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Der „weiße Hai“ am Baggersee: Wels-Alarm am Badesee – muss man sich Sorgen machen?

News Der „weiße Hai“ am Baggersee: Wels-Alarm am Badesee – muss man sich Sorgen machen?

Quelle: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa
dpa

In einem See hat ein gewaltiger Wels für Aufregung gesorgt: Das 90-Kilo-Tier attackierte immer wieder Schwimmer, bevor es erlegt wurde. Was bedeutet das fürs Schwimmen in Baden-Württemberg?

Es klingt ein wenig, wie der «weiße Hai» am Baggersee: In Bayern greift ein zwei Meter langer Wels mehrere Badegäste an und wird erst durch die alarmierte Polizei erlegt. Eine Ausnahme? Oder muss man jetzt auch an den Seen in Baden-Württemberg mit bissigen Fischen rechnen? Die wichtigsten Fragen für alle, die diesen Sommer sicher ins Wasser springen wollen:

 

Muss ich beim Baden im See jetzt Angst vor großen Welsen haben?

Nein, keineswegs. Vorfälle wie am mittelfränkischen Brombachsee kommen selten vor. «Das ist ein komplett atypisches Verhalten von dem Fisch gewesen», sagt auch der Polizeisprecher von Mittelfranken, Michael Petzold. Welse sind zwar groß, aber sie greifen normalerweise keine Menschen an – es sei denn, sie fühlen sich bedroht oder verteidigen ihr Nest. In den beliebten Badeseen Baden-Württembergs wie dem Bodensee oder dem Schluchsee wird nicht besonders gewarnt.

 

Was mache ich, wenn mir im Wasser plötzlich ein großer Fisch zu nahe kommt?

Zunächst Ruhe bewahren und langsam entfernen, wenn ein großer Fisch wie ein Wels in der Nähe zu sehen ist. Ein lautes Planschen oder hektische Bewegungen können Tiere verschrecken – oder erst recht neugierig machen. Im Zweifelsfall ist es immer besser, das Badepersonal oder die Wasserwacht zu informieren, sollte sie am Strand sein. Auch Alexander Brinker von der Fischereiforschungsstelle Langenargen sagt, es könne durchaus passieren, dass man beim Baden auf einen Wels stoße. Allerdings müssten Badegäste keine Angst haben, betonte er im Gespräch mit dem SWR: «Er würde keine Menschen attackieren.»

 

Gibt es in Baden-Württemberg überhaupt Welse, die so groß werden können?

Ja, durchaus. «Der europäische Wels breitet sich in jüngerer Vergangenheit im Kontext des Klimawandels in Baden-Württemberg stark aus und nimmt in seiner Bestandsstärke zu», heißt es auch bei der Fischereiforschungsstelle. «Fänge von Welsen mit weit über zwei Meter sind selbst hierzulande keine Seltenheit mehr.» Welse, die auch als Waller bezeichnet werden, können mehrere Jahrzehnte alt und extrem groß werden. Sie fühlen sich etwa in Altrheinarmen, dem Neckar oder großen Baggerseen wohl, auch im Bodensee sind sie zu finden.

 

Warum werden diese Fische immer größer?

Grund dürfte aus Sicht der Experten die Erderwärmung sein. Sie führt zu steigenden Wassertemperaturen, das wirkt sich wiederum positiv auf das Wachstum wärmeliebender Fischarten wie zum Beispiel der Welse aus. Denn wärmeres Wasser beschleunigt den Stoffwechsel und die Nahrungsaufnahme. Außerdem sind Welse überaus gefräßig, deshalb steigt ihre Zahl – und ihre Dominanz im Wasser. Um die Ausbreitung zu bremsen, dürfen gefangene Welse in einigen Regionen nicht mehr ins Wasser zurückgesetzt werden.

 

Welche Fälle sorgten für Schlagzeilen?

Internationale Schlagzeilen machte vor über 20 Jahren ein Fisch unter dem Namen «Kuno, der Killerwels». Dem Tier wurde damals sogar nachgesagt, es habe einen jungen Rauhaardackel verschluckt – schließlich wurde ein Wels 2003 im Teich im nordrhein-westfälischen Mönchengladbach tot auf dem Wasser treibend entdeckt. Schnell ging man davon aus, dass es «Kuno» sei, der Fisch wurde ausgestopft und in ein Museum gestellt.

Der zumindest offiziell größte jemals im Bodensee geangelte Fisch ist ebenfalls ein Wels. Das 2,43 Meter lange und 70 Kilogramm schwere Exemplar ist heute präpariert im Fischereimuseum in Langenargen zu sehen. Ein österreichischer Fischer hatte ihn vor einigen Jahren im Bodensee geangelt. Stolze 2,22 Meter lang und 81 Kilogramm schwer war der Riesenwels, den ein Angler nach Angaben des Fischereivereins Reutlingen in einem Baggersee in Kirchentellinsfurt aus dem Wasser gezogen hat.

Es geht aber noch größer: Nach Angaben des Deutschen Angelfischerverbands haben Angler in Bayern im vergangenen November einen möglichen Rekord-Wels gefangen – 281 Zentimeter lang und 96 Kilo schwer.

 

Wie erkenne ich, ob ein See in Baden-Württemberg sicher zum Baden ist?

Da hilft vor allem ein Blick auf die offizielle Badegewässerkarte von Baden-Württemberg, die regelmäßig aktualisiert wird. Außerdem gibt es oft Hinweise am Ort. Eine grüne Flagge bedeutet zum Beispiel «alles okay», eine rote Flagge macht auf das Badeverbot aufmerksam.

 

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