News aus Baden-Württemberg
Experte: Baden-Württemberg muss sich künftig auf Wolfsrudel einstellen

News aus Baden-Württemberg Experte: Baden-Württemberg muss sich künftig auf Wolfsrudel einstellen

Quelle: Sebastian Gollnow
dpa

Der Südwesten muss sich einem Experten zufolge auf eine baldige Rudelbildung von Wölfen einstellen. Es gibt inzwischen mehrere Hinweise auf ein mögliches Wolfspaar im Raum Schluchsee im Südschwarzwald.

Das sagte Felix Böcker von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg am Freitag bei einer Mitgliederversammlung des Vereins Naturpark Südschwarzwald in Schluchsee (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald).

«Die Ranzzeit der Wölfe ist gerade jetzt oder gerade gewesen», sagte Böcker. Falls das Weibchen tragend sei, könne es bereits im Mai oder Juni ein Rudel geben. Jüngst hatte ein Foto aus einer Fotofalle in der Schluchsee-Region Schlagzeilen gemacht, weil es zwei Wölfe zeigte. Böcker sagte, auch über den Raum Schluchsee hinaus sei eine «weitere Paar- und Rudelbildung» in Baden-Württemberg wahrscheinlich.

In Baden-Württemberg gelten bisher drei Wölfe als sesshaft, allesamt Rüden im Schwarzwald. Zwei von ihnen streunen durch den Süden. Als sesshaft gilt ein Wolf, wenn ein eindeutig zuzuweisender Nachweis auch nach sechs Monaten gefunden wird. Zur Einordnung: In Deutschland leben 161 Wolfsrudel, 43 Paare und 21 sesshafte Einzeltiere.

Auch die Vorsitzende des Naturparks Südschwarzwald, Marion Dammann, machte deutlich, dass sie mit einem Wolfspaar im Land rechnet. «Wir müssen natürlich annehmen, dass die Rudelbildung in den nächsten Wochen sehr wahrscheinlich sein dürfte.» Dammann ist auch parteilose Landrätin in Lörrach. Die Ausbreitung von Wölfen, die in Deutschland und den anderen EU-Ländern geschützt sind, ist umstritten. Sie reißen Nutztiere, auch im Schwarzwald. Dort werden auch Auswirkungen auf den Tourismus befürchtet.

Die grün-schwarze Landesregierung schütze einseitig den Wolf und setze damit das Halten von Weidetieren aufs Spiel, kritisierte der naturschutzpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Klaus Hoher. Das Land habe seit 2018 rund zehn Millionen Euro in den Schutz von Nutztieren gegen Angriffe durch den Wolf investiert. «Der Wolf ist schon lange nicht mehr vom Aussterben bedroht, dafür aber bald die Weidetierhaltung», erklärte Hoher laut einer Mitteilung.

 

Weitere Nachrichten

VW-Sparkurs - Gewerkschaft ruft zu Protesttag auf

Die IG Metall ruft bei VW zum bundesweiten Protesttag gegen verschärfte Sparpläne auf. An allen Standorten sind Aktionen geplant – Warnstreiks soll es aber vorerst nicht geben.

Kein Regen in Sicht: Niedrige Wasserstände - was man zur Trockenheit wissen muss

Darf ich meinen Pool noch füllen? Muss ich beim Gießen sparen? Und werden Lebensmittel jetzt teurer? Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Trockenheit in Baden-Württemberg.

Donau, Bodensee und Co.: Niedrigwasser im Südwesten verschärft sich weiter

Trockenheit sorgt in Baden-Württemberg für extrem niedrige Wasserstände an Flüssen und Seen. Besonders sichtbar sind die Folgen an Bodensee und Donau. Wie geht es weiter?

So viel teurer tankt es sich im Südwesten an der Autobahn

Der ADAC hat die Preise aller Straßen- und Autobahntankstellen verglichen und kommt zu einem klaren Ergebnis: Abfahren lohnt sich. Besonders in Baden-Württemberg.

Eincremen angesagt: Wetterdienst erwartet hohe UV-Werte

Von der Hohenloher Ebene bis zum Oberrhein: In den kommenden Tagen erwartet der DWD nur wenige Wolken am Himmel über Baden-Württemberg. Warum Sonnenschutz jetzt besonders wichtig ist.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.