meinKA-Interview
Fabian Schleusener über KSC-Euphorie, seinen auslaufenden Vertrag & das Vater sein

meinKA-Interview Fabian Schleusener über KSC-Euphorie, seinen auslaufenden Vertrag & das Vater sein

Interview
Quelle: Uli Deck

Mit bislang vier Saisontreffern und drei Torvorlagen gehört Fabian Schleusener zu den torgefährlichsten Angreifern beim KSC. Mit meinKA sprach er über die neue Euphorie im Umfeld des KSC, seinen auslaufenden Vertrag und die Geburt seiner Tochter.

Fabian Schleusener im meinKA-Interview

Mit bislang vier Saisontrefferen und drei Torvorlagen gehört Fabian Schleusener zu den torgefährlichsten Angreifern beim KSC. Trainer Christian Eichner bescheinigt dem gebürtigen Freiburger, in der aktuellen Saison nochmals einen großen Schritt nach vorne gemacht zu haben.

meinKA sprach mit dem 30-Jährigen darüber, wie ihm die Systemumstellung auf Raute und zwei Spitzen entgegenkommt und wie er die neue Euphorie im Umfeld des KSC sieht. Aber auch über seinen im Juni 2023 auslaufenden Vertrag und darüber, wie die Geburt seiner Tochter vor einem Jahr das Leben des Fabian Schleusener verändert hat.

 

Zweikampf, Duell Fabian Schleusener (KSC) gegen Milos Veljkovic (Werder), der daraufhin die gelbet Karte sah. | Quelle: GES/Markus Gilliar

 

Herr Schleusener, läuft grade bei Ihnen. Vier Tore nach elf Spielen, dazu drei Assists und immer in der Startelf. Zufrieden mit der bisherigen Saison?

Fabian Schleusener: Kann man so sagen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten haben wir als Mannschaft sehr gut in die Saison reingefunden. Das gilt auch für mich.

 

Also rausgetreten aus dem langen Schatten, den Philipp Hofmann geworfen hat, auf den das Spiel in der vergangenen Saison eigentlich zugeschnitten war?

Fabian Schleusener: Das würde ich so nicht sagen. Ich habe mich eigentlich nicht im Schatten von Philipp gefühlt, auch wenn wir nur mit ihm als einziger Spitze gespielt haben. Aber wenn wir zusammengespielt haben, hat dies auch ganz gut gepasst und ich habe sieben Tore gemacht, obwohl ich oft von der Bank kam.

 

Das ist in dieser Saison anders. Ihr spielt mittlerweile in der Raute mit zwei Spitzen. Sie sind eine davon und kommen nicht mehr von der Bank, sondern stehen in der Startelf. Wie gut tut Ihnen die Systemumstellung?

Fabian Schleusener: Diese Umstellung kommt mir sicher entgegen. Mit einem Kollegen ganz vorn kommen meine Stärken gut zur Geltung. Nach vorne haben wir eine gewisse Wildheit, die uns für jeden Gegner unberechenbar macht.  Zudem machen die Jungs hinter uns einen Superjob.  Jeder rennt für jeden und auch wir Angreifer sehen uns als erste Defensivreihe. Das alles macht uns im Augenblick so stark, auch wenn es mal schwache Spiele gibt, wie in Braunschweig. Aber dann muss man auf so ein Spiel die richtige Antwort geben.

 

Fabian Schleusener (KSC 24) bei seiner ersten Aktion vor dem Freiberger Tor.

 

„Lieber vom Aufstieg träumen, als um den Klassenverbleib zu zittern“

 

Diese haben Sie sowohl gegen Nürnberg als auch in Bielefeld gegeben. Und plötzlich steht man in der erweiterten Spitzengruppe. Manche Fans träumen sogar schon vom Aufstieg…

Fabian Schleusener: So ist das Fußballgeschäft. Nach den Vorbereitungsspielen und den beiden Auftaktniederlagen galten wir als Absteiger. Jetzt reden einige vom Aufstieg. Aber die Fans dürfen das. Sie sollen lieber vom Aufstieg träumen, als um den Klassenverbleib zu zittern.

Aber wir wissen schon richtig einzuschätzen, wie eng es in dieser Liga zugeht, sowohl oben als auch unten. Und wir wissen, dass wir immer an unsere Grenzen gehen müssen. Wo das dann hinführt, wird sich zeigen.

