News
EnBW-Hauptversammlung legt Basis für Kapitalerhöhung

News EnBW-Hauptversammlung legt Basis für Kapitalerhöhung

Quelle: Uli Deck
dpa

Der Energiekonzern braucht viel Geld für das größte Investitionsprogramm in seiner Geschichte. Je 1,5 Milliarden könnten vom Land und von mehreren Landkreisen kommen. Was dahintersteckt.

Die Hauptversammlung des Karlsruher Energiekonzerns EnBW hat eine mögliche Kapitalerhöhung in Milliardenhöhe in die Wege geleitet. Mehr eigenes Geld würde dem Unternehmen ermöglichen, an Finanzmärkten an genügend Kapital für geplante Investitionen ins Energiesystem zu kommen.

Der überdurchschnittlich hohe Kapitalbedarf könne nicht allein durch operative Erträge, Partnerschaften oder die Aufnahme von Fremdkapital gedeckt werden, sagte Konzernchef Georg Stamatelopoulos. «Deshalb erwägen wir eine Kapitalerhöhung und haben dazu bereits mehrere Gespräche geführt.»

Hauptanteilseigner wollen Kapitalerhöhung mittragen

Nach der mehrheitlichen Entscheidung bei der Hauptversammlung kann der EnBW-Vorstand nun mit Zustimmung des Aufsichtsrats kurzfristig und flexibel sowie unter Berücksichtigung der jeweiligen Kapitalmarktsituation das Grundkapital durch sogenanntes genehmigtes Kapital um bis zu 177 Millionen Euro erhöhen. Das wäre ein Anstieg um etwa ein Viertel.

In einem weiteren Schritt könnten durch die Ausgabe neuer Aktien rund drei Milliarden Euro erlöst werden, erklärte eine Sprecherin. Dafür gebe es aber noch keinen Zeitplan: «Die Entscheidung über die Durchführung der Kapitalerhöhung soll voraussichtlich im Laufe des Jahres getroffen werden.»

Das Land Baden-Württemberg und der Zusammenschluss OEW von neun oberschwäbischen Landkreisen halten je fast 47 Prozent an der EnBW. Stamatelopoulos hatte bei den Hauptanteilseignern schon für die Erhöhung geworben. Sie haben in Aussicht gestellt, die beabsichtigte Kapitalerhöhung mitzutragen und jeweils für bis zu 1,5 Milliarden Euro neue Aktien zu zeichnen.

Finanzminister und EnBW-Aufsichtsrat Danyal Bayaz (Grüne) erklärte, das Land habe im Haushalt schon die Grundlage dafür geschaffen, die EnBW zu unterstützten. «Die EnBW spielt bei der Energiewende eine zentrale Rolle.» Insofern sei das Engagement des Landes bei der EnBW wichtig für Klimaschutz und für die Energiewirtschaft der Zukunft. «Das ist auch ein starkes Signal an die Modernisierung des Wirtschaftsstandorts Baden-Württemberg insgesamt.»

Investitionen in Netze, Wasserstoff, Wind- und Solaranlagen

Bis zum Jahr 2030 wird die EnBW Stamatelopoulos zufolge mindestens 40 Milliarden Euro investieren. Die meisten dieser Investitionen stünden schon fest, sagte er. «Allerdings zeichnen sich zusätzliche Investitionsbedarfe ab, die das Gesamtvolumen auf etwa 50 Milliarden Euro ansteigen lassen könnten.»

Es gehe etwa um den Ausbau der Übertragungs- und Verteilnetze, den Neubau von Wind- und Solaranlagen, wasserstofffähigen Gaskraftwerken, das geplante Wasserstoff-Kernnetz sowie den weiteren Ausbau der Elektromobilität. Der Konzern spricht vom größten Investitionsprogramm in seiner Geschichte.

 

Weitere Nachrichten

Regierungsbildung: Die Koalition steht - Grün-Schwarz unterzeichnet Vertrag

Mehr als 160 Seiten ist das Vertragswerk dick, mehrere Wochen dauerte seine Entstehung. Jetzt ist der Koalitionsvertrag von Grünen und CDU unterschrieben - und auch das Personal bekannt.

Laut Statistik: Mehr Pflegeazubis im Südwesten tätig

Die Zahl der Pflegeazubis in Baden-Württemberg ist zuletzt gestiegen. Männer bleiben weiter deutlich in der Unterzahl. Das duale Pflegestudium bleibt eine Nische.

Steuerschätzung: Krise der Kommunen verschärft sich

Es geht um Schulen, um Straßen, öffentliche Angebote - den Kommunen fehlen Gewerbesteuer-Einnahmen in Milliardenhöhe. Der Finanzminister warnt vor wirtschaftlichen Verwerfungen.

Betrunkener fährt gegen Straßenlaterne in Karlsruhe und flüchtet zu Fuß

Mit Alkohol im Blut verliert ein 34-Jähriger die Kontrolle über sein Auto und kracht gegen eine Laterne. Welche Konsequenzen drohen dem Mann?

Immer mehr Deutsche wohnen in der Schweiz

Rund 330.000 Deutsche leben Anfang 2025 in der Schweiz – mehr als in jedem anderen europäischen Land. Aber auch ein anderes Nachbarland ist im Ranking weit vorn.

Laut Studie: Laien vertrauen KI zu stark, Experten oft zu wenig

Chatbots, die fragen statt zu antworten? Forscher testen neue Methoden, damit KI uns nicht unbemerkt lenkt. Was dahintersteckt und was Mediziner davon haben könnten.



















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.