Corona in der Fächerstadt
„Große Unzufriedenheit“: OB Mentrup über die aktuelle Corona-Lage

Corona in der Fächerstadt „Große Unzufriedenheit“: OB Mentrup über die aktuelle Corona-Lage

Quelle: Screenshot/Pressekonferenz Stadt Karlsruhe

Karlsruhes Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup sprach in einer Pressekonferenz der Stadt am Donnerstag, 02. Dezember 2021, über die aktuelle Corona-Situation in Karlsruhe sowie die bevorstehende neue Corona-Verordnung und deren mögliche Auswirkungen.

Corona-Situation in Karlsruhe: „hohes Niveau“

Die Corona-Zahlen in Karlsruhe sind weiterhin auf einem „gleichbleibend hohen Niveau“, erklärte Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup während einer Pressekonferenz am Donnerstag, 02. Dezember 2021. Weiter erklärte das Stadtoberhaupt, dass derzeit 40 Prozent der Karlsruher Intensivbetten mit Covid-Patienten belegt seien und die meisten verschiebaren Operationen ausfallen .

„Es herrscht weiter eine angespannte Situation in den Kliniken“, so Mentrup, der zudem von einer steigenden Belastung des Gesundheitswesens ausgeht.

 

Impfungen: „ziemliches Chaos“

Auch in den Arztpraxen herrsche aktuell „ziemliches Chaos“, da bestellter Impfstoff nicht zuverlässig ankomme. Zehn weitere Impfteams sollen in Karlsruhe künftig für eine höhere Impfkapazität bei den bestehenden Impfstationen sorgen. Zudem soll in Kürze am Durlach Center ein weiterer Impfstützpunkt umgesetzt werden.

 

Coronafälle in Kitas, Schulen und Pflegeheimen

Über 30 Kindertagesstätten und Horde sind aktuell von Coronafällen betroffen – zwei dieser Kitas mussten aus diesem Grund schließen. 209 Karlsruher Schüler sowie neun Lehrkräfte befinden sich, so Mentrup, momentan in Quarantäne. Vorgezogene Weihnachtsferien hält Karlsruhes OB allerdings nicht für sinnvoll.

Mentrup befürchte, dass durch frühere Ferien die Anzahl an privaten Zusammenkünfte der Schüler und Schülerinnen steige. „Es gibt keine nennenswerten Ausbrüche in der Schule. Die Schulen sind also kein Infektionsort in Karlsruhe“, so Mentrup.

In den Karlsruher Pflegeheimen komme es derzeit zu „vielen Ausbrüchen“ – allerdings hätten die betroffenen geimpften Personen meist einen milden Verlauf. Hier wolle man nun besonders die Booster-Impfungen weiter vorantreiben.

 

Neue Corona-Verordnung: „Missmanagement“

Die neue Corona-Verordnung des Landes, welche unter anderem wohl die Schließung von Weihnachtsmärkten und Einschränkungen im Einzelhandel bedeuten wird, sollte zunächst Mitte der Woche verkündet werden, doch wurde inzwischen auf Freitag, 03. Dezember 2021, verschoben.

Die Umsetzung dieser Verordnung soll dann voraussichtlich direkt am darauffolgenden Tag, Samstag, 04. Dezember erfolgen, dies hält Mentrup für „ein Missmanagement erster Klasse“. Das Karlsruher Stadtoberhaupt äußerte „große Unzufriedenheit“ und hält das Vorgehen der Landesregierung für „unzumutbar für die betroffenen Menschen“.

Für „kritisch“ hält Mentrup auch eine mögliche 2G-Regelung für manche Einkaufsgeschäfte. Insgesamt erwarte er „klare und einheitliche Regeln“ sowie mehr Zeit „damit man das vernünftig umsetzen könne“.

 

Weihnachtsmarkt-Alternative? Schließt die Eiszeit?

Die Absage des Karlsruher Weihnachtsmarkts durch die neue Corona-Verordnung scheint zum aktuellen Zeitpunkt unausweichlich. Derzeit prüfe die Stadt allerdings, ob man eine „Einzelstand-Lösung“, mit in der Innenstadt einzeln verteilte Weihnachtsbuden, umsetzen könne. Allerdings sei fraglich, ob dies den Schaustellern noch etwas bringe, so Mentrup.

Ob mit der Schließung des Weihnachtsmarktes auch die Eislaufbahn der Stadtwerke Eiszeit vor dem Schloss beendet werden müsse, ist derzeit ebenfalls noch unklar. Da die Eiszeit als Veranstaltung genehmigt sei, müsse man abwarten, ob sie pauschal unter „Weihnachtsmärkte“ falle, erklärte Maximilian Lipp vom Karlsruher Ordnungsamt.

 

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