 

Wenn wir schon bei diesem Thema sind. Würde es den Herrn Schleusener nicht reizen, einmal erste Liga zu spielen?

Schleusener: Mit Verlaub, ich bin jetzt 30 Jahre alt…

 

… Philipp Hofmann war mit 29 auch nicht viel jünger, als er sich den Erstligatraum erfüllte …

Fabian Schleusener (lacht): Das stimmt auch wieder. Und man soll auch niemals nie sagen. Ich habe in meiner bisherigen Laufbahn, angefangen in der Landesliga bis hinauf in die zweite Liga, in allen Ligen gespielt. Nur noch nie in der ersten.

Und es ist natürlich der Traum eines jeden Spielers, in der Ersten Bundesliga zu spielen. Auch meiner. Aber egal, was noch wird. Ich bin sehr stolz auf das, was ich in meiner Karriere bisher erreicht habe. Und über alles andere mache ich mir aktuell keine Gedanken.

 

| Quelle: aim

 

Fabian Schleuser über seinen auslaufenden Vertrag

 

Wenn es nach dem Wunsch der KSC-Fans geht, könnten Sie sich ja vielleicht mit dem KSC noch diesen Traum erfüllen. Um diese Möglichkeit überhaupt zu erwägen, müssten Sie allerdings Ihren Vertrag verlängern. Der läuft zum Saisonende aus. Gibt es schon Überlegungen, was Sie machen werden?

Fabian Schleusener: Überlegungen gibt es.

Lassen Sie mich daran teilhaben?

Fabian Schleusener: Tut mir leid, aber das werde ich hier nicht öffentlich kundtun. Nur so viel. Es ist so, dass ich mich hier wohlfühle.

Was heißt das?

Fabian Schleusener: Das heißt, dass meine Familie und ich uns hier wohlfühlen. Wir haben uns aber auch in Nürnberg wohlgefühlt. Ich bin jemand, der in der Gegenwart lebt. Für mich ist es übrigens das erste Mal, dass ich einen Vertrag habe, der ausläuft. Das kannte ich bislang nicht.

Seit meiner Freiburger Zeit hatte ich viele Leihen und in Nürnberg, wohin ich von Freiburg transferiert wurde, hatte ich einen Dreijahresvertrag, bin aber schon ein Jahr vor Vertragsende nach Absprache mit dem Verein zum KSC gegangen. Als ich Fußballprofi geworden bin, war mir bewusst, dass der Weg auch woanders hingehen kann. Das weiß übrigens auch meine Familie, die dies akzeptiert.

 

Schleusener über das Vater sein & die lange Winterpause

 

Vor einem Jahr sind Sie Vater geworden. Wie gehen Sie damit um und was hat diese neue Situation mit dem Fabian Schleusener gemacht?

Fabian Schleusener: Gute Frage. Die hat mir noch nie jemand gestellt. Ja, was hat das mit mir gemacht? Eine ganze Menge würde ich sagen. Erstens ist es ein unglaublich schönes Gefühl, Verantwortung für so ein junges Leben zu übernehmen.

Ich gehe jetzt noch öfters spazieren als sonst Zusammen mit der Kleinen tut das nur gut. Und ich glaube, dass ich gelernt habe, meine Emotionen besser zu kanalisieren. Man setzt andere Prioritäten und ich weiß mittlerweile auch besser einzuordnen, wenn irgendetwas mal nicht so gut läuft. Insofern hat mir die Geburt unserer Tochter sehr gut getan.

 

Jetzt kommt durch die Weltmeisterschaft demnächst eine lange Spielpause auf Sie zu. Was werden Sie in dieser Zeit machen?

Fabian Schleusener: Einmal geht es natürlich darum, fit zu bleiben, bis es wieder losgeht. Zum anderen gibt uns diese Pause natürlich die Möglichkeit, einen längeren Urlaub zu verbringen.

Unsere Tochter ist jetzt ein Jahr alt und ich freue mich sehr darauf, dieses längere gemeinsame Zusammensein mit meiner Frau und Tochter zu genießen. Und wir haben vor, dies da zu tun, wo wir ein bisschen Sonne tanken können, was ich gerne mache.

 

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