News Eigenbeteiligung: Heimbewohner müssen immer mehr für Pflege bezahlen
Wer in ein Pflegeheim zieht, muss einen großen Teil der Kosten für Pflege und Unterkunft selbst berappen. Im Südwesten geht das jeden Monat schnell in die Tausende.
Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen in Baden-Württemberg müssen immer mehr aus eigener Tasche bezahlen. Einer Auswertung des Verbands der Ersatzkassen zufolge mussten zum 1. Januar im Südwesten monatlich durchschnittlich 3.532 Euro im ersten Heimjahr überwiesen werden. Das waren fast 300 Euro mehr als ein Jahr zuvor, wie der Deutschen Presse-Agentur vorliegende Daten zeigen.
Damit liegen die Kosten, die Bewohner im Südwesten jeden Monat selbst tragen müssen, fast 300 Euro höher als im Bundesschnitt (3.245 Euro). Teurer war die Pflege im Heim nur in Bremen, im Saarland und in Nordrhein-Westfalen. Deutlich günstiger sind die Eigenanteile dagegen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen.
Pflegeversicherung trägt nur einen Teil der Kosten
In den Summen ist zum einen der Eigenanteil für die reine Pflege und Betreuung enthalten, denn die Pflegeversicherung trägt nur einen Teil der Kosten. Für Bewohnerinnen und Bewohner im Heim kommen noch Zahlungen für Unterkunft und Verpflegung, Investitionen in den Einrichtungen und Umlagen für Ausbildungskosten hinzu.
Bei den selbst zu zahlenden Summen kommt es auf die Aufenthaltsdauer an, weil sich danach Entlastungszuschläge richten, die Pflegebedürftige neben den Leistungen der Pflegekassen bekommen. Der Eigenanteil für die reine Pflege wird im ersten Jahr im Heim um 15 Prozent gedrückt, im zweiten um 30 Prozent, im dritten um 50 Prozent und ab dem vierten Jahr um 75 Prozent.
Selbst mit dem höchsten Zuschlag ab dem vierten Heimjahr müssen die Bewohnerinnen und Bewohner im Südwesten im Schnitt noch 2.160 Euro im Monat aus der eigenen Tasche bezahlen.
Ausgewertet wurden Vergütungsvereinbarungen der Pflegekassen mit Heimen in allen Ländern. Zum Ersatzkassenverband gehören etwa die Techniker Krankenkasse, die Barmer und die DAK-Gesundheit.sto