern.

«Das hat in den letzten ein, zwei Jahren schon enorm zugenommen», sagte Keinath. An beruflichen Gymnasien gehe es um etwa 10 Prozent der Schülerinnen und Schüler, in anderen Bereichen des beruflichen Schulsystems auch um bis zu 20 Prozent, so Keinath. Konkrete Zahlen nannte der BLV nicht.

Verband: Folge der Corona-Pandemie

Als Grund für das Fehlen der Schülerinnen und Schüler nannte die stellvertretende BLV-Chefin unter anderem die Folgen der Corona-Pandemie. Viele Schüler blieben wegen psychischer Belastungen dem Unterricht fern. «Viele können mit ihren Problemlagen nicht mehr umgehen. Es ist dann einfacher, tatsächlich zu Hause im Bett zu bleiben.»

Die Schulleitungen hätten dann die mühsame Aufgabe, die verschwundenen Schülerinnen und Schüler zu erreichen, so Keinath. Das sei nicht zu leisten. «Es darf nicht die Aufgabe von Pädagoginnen und Pädagogen sein, verschwundene Schülerinnen und Schüler zu lokalisieren», kritisierte Keinath. Es brauche mehr Unterstützung, etwa durch Verwaltungskräfte.

Der SPD-Bildungsexperte Stefan Fulst-Blei forderte mehr Unterstützung der Berufsschulen durch Schulsozialarbeit. «Nur so können wir auch dem offenbar steigenden Schulabsentismus entgegenwirken.» Dieser sei «eine schleichende Katastrophe» und nehme in der Debatte eine zu geringe Rolle ein.

 

Weitere Nachrichten

Pandemie-Folgen: Tausende Teenager mit Angst und Panik

Tausende Teenagerinnen in Baden-Württemberg wachen nachts schweißgebadet auf, weil Panikattacken sie quälen. Denn die Pandemie hat Folgen – besonders bei jungen Mädchen zwischen 15 und 17 Jahren.

Autos auf Fußballplatz "Drifter" ruinieren Sportplätze - Vereine sind frustriert

Tiefe Furchen, teure Schäden: Mehrere Sportplätze sind nach Auto-Stunts von Unbekannten kaum noch zu bespielen. Vereine bangen um ihren Saisonstart – und die Kommunen fürchten hohe Reparaturkosten.

Tourismus im Land: So viele Menschen planen 2026 eine Urlaubsreise

Die Wirtschaft in Deutschland strauchelt, viele Jobs stehen auf dem Spiel. Die Reiselust in Deutschland ist dennoch ungebrochen. Ein großer Teil der Menschen will 2026 in den Urlaub fahren.

Diese Acts wollen für Deutschland beim ESC antreten

Von Balladen bis Italo-Pop: Im deutschen ESC-Finale treten Musikerinnen und Musiker aus ganz Deutschland an. Wer schafft den Sprung nach Wien?

EnBW setzt Windpark-Projekt in Irischer See nicht fort

Zu unberechenbar die Risiken und keine staatliche Förderung durch Großbritannien. Die EnBW kehrt einem Windpark-Großprojekt in der Irischen See den Rücken.



















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.