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Hunderte Unfälle wegen Schnee in Baden-Württemberg: Was das Land noch erwartet

News Hunderte Unfälle wegen Schnee in Baden-Württemberg: Was das Land noch erwartet

Quelle: Christoph Schmidt/dpa
dpa

Schnee, Glätte und Ausfälle: Heftiger Schneefall hat Baden-Württemberg zum Wochenstart fest im Griff – besonders zwischen Stuttgart und Ulm kam es zu zahlreichen Unfällen. Wie geht es nun weiter?

Baden-Württemberg ist nach einer schneereichen und glatten Nacht winterlich in die neue Woche geschlittert. Abgesehen von mehreren Leichtverletzten, einem Millionenschaden durch Unfälle sowie Verspätungen und Ausfällen verlief die Rückkehr von Schnee und Eis in Baden-Württemberg aber glimpflich. In anderen Bundesländern fiel dagegen der Präsenzunterricht aus, Verkehrsbetriebe kapitulierten dort vor dem Schneetreiben.

 

Autobahnen blockiert, Verkehrschaos im Südwesten

Bis zum Morgen war im Südwesten vor allem das Gebiet zwischen Stuttgart und Ulm betroffen. Zahlreiche liegen gebliebene Lastwagen blockierten Autobahnen, Räumfahrzeuge waren im Dauereinsatz, Autos stauten sich, Straßen mussten stundenlang gesperrt werden. Mehrere Menschen wurden leicht verletzt, schwere Unfälle gab es nach Polizeiangaben aber nicht.

Im Laufe der Nacht beruhigte sich die Wetterlage wieder. Eine Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für die Regierungsbezirke Stuttgart, Karlsruhe und Tübingen wurde am frühen Morgen aufgehoben. Der DWD sagte dennoch mögliche Einschränkungen im Straßen- und öffentlichen Verkehr voraus. Mit steigenden Temperaturen und Regen stehe nun ein Wetterumschwung bevor – in den Niederungen sei dann «nichts mehr mit Schnee», hieß es.

Zahlreiche Unfälle zwischen Ulm und Reutlingen

Im Bereich des Polizeipräsidiums Ulm zählten die Einsatzkräfte bis zum Morgen mehr als 50 Unfälle, der Schaden summiert sich auf einen mittleren sechsstelligen Betrag. «Unfälle über Unfälle», sagte ein Sprecher.

Auch im Zuständigkeitsbereich des Präsidiums Reutlingen wurden über 100 Unfälle registriert. «Glücklicherweise blieb es bis auf einen Verkehrsunfall ersten Erkenntnissen nach bei Blechschaden, der sich jedoch auf weit mehr als eine halbe Million Euro beläuft», teilte die Polizei mit. In 17 Fällen halfen Beamte Autofahrern, die im Schnee stecken geblieben waren.

 

Glätteunfälle in Heilbronn, Ludwigsburg und Göppingen

Schneeglätte und querstehende Lastwagen sorgten auch in den Regionen Heilbronn und Ludwigsburg für zahlreiche Einsätze. Dort registrierte die Polizei über 70 Unfälle, zwei Menschen wurden verletzt. Am Weinsberger Kreuz war die Fahrbahn zeitweise komplett blockiert.

Auch im Raum Göppingen und im nördlichen Alb-Donau-Kreis waren die Einsatzkräfte bis in den frühen Morgenstunden im Einsatz. Im Gebiet des Polizeipräsidiums Stuttgart blieb die Lage vergleichsweise ruhig, dennoch nahm die Polizei rund 70 Einsätze infolge der Glätte auf. «Die Situation hat sich über Nacht deutlich entspannt», sagte eine Sprecherin.

Für Einsätze nach stundenlangem Schneefall musste die Stuttgarter Feuerwehr eigenen Angaben zufolge sogar mit Schneeketten zu einigen Einsätzen ausrücken. Andere schnallten sich ihre Skier unter die Füße, um mitten in der Stadt auf verschneiten Straßen ans Ziel zu kommen.

 

Ostalb und Rems-Murr-Kreis besonders betroffen

Im Bereich des Polizeipräsidiums Aalen wurden 65 wetterbedingte Unfälle mit drei Leichtverletzten und einem Schaden von rund 450.000 Euro aufgenommen. Besonders häufig krachte es im Rems-Murr-Kreis und auf der Ostalb.

Auch der Nahverkehr bekam die winterlichen Bedingungen zu spüren. In Ulm und Neu-Ulm waren am Morgen zwar die meisten Linien wieder unterwegs, sie fuhren laut Stadtwerken Ulm/Neu-Ulm (SWU) aber mit Verspätungen. Ausfälle gab es vor allem auf den Linien 2 und 5. Mehrere Busse hatten sich festgefahren und wurden geborgen.

 

S-Bahn-Chaos in Stuttgart

In Stuttgart war der S-Bahn-Verkehr stark eingeschränkt. Der Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) meldete witterungsbedingte Ausfälle und Verspätungen auf sämtlichen Linien. Mehrere Weichen konnten nicht bedient werden. «Ein reibungsloser Betriebsstart kann nicht gewährleistet werden», teilte der VVS mit.

Die Bahnen sollten den ganzen Tag über nur im 30‑Minuten‑Takt fahren, weitere Verzögerungen waren möglich. Auch der Regionalverkehr war beeinträchtigt, während Stadtbahnen und Busse weitgehend planmäßig unterwegs waren.

 

Flughafen bleibt vom Schnee weitgehend verschont

Am Flughafen Stuttgart kam es dagegen nur zu geringen Einschränkungen. Seit Betriebsstart um 6.00 Uhr seien fünf Flüge leicht verspätet gewesen, sagte eine Sprecherin. Ein Zubringerflug nach Frankfurt sei gestrichen worden.

Am Sonntagabend wurde die Landebahn zweimal kurz gesperrt, um Schnee zu räumen. Größere Verzögerungen habe es nicht gegeben. Für Montag waren 150 Starts und Landungen vorgesehen.

 

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