News aus Baden-Württemberg
Experte: Dezentrale Covid-Patienten im Auge behalten

News aus Baden-Württemberg Experte: Dezentrale Covid-Patienten im Auge behalten

Quelle: Sebastian Gollnow

Die gesundheitliche Versorgung ist nicht überall im Land gleich gut aufgestellt. Das betrifft auch Covid-Patienten. Ein Experte warnt vor fehlenden Betten in ländlichen Gebieten.

Der Ärztliche Direktor der Ludwigsburger RKH-Kliniken sieht bei der flächendeckenden Versorgung von Covid-Patienten auf Normalstationen Schwachstellen. «In Gegenden mit einem schlechteren Verhältnis von Betten zu Einwohnern ist die Lage aber noch nicht völlig entspannt – die Entwicklung dort müssen wir im Auge behalten», sagte Götz Geldner, Koordinator für die intensivmedizinische Corona-Versorgung im Südwesten der Deutschen Presse-Agentur. In Ballungszentren, Universitätsstädten wie Heidelberg und Tübingen sowie in der Landeshauptstadt schloss er eine Überforderung der Kliniken allerdings aus. Dort stünden genügend Betten für Patienten mit mittelschweren Symptomen bereit.

Auf Intensivstationen seien laut Geldner landesweit keinerlei Engpässe bekannt. Dort werden derzeit knapp 300 Covid-Patientinnen und -Patienten versorgt. Damit sind nach Angaben des Landesgesundheitsamtes 12,5 Prozent der Intensivbetten mit Covid-Erkrankten belegt. In den RKH-Kliniken liegen derzeit 80 Covid-Kranke, davon knapp 10 auf der Intensivstation. In den schlimmsten Phasen der Pandemie waren es 80 Intensivpatienten.

In den Unikliniken im Südwesten gibt es nach Auskunft des Tübinger Chefarztes Michael Bamberg auch auf Normalstationen ausreichend Kapazitäten für Covid-19-Patientinnen und -patienten. «Da sind genügend Reserven vorhanden», sagte der Leitende Ärztliche Direktor nach einer aktuellen Umfrage in den restlichen drei Standorten Freiburg, Ulm und Heidelberg.

Die Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft sieht trotz steigender Infektionszahlen keine Notlage auf die Kliniken zukommen. Geschäftsführer Matthias Einwag wies darauf hin, dass die Statistiken auch solche Menschen aufführten, die nicht wegen einer Corona-Infektion ins Krankenhaus kommen, bei denen aber dort eine symptomlose Ansteckung diagnostiziert wird. Nach Schätzung Geldners sind das ein Viertel bis ein Drittel aller Covid-Patienten. Überdies sei die Verweildauer im Krankenhaus bei den Omikron-Patienten mit fünfeinhalb Tagen kürzer als die der Delta-Patienten, die im Schnitt 10,5 Tage in stationärer Behandlung etwa mit Sauerstoff, Cortison oder Antikörpern behandelt werden.

Bamberg zufolge wird der stationäre Bereich dadurch entlastet, dass auch Hausärzte mittelschwere Omikron-Infektionen behandeln können. Omikron infiziere mehr jüngere Menschen. «Und die können das verkraften, zumal noch besser, wenn sie keine Risikofaktoren haben. Und insofern kann das auch ein Hausarzt oder Internist sehr gut behandeln.»

Geldner betrachtet als entscheidenden Markstein für die weitere Entwicklung der Pandemie die Zahl der Omikron-Infektionen. Laut Bamberg besagen die Prognosen, dass etwa am 17. und 18. Februar der Gipfel der Omikronwelle erreicht wird. Geldner meinte: «Wenn dann die Kurve nach unten zeigt, haben wird das Schlimmste überstanden.» Er fügte hinzu: «Wenn nicht wieder eine neue Variante auftaucht.»

 

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