News aus Baden-Württemberg
Wärmepumpe oder doch Fernwärme? Planung geht voran

News aus Baden-Württemberg Wärmepumpe oder doch Fernwärme? Planung geht voran

Quelle: Marijan Murat/dpa/Archivbild
dpa

Welche Heizung passt zu mir? Mit kommunalen Wärmeplänen soll diese Frage für Hausbesitzer künftig leichter zu beantworten sein. Im Südwesten geht das zwar vergleichsweise schnell voran – mancherorts deutet sich aber noch eine längere Hängepartie an.

Wer über eine neue Heizung nachdenkt, soll in Baden-Württemberg möglichst bald Klarheit über die Wärmeplanung für seine Nachbarschaft bekommen. Gerade in größeren Städten sei aber damit zu rechnen, dass es nicht schon Anfang 2024 verbindliche Aussagen für einzelne Straßen und Viertel gibt, sagte Städtetags-Chef Ralf Broß anlässlich eines «Wärmegipfels» am Montag in Stuttgart. Dort müssten immense Datenmengen verarbeitet werden. «Wir werden unterschiedliche Geschwindigkeiten haben.»

Baden-Württemberg habe bei der kommunalen Wärmeplanung bundesweit einen Vorsprung, sagte Umweltministerin Thekla Walker (Grüne). Bis Ende 2023 müssen die knapp 100 Großen Kreisstädte im Südwesten einen Wärmeplan vorlegen. Damit werden laut Ministerium 50 Prozent der Einwohner des Landes abgedeckt. Am Montag sprach Walker sogar von 260 Kommunen, für die bald die Planung vorliege.

Mit den Wärmeplänen soll etwa erfasst werden, wie die Gebäude bislang beheizt sind und wie das in Zukunft klimaneutral geschehen soll – ob es etwa ein Fernwärmenetz gibt. Auf der Basis sollen Hausbesitzer dann entscheiden können, ob sie sich etwa eine Wärmepumpe anschaffen, oder auf Fernwärme oder andere Möglichkeiten setzen.

«Wir müssen möglichst schnell zu einer Rechtssicherheit kommen», forderte der Geschäftsführer des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) in Baden-Württemberg, Tobias Bringmann. Für die Stadtwerke gehe es da auch um Geschäftsmodelle – werde etwa für einen Straßenzug Fernwärme geplant, einige Hausbesitzer schafften sich aber mangels Planungssicherheit doch eine Wärmepumpe an, dann sei das nicht gut. Letztlich sei es Aufgabe der Kommunen, die Pläne zeitnah umzusetzen.

Wichtig sei auch, dass die derzeit auf Bundesebene diskutierten Vorgaben für die Wärmeplanung nicht das Landesrecht aushebelten, sagte er weiter. Die kommunale Wärmeplanung soll eine Schlüsselrolle im Gebäudeenergiegesetz (GEG) spielen, über das auf Bundesebene heftig gestritten wurde und das im Herbst verabschiedet werden soll. Bisher sieht der Bund vor, dass die Planung bis 2028 stehen soll. Walker forderte einen Geschwindigkeitsbonus für die Kommunen, die in der Planung schnell vorankommen.

Klar wurde am Montag: Die Umstellung auf klimaneutrales Heizen wird auch wegen der dezentralen Struktur und der kleinteiligen Akteurslandschaft alles andere als einfach. Dazu kommen Personalmangel und knappe Kassen in den Kommunen. «Das ist die größte Herausforderung, die wir seit der Zerstörung der Infrastrukturen im Zweiten Weltkrieg in Angriff nehmen», sagte Bringmann.

 

Weitere Nachrichten

Pandemie-Folgen: Tausende Teenager mit Angst und Panik

Tausende Teenagerinnen in Baden-Württemberg wachen nachts schweißgebadet auf, weil Panikattacken sie quälen. Denn die Pandemie hat Folgen – besonders bei jungen Mädchen zwischen 15 und 17 Jahren.

Autos auf Fußballplatz "Drifter" ruinieren Sportplätze - Vereine sind frustriert

Tiefe Furchen, teure Schäden: Mehrere Sportplätze sind nach Auto-Stunts von Unbekannten kaum noch zu bespielen. Vereine bangen um ihren Saisonstart – und die Kommunen fürchten hohe Reparaturkosten.

Tourismus im Land: So viele Menschen planen 2026 eine Urlaubsreise

Die Wirtschaft in Deutschland strauchelt, viele Jobs stehen auf dem Spiel. Die Reiselust in Deutschland ist dennoch ungebrochen. Ein großer Teil der Menschen will 2026 in den Urlaub fahren.

Diese Acts wollen für Deutschland beim ESC antreten

Von Balladen bis Italo-Pop: Im deutschen ESC-Finale treten Musikerinnen und Musiker aus ganz Deutschland an. Wer schafft den Sprung nach Wien?

EnBW setzt Windpark-Projekt in Irischer See nicht fort

Zu unberechenbar die Risiken und keine staatliche Förderung durch Großbritannien. Die EnBW kehrt einem Windpark-Großprojekt in der Irischen See den Rücken.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 
















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.