Wann und wo – Tipps für den Kauf von Feuerwerkskörpern
Vorbereitung auf Silvester: Feuerwerk in Karlsruhe kaufen

Wann und wo – Tipps für den Kauf von Feuerwerkskörpern Vorbereitung auf Silvester: Feuerwerk in Karlsruhe kaufen

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Bunt, laut, schön – aber auch nicht ungefährlich: An Silvester wird auch in Karlsruhe wieder Feuerwerk abgebrannt. Wo und wann kann man Feuerwerkskörper kaufen? Worauf muss man achten und wie zündet man das Feuerwerk sicher? Der meinKA-Überblick.

Warum überhaupt Feuerwerk? – Die Geschichte

Das Feuerwerk stammt ursprünglich von den Chinesen. Vor 1.400 Jahren soll ein Mönch Schwarzpulver und damit auch den Grundstein für das Feuerwerk erfunden haben. Mithilfe des Schwarzpulvers wollten die Menschen böse Geister vertreiben. Im Jahr 1506 fand erstmals in Deutschland ein großes Feuerwerk statt – von Maximilian I. anlässlich des Reichstags zu Konstanz.

Das Feuerwerk gehört zum Jahreswechsel heute dazu. Schon im Mittelalter machten die Menschen Krach mit allem, was ging, und zündeten Gegenstände an. Damals wollten sie aber weniger das neue Jahr begrüßen, als sich zu schützen. Mit diesem Brauch sollten böse Geister vertrieben werden. Später kam zu diesem Brauch auch die Verwendung von Schwarzpulver.

Aus Gründen des Umweltschutzes gibt es in den letzten Jahren immer mehr Kritik an der Feuerwerkstradition an Silvester. Wie das Umweltbundesamt mitteilt, werden jährlich rund 4.200 Tonnen Feinstaub durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern freigesetzt, der größte Teil davon in der Nacht zu Neujahr.

 

Feuerwerk – das bedeuten die Kategorien

Feuerwerkskörper werden in verschiedene Kategorien (1 – 4) aufgeteilt. Die Einteilung in diese Kategorien wird auf Grundlage der Gefährlichkeit der Gegenstände bestimmt und hat auch Auswirkungen darauf, wann man diese Feuerwerkskörper kaufen kann und welches Alter der Käufer haben muss. Welche Inhaltsstoffe im Feuerwerk stecken, hängt vom Typ ab. Knaller enthalten ausschließlich Schwarzpulver. Grundsätzlich ist im Feuerwerk ein Oxidationsmittel, ein Brennstoff sowie weitere Komponenten für die Farbe.

Kategorie 1

Eine sehr geringe Gefahr stellen die Feuerwerkskörper der Kategorie 1 dar. Aus diesem Grund dürfen Artikel dieser Kategorie bereits ab einem Alter von zwölf Jahren erworben und das ganze Jahr über verkauft und verwendet werden. In der Kategorie 1 gibt es keine reinen Knallkörper – abgesehen von Knallerbsen. Diese Feuerwerkskörper zeichnet aus, dass sie einen maximalen Schallpegel von 120 Dezibel in einem Meter Entfernung erreichen dürfen. Darunter fallen unter anderem Bengalfeuer, Bodenwirbel, Partyknaller, Tischfeuerwerke und Wunderkerzen.

 

Wunderkerze

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Kategorie 2

Das klassische Silvesterfeuerwerk fällt in die Kategorie 2. Man darf die Feuerwerkskörper dieser Kategorie ausschließlich im Freien verwenden und sie erst ab dem 18. Lebensjahr kaufen. Hier greifen auch die Regeln für die Nutzung und den Verkauf: Kategorie-2-Gegenstände sind nur vom 28. bis zum 31. Dezember erhältlich und dürfen auch nur in der Silvesternacht gezündet werden (es gibt aber auch Ausnahmeregelungen, wofür ein Antrag beim Ordnungsamt zu stellen ist). Der Sicherheitsabstand muss in der Regel acht Meter betragen. In der Kategorie 2 sind unter anderem Batterien, Raketen, Fontänen und steigende Wirbel zu finden.

