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Ein Luchs sucht Liebe: „Juro“ überquert Rhein auf Partnersuche

News Ein Luchs sucht Liebe: „Juro“ überquert Rhein auf Partnersuche

Quelle: Hendrik Schmidt/dpa
dpa

Zuletzt streifen acht sesshafte Luchse durch den Südwesten. Nun hat sich einer davon liebeshungrig über den Rhein verabschiedet. Kommt er zurück?

Auf der Suche nach einer Partnerin hat Luchs «Juro» in der Ranzzeit den Südschwarzwald verlassen und streift nun auf Brautschau durch die Schweiz. Nach Angaben der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) überquerte er bereits im März den Rhein bei Laufenburg (Baden) – sehr wahrscheinlich, um sein Glück in dem Land zu suchen, aus dem das zweijährige Tier einst wahrscheinlich zugewandert sein könnte.

Die FVA wertet Juros Rhein-Querung als wichtigen Hinweis darauf, wie entscheidend die Vernetzung von Lebensräumen für den Luchs ist. «Dass Wildtiere ein Gewässer schwimmend queren, ist durchaus möglich, auch die Nutzung von Brücken ist denkbar», sagte Luchs-Expertin Eva Klebelsberg. «Für uns ist das trotzdem eine kleine Sensation, weil wir diese Bewegung zum ersten Mal auch anhand der Daten, die ein Halsbandsender liefert, beobachten und analysieren können.»

«Juro» war bislang im Südschwarzwald unterwegs

Juro war Ende August 2025 erstmals bei Schopfheim in Baden-Württemberg durch einen Riss nachgewiesen und besendert worden. Seitdem streifte er durch ein Gebiet von 780 Quadratkilometern zwischen Kandern und Wehr und gilt seit Ende Februar im Südschwarzwald als territorial, also als sesshaft. Mit Beginn der Paarungszeit Anfang Februar schlug Juro aber laut FVA immer wieder den Weg zur Schweizer Grenze ein.

Ob der Luchskuder in der Schweiz ein Revier und ein Weibchen findet oder in den Südschwarzwald zurückkehrt, ist laut FVA offen. Es gebe dazu einen engen Austausch mit der Stiftung KORA, die das Schweizer Luchsmonitoring koordiniere sowie mit den betreffenden Kantonen.

Zu viele Männchen: Weibchen werden ausgewildert

Nach Angaben einer FVA-Sprecherin gelten acht Luchse aktuell als heimisch in Baden-Württemberg. «Auch Juro gilt weiterhin als sesshaft», sagte sie. Da es sich wahrscheinlich um eine Ranz-Wanderung handele, sei eine Rückkehr denkbar. «Erst wenn er sechs Monate nicht mehr nachgewiesen werden konnte, gilt er nicht mehr als sesshaft», teilte die FVA mit.

Bis zuletzt gab es in Baden-Württemberg nur sesshafte männliche Luchse. Um die Situation der Luchse im Land und somit auch in den angrenzenden Vorkommen zu verbessern, werden im Rahmen des Projekts «Luchs Baden-Württemberg» seit 2023 einzelne, auch weibliche Luchse im Schwarzwald ausgewildert.

Wichtig für eine stabile Luchspopulation im Dreiländereck sei auch der Austausch zwischen den Schweizer und den Baden-Württembergischen Luchsvorkommen. «Juro liefert uns daher auch Anhaltspunkte dafür, welche Korridore unbedingt zu erhalten sind, um die Wanderungen der Luchse zu ermöglichen», sagte Luchs-Expertin Klebelsberg.

 

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