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Finanznot: Viele Suchtberatungsstellen stehen mit Rücken zur Wand

Nachrichten Finanznot: Viele Suchtberatungsstellen stehen mit Rücken zur Wand

Quelle: Alexander Heinl/dpa
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Viele Suchtberatungsstellen betrachten ihre aktuelle Finanzierung laut einer Befragung als nicht gesichert. Die Hauptstelle für Suchtfragen sieht wachsende Missstände und fordert Reformen.

Viele Suchtberatungsstellen in Deutschland stehen nach Angaben der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) finanziell mit dem Rücken zur Wand. In einer Befragung gaben etwa Dreiviertel der öffentlich finanzierten Suchtberatungsstellen an, dass sie ihre Kosten in diesem Jahr nicht vollständig decken können, wie die DHS in Hamm berichtete. Sie habe im Frühjahr gut 1.300 Einrichtungen angeschrieben, von rund 900 Rückmeldungen seien die Angaben von knapp 550 Beratungsstellen vor allem aus Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg eingeflossen.

Nur ein kleiner Teil der Beratungsstellen kann die Finanzierungslücken demnach kompensieren. Die große Mehrheit nannte negative Folgen – etwa eine Einschränkung von Angeboten für Suchtkranke, Suchtgefährdete und Angehörige oder auch verringerte Öffnungszeiten. Zugleich zeigte sich nach DHS-Angaben, dass viele Fälle komplexer geworden sind, der Bedarf steigt und auch die Teillegalisierung von Cannabis mancherorts zu Unsicherheiten in den Beratungsstellen geführt hat. Nach der Finanzierung hätten sich Personalengpässe und Fachkräftemangel als größte Probleme für den Betrieb der Suchtberatungsstellen herausgestellt.

Finanzierung muss laut DHS reformiert werden

Kern des Problems ist nach Einschätzung der DHS, dass die von den Kommunen finanzierte Suchtberatung keine verbindliche und gesetzlich gesicherte Leistung ist – und damit abhängig von der Finanzlage der jeweiligen Kommune oder des Bundeslandes. Mit der Folge: «Schließungen von Suchtberatungsstellen sind bereits erfolgt, weitere Schließungen stehen bevor.» Die Politik sei gefordert, eine gesetzliche Reform auf den Weg zu bringen, mahnte Geschäftsführerin Christina Rummel. So könnten für eine verlässliche Finanzierung die Krankenkassen künftig Suchtberatungsstellen jährlich mit einem auskömmlichen Betrag fördern – vergleichbar etwa mit Krebsberatungsstellen.

Obwohl sie Leben retteten und unverzichtbare Hilfen für Betroffene und Gesellschaft leisteten, bestehe seit Jahrzehnten eine Unterfinanzierung, die noch zunehme. Das müsse gestoppt werden. Für viele führe der Weg in eine Therapie zunächst über eine Suchtberatung, deren frühe Hilfen sich auch kostensparend für die öffentlichen Kassen auswirkten.

 

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