News aus Baden-Württemberg
Biber dürfen in Baden-Württemberg künftig getötet werden

News aus Baden-Württemberg Biber dürfen in Baden-Württemberg künftig getötet werden

Quelle: Patrick Pleul
dpa

Vor allem im Südosten des Landes gibt es Tausende Biber. Sie sorgen für Artenvielfalt und gute Wasserqualität. Nicht immer bleibt das aber ohne Konflikte. Ein Modellprojekt bringt nun das Töten der Tiere ins Spiel.

Biber sind zu Tausenden zurück im Südwesten und sorgen an manchen Orten auch für Probleme. Als letztes Mittel sollen die Nagetiere künftig getötet werden dürfen. Das sieht ein auf zwei Jahre angelegtes Modellprojekt vor, das Umweltministerin Thekla Walker (Grüne) und Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) am Freitag in Schemmerhofen im Kreis Biberach vorgestellt haben. Das Land folgt dabei dem Weg Bayerns, wo das bereits so gehandhabt wird.

Bis zu 7500 Biber leben laut einer Schätzung mittlerweile in Baden-Württemberg. Etwa 4400 der Tiere sind im Südosten des Landes heimisch. Dort sorgen Biber nach Angaben des Ministeriums auch für Artenvielfalt und eine gute Wasserqualität. Die Tiere gelten artenschutzrechtlich als streng geschützt und dürfen nur in Ausnahmefällen getötet werden. Wo sie für große Schäden sorgen oder die öffentliche Sicherheit gefährden und nicht vergrämt oder umgesiedelt werden können, soll dies nun der Fall sein können.

In Schemmerhofen haben die Nagetiere etwa Röhren in einen Bahndamm gegraben und so möglicherweise für ein Absenken der Gleise gesorgt. Derzeit verhindert vor allem ein Drahtzaun über dem Damm weitere Schäden. Wenn auch solche Maßnahmen nichts helfen, könnten Biber künftig mit einer Lebendfalle gefangen und dann getötet werden. Dieses Vorgehen soll in den Kreisen Sigmaringen, Ravensburg, Biberach sowie in Ulm und dem Alb-Donau-Kreis erprobt werden. Dabei sollen auch die Jäger im Land stärker einbezogen werden.

Ministerin Walker betonte am Freitag, dass das Töten der Tiere immer nur die Ausnahme sein könne und zuvor viele andere Möglichkeiten zur Verfügung stünden. Landwirtschaftsminister Hauk wies dagegen auch auf die inzwischen große Zahl an Bibern im Land hin. Sollte die Zahl der Tiere weiter stark steigen, müsse man auch darüber nachdenken, den Biber wie andere Tiere zu jagen. Noch sehe er dafür aber keinen Anlass, sagte Hauk.

Die FDP würde sich von der Landesregierung vor allem mehr Hilfe für Betroffene von Schäden durch Biber wünschen. Sie forderte im Landtag einen Biberfonds, mit dem etwa Land- und Forstwirte entschädigt werden könnten. Einen entsprechenden Antrag lehnten Grüne und CDU am Donnerstag jedoch ab.

 

Weitere Nachrichten

Justizministerkonferenz: Paragraf zur Politikerbeleidigung soll eingeschränkt werden

Hass im Netz, Attacken vor Ort: Das Strafgesetzbuch schützt Politiker vor Beleidigungen und übler Nachrede. Geht es nach der Justizministerkonferenz, aber bald nicht mehr alle.

Bis zu 100 Kilogramm: Das ist die neue Lastendrohne der Bergwacht Schwarzwald

Schwere Ausrüstung durch unwegsames Gelände zu transportieren gehört zum Alltag der Bergwacht. Eine neue Anschaffung erleichtert in dieser Hinsicht nun einiges.

Pilotprojekt in Karlsruhe: Alte in Armut - Wie gesunde Ernährung gesichert werden kann

Jede fünfte Person ab 65 lebt in Armut. Ein Pilotprojekt in Karlsruhe will mit warmen Mahlzeiten und Beratung gegensteuern. Was steckt hinter dem «sozialen Rezept» und was bringt es den Betroffenen?

Letzte Chance: So viel kostet Spargel zum Saisonende

Am 24. Juni endet traditionell die Saison für den deutschen Spargel. Im Mai erreichten die Preise die Tiefphase der Saison. Wie es nun zum Ende hin aussieht.

Sieben Brände an einem Tag: Jugendlicher soll mehrere Brände in Bretten gelegt haben

Ein 16-Jähriger gesteht, in Bretten sieben Brände gelegt zu haben. Die Feuerwehr kann Schlimmeres verhindern. Jetzt droht dem Jugendlichen eine Anzeige.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.