News Der KSC gewinnt gegen Bielefeld: Die Stimmen zum Kantersieg
Am Freitagabend, 10. April 2026, hat der Karlsruher SC vor rund 32.000 Zuschauern mit 4:1 (1:1) gegen Arminia Bielefeld gewonnen. Die Torschützen der Badener waren Louey Ben Farhat, Christoph Kobald, Marvin Wanitzek und Shio Fukuda.
meinKA: Wie besonders war das Spiel heute für dich und was nimmst du mit?
Christian Eichner, KSC-Cheftrainer: „Ich möchte der Mannschaft ein großes Dankeschön aussprechen. Ich habe sie heute gespürt – nach den Toren, im gesamten Spiel. was wir uns in den letzten Jahren gemeinsam aufgebaut haben. Das ist für mich etwas ganz Besonderes. Auch für mein Umfeld war das wichtig, denn die letzten Tage waren nicht einfach. Deshalb vielen Dank an die Mannschaft – sie ist etwas Besonderes, genau wie dieser Klub. Ich hoffe, dass die Mannschaft mit den 40 Punkten jetzt etwas befreiter aufspielen kann. Ich hoffe auch für mich persönlich, dass ich in den nächsten Wochen vielleicht mal ein Spiel genießen kann – das ist mir in den vergangenen Jahren selten gelungen.
Wenn dich jeder einzelne Spieler umarmt, dann sagen diese Bilder mehr als viele Worte. Ich habe in dieser Woche gesehen, dass bei schlechten Nachrichten natürlich auch keine positiven Bilder entstehen – das ist verständlich. Aber heute war das ein sehr kraftvolles Bild, und ich werde das nie vergessen. Die Zuschauer haben in den letzten Jahren ein feines Gespür für Situationen entwickelt. Ich glaube, sie haben gespürt, dass ich in meiner Rolle auch einer von ihnen bin. Normalerweise halte ich mich eher im Hintergrund, weil ich finde, dass die Kurve der Mannschaft gehört. Aber nach dieser Woche war es vielleicht verständlich, dass man in diesem Moment anders zusammengefunden hat, als man es sonst von mir kennt.“

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meinKA: War der Sieg heute ein Dankeschön für die Loyalität, die du der Mannschaft über die Jahre hinweg entgegengebracht hast?
Christian Eichner, KSC-Cheftrainer: „Ich bin mit Trainern wie Otmar Hitzfeld groß geworden. Was mich immer beeindruckt hat: Er hat nie öffentlich schlecht über seine Mannschaft gesprochen. Ich finde, das gehört sich auch nicht. Man sitzt im selben Boot. Und ehrlich gesagt: Wir Trainer brauchen die Spieler oft mehr, als sie uns brauchen. Bei uns hat sich schnell ein gegenseitiges Vertrauen entwickelt. Ich konnte mich immer auf meine Mannschaften verlassen. Jede Mannschaft ist anders – früher mit Spielern wie Jérôme Gondorf lief vieles auch intuitiver auf dem Platz. Heute muss man den Spielern mehr mitgeben, aber trotzdem sollten sie wieder mehr eigene Entscheidungen treffen. Diese Balance ist wichtig.
Mein Anspruch war immer, dass die Spieler gerne zum Training kommen. Denn nur dann funktioniert es. Das war schon als Spieler für mich entscheidend – und das ist es auch heute als Trainer. Das werde ich mir auch für die Zukunft bewahren: immer hinter meiner Mannschaft zu stehen.“
meinKA: Wie blickst du auf das Spiel zurück und wie wichtig war es euch für Christian Eichner zu spielen?
Marvin Wanitzek, KSC-Kapitän: „Ja, klar. Ich glaube, es war keine einfache Woche für alle in der Kabine. Deshalb sind wir es ihm schuldig, ihm in den letzten fünf Wochen den bestmöglichen Abschied zu bereiten. Ich denke, das hat man in der zweiten Halbzeit gesehen. Die erste Halbzeit war nicht unser Anspruch. Wir haben dem Gegner zu viel vom Spiel überlassen. Umso wichtiger war es, dass wir nach dem Ausgleich schnell wieder zurückgekommen sind. Danach hatten wir durch einen tollen Angriff sogar das 2:1 durch Lou auf dem Fuß. Trotzdem muss man ehrlich sagen:
Die erste Halbzeit war nicht gut, weil wir extrem viel gegen den Ball investieren mussten und uns nach vorne die nötige Durchschlagskraft gefehlt hat. In der Pause haben wir uns kurz gesammelt und ein, zwei Dinge angesprochen. Der Trainer hat uns das volle Vertrauen ausgesprochen und gesagt, dass wir auf unsere Kurve spielen – und dort sind wir eigentlich unschlagbar. Ich glaube, das hat man dann auch gesehen.
Bielefeld hatte nach dem 3:1 eigentlich nur noch eine klare Chance per Kopfball. In der zweiten Halbzeit musste unser Torwart keinen einzigen Ball festhalten. Durch drei schöne Tore sind wir am Ende verdient als Sieger vom Platz gegangen.“

