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Umfrage: Jeder Zweite im Südwesten gegen Brandmauer zur AfD

News Umfrage: Jeder Zweite im Südwesten gegen Brandmauer zur AfD

Quelle: Robert Michael/dpa
dpa

Im Südwesten will nach der nächsten Landtagswahl keine andere Partei mit der AfD zusammenarbeiten. Viele halten das für richtig – mehr Menschen könnten sich aber Arten der Zusammenarbeit vorstellen.

Wenige Wochen vor der Landtagswahl ist jeder Zweite in Baden-Württemberg einer Umfrage zufolge offen für eine Zusammenarbeit anderer Parteien mit der AfD. Die Hälfte der Befragten sprach sich in einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur für verschiedene Formen der Zusammenarbeit mit den Rechtspopulisten aus.

Knapp ein Viertel der Befragten (24 Prozent) gab an, andere Parteien sollten von Fall zu Fall entscheiden, wie sie mit der AfD umgehen wollen und bei einzelnen Fragen oder Gesetzesvorhaben mit der AfD zusammenarbeiten. Gut ein Viertel (26 Prozent) der Befragten sprach sich sogar dafür aus, dass die Parteien generell bereit sein sollten, mit der AfD Koalitionen einzugehen. 42 Prozent der Befragten lehnen eine Zusammenarbeit mit der AfD generell ab. Acht Prozent hatten keine Meinung zu der Frage.

Ähnliche Ergebnisse hatte im Februar 2025 eine Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des SWR erbracht. Damals war die Zustimmung zur Brandmauer mit 47 Prozent noch etwas höher als jetzt – und auch schon damals zeigte sich rund die Hälfte der Befragten offen für eine Zusammenarbeit anderer Parteien mit der AfD.

 

Parteien im Südwesten schließen Zusammenarbeit mit AfD aus

Die Parteien im Südwesten stehen allerdings fest zur Brandmauer gegenüber der AfD. Alle relevanten Parteien haben eine Zusammenarbeit mit der Partei, die im Südwesten vom Landesamt für Verfassungsschutz als rechtsextremistischer Verdachtsfall eingestuft wird, bereits ausgeschlossen. Die Rechtspopulisten, die in aktuellen Umfragen mit 20 Prozent auf Platz 3 kämen, dürften also die größte Oppositionsfraktion werden.

Die AfD tritt in Baden-Württemberg mit ihrem Landeschef, dem Bundestagsabgeordneten Markus Frohnmaier, zur Landtagswahl an. Der 34-Jährige bezeichnet sich selbst als «Ministerpräsidentenkandidat», hat aber eigentlich keine Chancen auf den Posten an der Spitze der Landesregierung. Sollte er nicht Regierungschef werden, was nur mit einer absoluten Mehrheit der AfD möglich wäre, will er seinen Job als stellvertretender Fraktionschef der AfD im Bundestag in Berlin behalten. Für den Landtag kandidiert er nicht.

 

Wenig Zustimmung für konkrete Koalitionen

Auch bei der Frage, welche Koalitionen die Befragten nach der Landtagswahl bevorzugen würden, schneidet eine Zusammenarbeit mit der AfD gar nicht so schlecht ab. Demnach würde jeder fünfte Befragte nach der Wahl eine Koalition zwischen CDU und AfD bevorzugen. Die CDU hat diese rechnerisch wohl mögliche Zusammenarbeit jedoch wiederholt kategorisch ausgeschlossen.

Eine Zusammenarbeit von CDU und Grünen, die nach aktuellen Umfragen sonst die einzig rechnerisch mögliche wäre, ist mit 21 Prozent nur leicht beliebter. Wenig Zustimmung bei den Befragten bekommen die derzeit rechnerisch eher unrealistische Deutschland-Koalition aus CDU, SPD und FDP (13 Prozent) und die Ampel aus Grünen, SPD und FDP (7 Prozent). Viele Befragte wünschen sich dagegen keine der genannten Koalitionen oder haben keine Meinung in der Frage.

 

Mehr als jeder Vierte findet FDP im Landtag wichtig

Für die FDP, die in Umfragen derzeit nur ganz knapp über der Fünf-Prozent-Hürde liegt, hält die Umfrage etwas Hoffnung bereit. Denn grundsätzlich findet es mehr als jeder vierte Befragte (28 Prozent) wichtig, dass die Partei auch im neuen Landtag vertreten ist. Wählen würden die Liberalen Umfragen zufolge aber derzeit deutlich weniger Menschen. 62 Prozent der Befragten wäre es dagegen wenig oder überhaupt nicht wichtig, dass die Partei in ihrem Stammland auch weiterhin im Parlament vertreten ist.

Für die repräsentative Umfrage befragte das Meinungsforschungsinstitut YouGov vom 14. bis 22. Januar 1.028 Wahlberechtigte ab 16 Jahren in Baden-Württemberg. Die Fehlertoleranz liegt zwischen 1,3 und 3,1 Prozentpunkten. Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten.

 

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