News
Laut Hilfsstelle: Mehr rechte Gewalt – auch an Schulen

News Laut Hilfsstelle: Mehr rechte Gewalt – auch an Schulen

Quelle: Christoph Reichwein/dpa
dpa

Rechte Gewalt ist ein Dauerthema im Südwesten. Der Beratungsbedarf sei auf einem Höchststand, meldet die Hilfsstelle «Leuchtlinie».

Beleidigungen am Wahlstand, Schläge und Todesdrohungen, Hakenkreuze auf dem Pausenhof: Rechte Gewalt ist einer Beratungsstelle zufolge weiter auf dem Vormarsch im Südwesten. Insgesamt wurden vergangenes Jahr 135 Fälle rechter, rassistischer oder antisemitischer Gewalt registriert – ein Zuwachs von mehr als einem Drittel gegenüber dem Vorjahr, wie die Beratungsstelle «Leuchtlinie» in Stuttgart berichtete.

Die Zahl der Körperverletzungen stieg demnach um fast 20 Prozent. Rassismus bleibe das häufigste Tatmotiv der Gewalt. Die Dunkelziffer sei riesig, sagte Beraterin Hannah González Volz. Nicht von jeder Tat erhalte die Stelle Kenntnis.

Tatort Schule

Mindestens 168 Menschen wurden der Stelle zufolge 2024 verletzt, bedroht oder anderweitig angegriffen. Nahezu ein Drittel der Betroffenen waren Frauen und Mädchen. Schulen und andere Bildungsstätten würden zunehmend zu Tatorten, warnten die Experten. 19 Fälle rechter Gewalt seien vergangenes Jahr in Bildungsstätten dokumentiert worden – darunter elf Körperverletzungen. In fünf Fällen seien Lehrkräfte oder Erziehende als Täterinnen oder Täter benannt worden. Das verdeutliche die Gefahr des Machtmissbrauchs und die institutionelle Dimension von Rassismus, so die Beratungsstelle. «Die Entwicklung ist besorgniserregend», sagte Alena Kraut, Mitarbeiterin bei «Leuchtlinie».

Im vergangenen Jahr wurden zudem doppelt so viele sogenannte queerfeindliche Gewalttaten registriert wie im Vorjahr. Die Beratungsstelle berichtet von 19 Übergriffen auf Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität im Südwesten.

Nachfrage nach Hilfe groß

Der Beratungsbedarf sei insgesamt auf einem Höchststand, so die Beratungsstelle. «Leuchtlinie» erfasst Fälle, indem etwa Polizeimeldungen oder Zeitungsberichte ausgewertet werden. Die Mitarbeiter helfen dabei auch beim Kontakt zu Psychologen oder Ärzten und begleiten Opfer zu Terminen bei Behörden.

Die beim Demokratiezentrum Baden-Württemberg angesiedelte und 2016 gegründete Beratungsstelle wird vom Sozialministerium unterstützt und auch vom Bundesprogramm «Demokratie leben!» gefördert. Trägerin ist die Türkische Gemeinde in Baden-Württemberg.

 

Weitere Nachrichten

Azubis kämpfen laut Umfrage mit Druck und Geldsorgen

Leistungsdruck, Geldsorgen und private Belastungen: Eine DGB-Umfrage zeigt, womit viele Auszubildende in Baden-Württemberg kämpfen.

Karlsruhe mit dabei! Diese drei Städte fahren bei E-Bussen voraus

In vielen Städten dominieren Dieselbusse, doch manche Kommunen gehen einen anderen Weg. Die Spitzenreiter bei einer Auswertung kommen allesamt aus Baden-Württemberg - und haben klare Ziele für 2030.

Ausbildungsfinanzierung: Mehr als 60.000 Bafög-Empfänger – Zahl auf Tiefstand

2025 erhielten so wenige Menschen Bafög wie seit 25 Jahren nicht mehr. Gleichzeitig soll die monatliche Förderung für Studierende und Schüler ansteigen.

Cold Case: 41 Jahre ungelöst - 70-Jähriger wegen Mordes nun vor Gericht

1985 wird die nackte Leiche einer Frau gefunden. Jetzt muss ein 70-Jähriger wegen Mordes vor Gericht. Was er zu den Vorwürfen sagt.

Wurde er angefahren? Identifikation von totem Wolf am Schluchsee abgeschlossen

Nach dem Fund eines verletzten Wolfsrüden am Schluchsee steht fest: Es handelt sich um das dort ansässige Tier. Was mit ihm passiert ist - und was das für die Wolfspopulation im Südwesten bedeutet.

Pilotprojekt: Fast tausend Übergriffe – Bahn setzt auf Bodycams mit Ton

Beschimpft, bespuckt, geschlagen: Beschäftigte im Zug erleben immer wieder Übergriffe. Können Tonaufzeichnungen helfen, Konflikte zu entschärfen und Straftaten besser aufzuklären?






















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.