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meinKA: Du hast ein besonderes Verhältnis zu Christian Eichner, ist sein Abgang für dich besonders schwer?
Marvin Wanitzek, KSC-Kapitän: „Ja, natürlich. Wenn man neun Jahre täglich zusammenarbeitet, ist das etwas Besonderes. Ich habe es oft gesagt: Gerade in den letzten Jahren hat mich das Trainerteam zu dem Spieler gemacht, der ich heute bin.
Meine Profikarriere hat beim KSC unter Christian Eichner erst richtig Fahrt aufgenommen. Wenn man meine Einsätze betrachtet, habe ich einen Großteil meiner Spiele unter ihm gemacht. Da ist es logisch, dass man das erst einmal sacken lassen muss. Trotzdem braucht sich niemand Sorgen zu machen – weder der Verein noch die Mannschaft.
Ich werde in den nächsten sechs Wochen alles dafür tun, dass wir erfolgreich sind. Je näher der Abschied rückt, desto emotionaler wird es für den einen oder anderen. Aber genau deshalb sind wir es ihm schuldig. Für mich steht das an erster Stelle, und ich möchte als Führungsspieler ein Vorbild für die Jungs sein. Ich denke, das hat man heute auf dem Platz gesehen.“
„Die Voraussetzungen werden im Sommer andere sein.“
meinKA: Hat die Entlassung Christian Eichners Auswirkungen auf deine Zukunft beim KSC?
Marvin Wanitzek, KSC-Kapitän: „Die Frage ist verständlich. Ich habe aber schon gesagt, dass mein Fokus auf den kommenden Spielen liegt. Es war eine turbulente Woche und auch ein turbulentes Jahr. Die Voraussetzungen werden im Sommer andere sein, deshalb werde ich mir nach dem letzten Spiel erst einmal Zeit nehmen und alles sacken lassen. Das ist ganz normal. Ich bin dazu auch im Austausch mit unserem Sportgeschäftsführer.“

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„Er hat mich zu dem Spieler gemacht, der ich heute bin“
meinKA: War das Thema der letzten Tage heute eine extra Motivation?
Louey Ben Farhat, KSC-Stürmer: „Für mich war das natürlich auch eine neue Situation. Es war mein erster Trainerwechsel beziehungsweise -abgang in meiner Karriere, auch wenn diese noch relativ kurz ist. Man möchte einem Menschen dann einfach so viel wie möglich zurückgeben. Er hat mich zu dem Spieler gemacht, der ich heute bin – dafür bin ich ihm sehr dankbar. Umso schöner ist es natürlich, dass wir das Spiel gewonnen haben.“
meinKA: Wie zufrieden bist du mit eurem heutigen Sieg?
Mario Eggimann, KSC-Sportgeschäftsführer: „Ich freue mich für Christian und für die Mannschaft. Für die Zuschauer war es ebenfalls toll – jetzt können alle mal zwei Tage durchatmen. Damit haben wir auch die Grundlage geschaffen für das, was jetzt kommt: Spiele gegen Spitzenmannschaften. Gegen diese haben wir zuletzt nicht immer gut ausgesehen, und sie bringen natürlich deutlich mehr Druck mit.
Ich hoffe, dass uns das guttut. Für uns geht es ja auch noch um die Platzierung in der Tabelle. Dazu kommen Themen wie TV-Gelder und all diese Dinge. Wir haben aber auch im letzten Jahr gezeigt, dass wir hinten raus performen können – beispielsweise in Hamburg, wo wir gewonnen haben. Wir können diese Teams also schlagen. Von daher freue ich mich auf die nächsten fünf Wochen.“