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Forschung & Entwicklung: Mercedes will Kosten für E-Auto-Batterien deutlich senken

News aus Baden-Württemberg Forschung & Entwicklung: Mercedes will Kosten für E-Auto-Batterien deutlich senken

Quelle: Sebastian Christoph Gollnow/dpa
dpa

Bei E-Autos kostet vor allem die Batterie viel Geld. Mercedes bündelt nun Forschung und Entwicklung in diesem Bereich in Stuttgart – und will so die Kosten drücken.

Der Autobauer Mercedes-Benz bündelt die Forschung und Entwicklung von E-Auto-Batterien in Stuttgart. «Es ist unser Anspruch, auch beim elektrischen Fahren eine technologisch führende Rolle zu übernehmen», sagte Vorstandschef Ola Källenius bei der Eröffnung des sogenannten eCampus, der sich auf dem Gelände des Werks in Stuttgart-Untertürkheim befindet. «Die Arbeit, die hier geleistet wird, wird dazu beitragen, die Batteriekosten in den nächsten Jahren um mehr als 30 Prozent zu senken».

In dem mehr als 30.000 Quadratmeter großen Kompetenzzentrum sollen Zellen und Batterien für künftige Elektroautos von Mercedes entwickelt werden. Dort können den Angaben nach unterschiedliche Arten von Batteriezellen hergestellt und getestet werden. Eine neue Fabrik habe eine Kapazität von mehreren 10.000 Zellen jährlich.

Darüber hinaus gehört zu dem Campus ein Test- und Erprobungszentrum, das bis Ende des Jahres fertig sein soll. Dort sollen dann Sicherheit und Lebensdauer von Batterien untersucht werden. Die gewonnenen Erkenntnisse – beispielsweise über die industrielle Fertigung von Batterien – fließen demzufolge in die Serienproduktion bei Partnerunternehmen ein. Zu der Eröffnung am Montag waren auch Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck und der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (beide Grüne) gekommen.

 

Campus stärkt Mercedes-Traditionswerk

Der Campus ist Mercedes-Chef Källenius zufolge auch ein Bekenntnis zum Stammsitz. «Wir wollen, dass das Werk in Untertürkheim nicht nur eine große Tradition hat, sondern auch eine große Zukunft», sagte er. Es sei ein Betrag in dreistelliger Millionenhöhe investiert worden.

Das Traditionswerk am Neckar gibt es bereits seit 120 Jahren. Aktuell arbeiten dort mehr als 23.000 Menschen – davon rund 14.000 in der Produktion. Sie entwickeln und fertigen unter anderem Antriebskomponenten wie Motoren, Batterien und Achsen. Noch in diesem Jahr will Mercedes an dem Standort auch mit der Produktion eigener E-Motoren beginnen. Außerdem ist Untertürkheim der Sitz der Konzernzentrale.

 

E-Auto-Nachfrage bremst Entwicklung

Angesichts des schleppenden Hochlaufs bei E-Autos hatte sich Mercedes zuletzt strategisch flexibler aufgestellt. Den Plan einer ausschließlich vollelektrischen Generation von Baureihen ab 2028 verwarf der Autobauer. Bis in die 2030er Jahre hinein sollen sowohl E-Antriebe als auch Verbrenner produziert werden. Die Geschwindigkeit der Transformation bestimmten die Wünsche der Kunden und die Marktbedingungen, hieß es zuletzt. Strategisch sei aber klar: «Der Zielbahnhof ist Nullemission», sagte Källenius.

Mercedes rechnet damit, in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts beim weltweiten Absatz bis zu 50 Prozent mit vollelektrischen Autos sowie Plug-in-Hybriden zu erreichen. Auch hier war der Konzern schon optimistischer. Bis zum Jahr 2039 strebt der Autobauer eine bilanziell CO2-neutrale Neuwagenflotte an.

 

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