News aus Baden-Württemberg
Belastungsstörungen: Land geht neue Wege in der Traumatherapie für Polizisten

News aus Baden-Württemberg Belastungsstörungen: Land geht neue Wege in der Traumatherapie für Polizisten

Quelle: Marijan Murat/dpa
dpa

Polizisten müssen einiges wegstecken, aber irgendwann werden verbale und körperliche Attacken zu viel – dann brauchen die Beamten Hilfe. Ein spezielles Polizei-Programm im Südwesten zeigt Erfolge.

Konfrontation mit misshandelten Kindern, mit Mord an Lebenspartnern und Suizid von Kollegen – solche Geschehnisse gehen an Polizisten nicht spurlos vorbei. Erkenntnisse aus einer Studie der Ulmer Polizei, der Deutschen Traumastiftung und der Uniklinik in Ulm werden jetzt peu à peu in allen 13 Polizeipräsidien in Baden-Württemberg umgesetzt. Ziel: posttraumatische Belastungsstörungen verhindern und therapieren.

Kernstück der vom Land mit 170.000 Euro geförderten PULS-Studie ist eine 24 Stunden lange Pulsmessung. Sie soll helfen, mögliche Traumafolgen sichtbar zu machen. Das können Kopfweh, Empfindungsstörungen, Nackenprobleme oder Schlaflosigkeit sein. Auf Basis der objektiven Körperreaktionsdaten werden im Beratungsgespräch mit Fachleuten Stressfaktoren im Dienstalltag identifiziert. Zugleich wird die Widerstandskraft gegen Belastungen ausgemacht, wie Projektleiter Marc Jarczok von der Uniklinik Ulm erläutert.

Auf einer Belastungsskala rangiert die Konfrontation mit misshandelten, verletzten und toten Kindern ganz oben, gefolgt von Suizid eines Kollegen, Umgang mit sexuellem Missbrauch von Kindern, Gefährdung des eigenen Lebens und schwere Verletzung eines Kollegen. «Solche Erlebnisse lassen manch einen nicht mehr los, man träumt davon und erinnert sich beim kleinsten Anlass daran», erläutert Jarczok und fügt hinzu: «Schlimmstenfalls bedeutet das ein Karriereende.»

Der Sozialwissenschaftler betont: «Das Einzigartige an dieser Studie ist, dass wir aus einem präventiven Gesprächsansatz quasi aus dem Labor den Übergang in die betriebliche Praxis gemeistert haben.» Betroffenen sollen individuelle Empfehlungen helfen, etwa Meditation und regelmäßige Arbeitspausen.

 

Weitere Nachrichten

Laut Bauernverband: Dürre bringt Höfe in Existenznöte

Trockenheit und Hitze haben der Ernte und der Futterversorgung in Baden-Württemberg enorm zugesetzt. Der Bauernverband fordert schnelle Hilfen von Land und Bund.

Bäume leiden: Welche Spuren der Hitzesommer in Baden-Württemberg hinterlässt

Fast 40 Prozent von Baden-Württemberg sind bewaldet. Der heiße und regenarme Sommer setzt den Bäumen zu. Welche Arten besonders betroffen sind und wie Fachleute die Lage einschätzen.

Baugenehmigungen steigen – Baden-Württemberg setzt Zeichen

Die Landesregierung sieht im Anstieg der Baugenehmigungen einen Hoffnungsschimmer. Doch wann werden daraus tatsächlich neue Wohnungen?

Trockenheit setzt neuen Weihnachtsbaumkulturen stark zu

Viele frisch gepflanzte Christbäume kämpfen mit der Trockenheit – doch für die nächste Saison erwartet der Verband noch keine Engpässe.

Es wird herbstlich: Was man zur Kürbissaison in Baden-Württemberg wissen sollte

Sonnenbrand statt Herbstkälte: Die Kürbissaison beginnt früh, der heiße Sommer hat Spuren hinterlassen. Was Kürbisbauern jetzt ernten und was Verbraucher erwartet.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 
















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.