News aus Baden-Württemberg
Erster Fall von Affenpocken in Baden-Württemberg bestätigt

News aus Baden-Württemberg Erster Fall von Affenpocken in Baden-Württemberg bestätigt

Quelle: Julian Stratenschulte
dpa

Der erste deutsche Fall war in Bayern. Nun ist auch im Südwesten ein Fall von Affenpocken nachgewiesen worden. Gesundheitsminister Lucha sieht vorerst keine große Gefahr. Behörden sollen aber aufmerksam sein.

In Baden-Württemberg ist der erste Fall von Affenpocken nachgewiesen worden. Ein Patient aus dem Ortenaukreis mit einer entsprechenden Infektion werde seit Sonntagabend am Universitätsklinikum Freiburg stationär versorgt, teilte das Gesundheitsministerium in Stuttgart am Montag mit. Bei dem Patienten handele es sich um einen Reiserückkehrer aus Spanien, er habe Fieber, Husten und weise typische Hautveränderungen auf. Sein Zustand sei aber stabil und er befinde sich in Isolation.

Das allgemeine Infektionsrisiko für die Bevölkerung in Baden-Württemberg werde vom Landesgesundheitsamt derzeit als gering eingeschätzt, teilte Gesundheitsminister Manne Lucha zu dem Infektionsfall mit. Dennoch dürfe man das Affenpockenvirus nicht unterschätzen. «Wir verfolgen die Situation im Land deshalb weiter sehr aufmerksam. Die Gesundheitsämter in Baden-Württemberg wurden bereits informiert und sind entsprechend sensibilisiert», sagte der Grünen-Politiker.

Das Gesundheitsamt des Ortenaukreises untersucht demnach einen weiteren Verdachtsfall und versucht derzeit, die Kontaktpersonen des Patienten nachzuvollziehen. Gegebenenfalls würde die Behörde Quarantäneanordnungen aussprechen, hieß es. Die Diagnose des Patienten wurde per PCR-Analyse gestellt. Mit einer Genom-Sequenzierung im Institut für Virologie des Uniklinikums Freiburg soll festgestellt werden, ob es sich um den west- oder zentralafrikanischen Virusstamm handelt. Das Ergebnis soll in den kommenden Tagen vorliegen.

Im Zuge der gestiegenen Aufmerksamkeit für die Erkrankung werden in immer mehr Ländern Fälle der eigentlich selten auftretenden Affenpocken nachgewiesen. Der erste Fall in Deutschland wurde aus Bayern gemeldet. Das Virus war am vergangenen Donnerstag bei einem Patienten nachgewiesen worden, wie das Institut für Mikrobiologie am Freitag in München mitgeteilt hatte. Der Patient habe charakteristische Hautveränderungen gehabt. Zuvor waren bereits aus zahlreichen anderen Ländern wie Großbritannien, Spanien, Schweden und den USA Fälle gemeldet worden.

Am stärksten gefährdet für eine Ansteckung sind Experten zufolge Menschen, die sexuelle Kontakte zu vielen verschiedenen Menschen haben. Übertragen wird das Virus vor allem über direkten Kontakt oder Kontakt zu kontaminierten Materialien, auch eine – wohl sehr seltene – Übertragung über Tröpfchen in der Luft ist auf kürzere Distanzen möglich.

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko) geht von einer Vielzahl bereits erfolgter Affenpocken-Infektionen in Deutschland aus. Der Ulmer Virologe Thomas Mertens sagte am Montag dem Südwestrundfunk, er gehe davon aus, dass sich schon etliche Menschen in Deutschland über enge Kontakte infiziert haben. Und dass man in der nächsten Zeit weitere Fälle identifizieren werde.

Zugleich betonte der Stiko-Vorsitzende, dass Affenpocken weniger gefährlich seien als das Coronavirus: «Ich glaube, kein Fachmann nimmt an, dass man mit diesem Virus eine ähnliche Situation erleben wird wie mit Corona.» Etwa 30 bis 40 Prozent der Bevölkerung seien früher gegen die Pocken geimpft worden. Und man wisse, dass dieser Impfschutz auch gegen dieses Affenpockenvirus wirksam sei.

Die Pocken gelten seit 1980 als weltweit ausgerottet, seither wird nicht mehr dagegen geimpft. Die Krankheit trägt den Namen Affenpocken, nachdem der Erreger 1958 erstmals bei Affen in einem dänischen Labor nachgewiesen wurde. Fachleute vermuten, dass das Virus eigentlich in Hörnchen und Nagetieren zirkuliert, Affen und Menschen gelten als sogenannte Fehlwirte.

 

Weitere Nachrichten

Bei Amazon verkauft: Amt warnt vor Honigpaste mit verstecktem Viagra-Wirkstoff

Honigpaste im Internet gekauft? Möglicherweise steckt dort ein Potenzmittel drin - und das ohne Hinweis, warnt das Landratsamt Tübingen. Was Verbraucher über das betroffene Produkt wissen müssen.

JobRad baut weniger Stellen ab als zunächst befürchtet

Nach Gesprächen mit dem Betriebsrat steht fest: Mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen gehen. Was Geschäftsführung und Mitarbeitervertretung dazu sagen.

Feuer und Rauch in Autobahn-Tunnel entlang der A81

Nach einem Lkw-Brand im Engelbergtunnel bleibt die A81 gesperrt. Zwei Menschen wurden leicht verletzt, die Ursache des Feuers ist noch unklar. Was das für den Verkehr bedeutet.

Nach Gewinneinbruch: Mercedes-Chef verdient deutlich weniger

Ola Källenius zählte zuletzt zu den Topverdienern im Dax. Nach dem Gewinneinbruch ist auch die Vergütung beim Mercedes-Chef 2025 deutlich zurückgegangen. Wie viele Millionen hat er dennoch verdient?

Frühling hält Kurs - Hier lockt im Südwesten die Sonne

Morgens noch Nebel, nachmittags Sonnenbrille: Wo im Südwesten jetzt frühlingshafte Temperaturen und strahlende Sonne warten – und wo es etwas länger trüb bleibt.



















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.