 

Kategorie 3 und 4

Diese beiden Kategorien sind für Otto-Normal-Bürger kaum relevant, denn sie dürfen nur von ausgebildeten Pyrotechnikern abgebrannt werden. Diese Gegenstände (Mittelfeuerwerk und Großfeuerwerk) dürfen Personen nur ab dem 18. Lebensjahr (Kategorie 3) und dem 21. Lebensjahr (Kategorie 4) erwerben und verwenden, wenn sie im Besitz einer Erlaubnis nach §7 und/oder §27 des Sprengstoffgesetzes sind oder einen Befähigungsschein nach §20 des Sprengstoffgesetzes besitzen. Bei der Kategorie 2 ist der Sicherheitsabstand mit 15 Metern geringer als bei der Kategorie 4 für Großfeuerwerk.

 

Kauf von Feuerwerk: Zeitpunkt, Lagerung, Kennzeichnung

Wann kann man Feuerwerk kaufen?

Händler dürfen Silvesterböller (Feuerwerkskörper der Kategorie 2) ausschließlich im Zeitraum vom 28. Dezember bis zum 31. Dezember verkaufen und nur an Personen ab 18 Jahren.

 

Woran erkennt man sicheres Feuerwerk?

Beim Kauf von Feuerwerk ist es aus Sicherheitsgründen wichtig, ausschließlich geprüfte und zertifizierte Produkte zu kaufen. Bei nicht geprüften Feuerwerkskörpern kann es sein, dass nicht nur Schwarzpulver enthalten ist, die Sprengkraft zu hoch ist oder der Gegenstand durch eine Fehlzündung falsch auslöst und Verletzungen verursacht.

Sichere Waren sind in deutscher Sprache und mit einer Registriernummer und dem CE-Zeichen in Verbindung mit der Kennnummer der Prüfstelle gekennzeichnet. Dort geben die Hersteller unter anderem den Handelsnamen und den Typ des Gegenstandes, den Namen des Herstellers und dessen Postanschrift an.

 

Böller Feuerwerk

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Am wichtigsten ist jedoch die Registriernummer und die CE-Kennzeichnung. In Deutschland prüft die Bundesanstalt für Materialforschung- und prüfung (BAM), wie sich Feuerwerkskörper bei Hitze und Belastung verhalten. Bei der Regierstriernummer steht die Zahlenfolge 0589 als Kürzel für das BAM als Prüfstelle. Anschließend wird die Kategorie (F2) angegeben und noch eine spezifische Nummer zur Identifizierung des Gegenstandes.

Die Hinweise, dass das Produkt nicht an Personen unter 18 Jahren ausgegeben werden darf, sowie zum nötigen Sicherheitsabenstand sind auf zertifizierten Waren ebenfalls Pflicht.

Wie lagert man gekaufte Feuerwerkskörper?

Wie die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung mitteilt, wird besonders der Transport von Feuerwerk unterschätzt. Die Experten raten, die gekaufte Ware in der Originalverpackung zu lassen und ausschließlich im Kofferraum zu transportieren. Daheim angekommen, sollten die Produkte nicht in der Nähe von Heizungen oder offenem Feuer gelagert werden. Ebenso sollten Kinder keine Möglichkeit haben, an Raketen und andere Feuerwerkskörper zu gelangen.

„In bewohnten Räumen dürfen Feuerwerkskörper der Kategorie F2 mit maximal einem Kilogramm an Nettoexplosivstoffmasse gelagert werden“, teilt das BAM mit. In Gebäuden ohne Wohnraum, also in Garagen oder Schuppen, dürfen es bis zu 15 Kilogramm sein. Die Menge entnimmt man der Kennzeichnung.

 

Wo kann man Feuerwerk kaufen?

Über 130 Millionen Euro Umsatz macht die Branche mit Böllern und Raketen pro Jahr. In Karlsruhe gibt es zum Beispiel das professionelle Pyromania Feuerwerk in Grünwinkel, das beim Ausrichten von Feuerwerken hilft und auch pyrotechnische Gegenstände verkauft. Auch Silvesterfeuerwerk wird hier für Privatpersonen angeboten.

2019 haben mehrere Händler Silvesterfeuerwerk aus ihrem Sortiment gestrichen – den Tieren und der Umwelt zuliebe. Darunter fallen einige Filialen von Rewe und Edeka. Auch Hornbach kündigte an, ab 2020 überhaupt kein Feuerwerk mehr zu verkaufen. Die Baumarkt-Kette Bauhaus wolle das Sortiment 2020 „komplett überarbeiten“. Weitere Supermarkt-Ketten wie Aldi, Lidl, Kaufland, Netto, Penny und Real halten an dem Verkauf von Böllern fest.

