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EnBW warnt „zum Schutz von Leben“ vor Betreten von leerem Stausee in Forbach

News EnBW warnt „zum Schutz von Leben“ vor Betreten von leerem Stausee in Forbach

Quelle: Benjamin Groth/EnBW/dpa
dpa

Der leere Stausee an der Schwarzenbach-Talsperre zieht die Menschen an – am Sonntag mussten zwei Verletzte gerettet werden. Welche Sicherheitsmaßnahmen laut dem zuständigen Energieversorger bestehen.

Nachdem zwei Menschen aus dem leeren Stausee der Schwarzenbach-Talsperre gerettet werden mussten, hat der für die Talsperre zuständige Energieversorger EnBW auf zahlreiche Sicherheitsmaßnahmen am See hingewiesen. Es gebe unter anderem «über 100 gut sichtbare Hinweisschilder sowie klare Absperrungen an den Zuwegen», teilte eine Sprecherin mit. Zudem werde die Anlage regelmäßig von Mitarbeitern kontrolliert. «Zum Schutz von Leben und Gesundheit» dürfe das Gelände nicht betreten werden, hieß es in einer Mitteilung.

Aufgrund von Sanierungsarbeiten ist der Stausee bei Forbach (Kreis Rastatt) aktuell leer. Mittlerweile hat die Feuerwehr nach eigenen Angaben drei Menschen aus dem abgelassenen See retten müssen. Erst am Sonntag stürzte nach Angaben der Bergwacht eine Frau im inneren Bereich des Stausees an einem stark abschüssigen Ufer und rutschte einen Hang hinab.

Wenige Stunden später mussten Bergwacht und Feuerwehr einen Mann aus dem mittleren Bereich des Stausees retten. Er hatte sich so schwer verletzt, dass er nicht mehr selbstständig gehen konnte.

Die Feuerwehr warnte daraufhin eindringlich vor dem Betreten des Bereichs. Der tiefste Teil des Sees sei ein Moor, ein Sumpfgebiet. Gerade bei gutem Wetter liefen zahlreiche Menschen in den abgelassenen See hinein. Dieser sei eine Touristenattraktion, die die Leute aus der Region anziehe. Es werde sich zeigen, wie sich die Situation am Wochenende mit dem 1. Mai darstellen werde. Die Polizei plant nach eigenen Angaben derzeit keine besonderen Maßnahmen am See für das Wochenende.

Eine Psychologin warnte zudem vor dem Unterschätzen von Gefahren – und der eigenen Selbstüberschätzung. «Menschen ignorieren Verbote nicht, weil sie die Gefahr nicht verstehen, sondern weil sie sie nicht spüren», sagte die Notfallpsychologin Benita C. Zimmer. «Unser Gehirn bewertet Risiken vor allem dann als ernst, wenn sie unmittelbar erlebbar sind.»

Ein trockengelegter Stausee wirke auf den ersten Blick ruhig und harmlos. «Dass der Untergrund instabil sein kann oder abrutschende Kanten drohen, ist nicht offensichtlich und wird deshalb häufig unterschätzt», sagte Zimmer.

Dazu komme ein typischer Denkfehler: «Viele Menschen gehen unbewusst davon aus, dass es schon gut gehen wird», sagte Zimmer. «Diese Selbstüberschätzung ist gut belegt und führt dazu, dass Warnhinweise zwar gelesen, aber innerlich relativiert werden.»

Gerade ungewöhnliche Orte verstärkten diesen Effekt, weil sie Neugier weckten und ein Gefühl von Ausnahme oder Abenteuer erzeugten. «Wenn Absperrungen zudem leicht zu umgehen sind oder keine direkte Kontrolle stattfindet, sinkt die Hemmschwelle zusätzlich.»

Der See wurde abgelassen, um laut EnBW unter anderem an der Staumauer zu arbeiten. Trotz der Sicherheitsmaßnahmen hatte die Sprecherin bereits gesagt: «Eine vollständige Absperrung des gesamten Uferbereichs ist weder praktikabel noch vorgesehen.» Die Arbeiten sollen bis Oktober laufen.

 

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