 

Feuerwerk zünden an Silvester – das gilt es zu beachten

Wann dürfen Raketen gezündet werden?

Feuerwerkskörper der Kategorie F2 dürfen ausschließlich am 31. Dezember und am 01. Januar gezündet werden – von Mitternacht bis Mitternacht.

Wo darf man Feuerwerkskörper zünden?

Es gibt klare gesetzliche Regelungen, die ohne Ausnahme gelten. So dürfen Feuerwerkskörper nicht in der Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen sowie von Fachwerkhäusern abgebrannt werden. Wer sich nicht an diese Einschränkung hält, dem drohen Geldbußen von bis zu 50.000 Euro Strafe.

Wenn die Bürger der Stadt Karlsruhe am 31. Dezember 2019 ins neue Jahr feiern, gilt erstmals auch ein Böllerverbot in der Innenstadt. Dieses betrifft das gesamte Areal des Schlossplatzes einschließlich der Stadtwerke EISZEIT. Ziel ist es, Familien mit Kindern die Möglichkeit zu bieten, ungestört von Feuerwerk ins neue Jahr zu rutschen. Auf dem EISZEIT-Gelände wird zudem ein umfangreiches Programm geboten. Auch ist es möglich, den kompletten Tag und die Silvesternacht mit Schlittschuhen übers Eis zu gleiten.

Eröffnungs Weihnachtsstadt Eiszeit 2019

Zur Eröffnung der Weihnachtsstadt fand an der EISZEIT ein organisiertes Feuerwerk statt. An Silvester herrscht hier aber Böllerverbot. | Quelle: IR

 

Worauf man beim Zünden achten sollte

Prinzipiell ist es ratsam, die Gebrauchsanleitung der gekauften Feuerwerk-Produkte bereits vor Mitternacht – wenn es schnell gehen muss, aber dunkel ist – zu lesen. Damit an Silvester sicher gefeiert werden kann, muss der nötige Sicherheitsabstand (bei Feuerwerkskörpern der Kategorie F1 ein Meter, bei F2 acht Meter) eingehalten werden. F2-Feuerwerkskörper dürfen ausschließlich im Freien zum Einsatz kommen.

Am wichtigsten ist der feste und gerade Untergrund. So kann sichergestellt werden, dass weder die Person, die die Zündschnur entfacht, noch die Menschen in der Umgebung verletzt werden. Typisch ist es auch, Raketen aus stehenden Einzelflaschen abzufeuern. Auch das kann böse enden, wenn die Flasche umfällt. Besser ist es, einen Getränkekasten zu nutzen, in den die Flasche gestellt wird und der mehr Standsicherheit bietet.

Besonders gefährlich ist es, nicht explodierte Böller aufzusammeln und erneut anzuzünden. Die Zündschnüre sind hier nämlich in den meisten Fällen schon komplett abgebrannt. Sobald man die Schnur erneut entfacht, explodiert der Feuerwerkskörper direkt und kann schlimme Verletzungen verursachen.

 

Schluss mit Böllern: Entsorgung nach dem Feuerwerk

Wenn die Raketen verschossen und die Böller gezündet wurden, ist Aufräumen angesagt. Am besten ist das am Neujahrsmorgen bei Tageslicht. Zuerst einmal muss der Müll getrennt werden. Verpackungsmaterialien kommen je nach Typ entweder in den Papiermüll oder den Plastikmüll. Ausgeschossene Batterien, gelandete Raketen oder Böller sind einfach in den Restmüll zu entsorgen. Wer nachts schon aktiv werden will, sollte darauf achten, dass die Batterie ausgekühlt ist.

 

Silvester Müll Böller

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Anders ist die Handhabung mit Blindgängern. Dass Feuerwerk nicht „losgegangen“ ist, kann an der falschen Handhabung oder Produktionsfehlern liegen. Wichtig ist es, die Blindgänger nicht direkt aufzuheben. Stattdessen sollte man etwa 15 Minuten warten und den Gegenstand anschließend ausgiebig in Wasser baden. Nach mehreren Stunden ist keine Gefahr mehr zu befürchten. Dann sollte man den Blindgänger in einer mit Sand oder Erde befüllten Tüte ebenfalls in den Restmüll werfen.

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