News aus Baden-Württemberg
Hunderte werden erlegt: Ochsenfrösche breiten sich in der Region Karlsruhe

News aus Baden-Württemberg Hunderte werden erlegt: Ochsenfrösche breiten sich in der Region Karlsruhe

Quelle: Uli Deck/dpa
dpa

Gefräßige Giganten am Oberrhein: Tausende invasive Ochsenfrösche breiten sich in der Region Karlsruhe aus. Nur mit abschießen, wird man ihrer kaum Herr. Nun gibt es auch im Kreis Rastatt einen Fund.

630 Ochsenfrösche sind im vergangenen Jahr im Auftrag des Regierungspräsidiums Karlsruhe erlegt worden. Das war gut ein Drittel weniger als im Jahr zuvor, wie aus Zahlen der Behörde hervorgeht. Zudem holten Taucher Kaulquappen der Tiere aus Baggerseen. «Hierzu werden die Gewässer betaucht und die Kaulquappen mit Keschern entnommen und anschließend getötet», erläuterte eine Sprecherin. Die eingewanderte Art wird bejagt, weil sie eine Gefahr für heimische Lebewesen darstellt. Erwachsene Tiere werden dabei in der Regel von Booten aus erschossen.

Fachleute gehen davon aus, dass die Tiere in den 1990er Jahren in Baden-Württemberg ausgesetzt wurden. Verbreitungsschwerpunkt sind nach früheren Angaben des Umweltministeriums Baggerseen und größere Gewässer in den Kommunen Eggenstein-Leopoldshafen und Linkenheim-Hochstetten (Landkreis Karlsruhe). Einzelne Nachweise habe es etwa im nördlichen Stadtkreis Karlsruhe und in Dettenheim gegeben.

Fund außerhalb des Verbreitungsgebiets

Jüngst hatte das Regierungspräsidium einen Biotopteich bei Ötigheim (Landkreis Rastatt) auspumpen lassen, um dort vorhandene Kaulquappen des Ochsenfrosches entfernen zu lassen und eine ungebremste Ausbreitung in die Rheinaue zu verhindern. Den Angaben zufolge soll Laich illegal in den Teich gebracht worden sein.

Vor dem Abpumpen wurden mittels Reusen die in dem Biotop lebenden Molche und weitere heimische Amphibien abgefangen und in andere angrenzende Gewässer gebracht, wie das Regierungspräsidium berichtete. «Die nach dem Abpumpen des Teiches im Schlamm verbliebenen Ochsenfroschkaulquappen wurden durch das Einbringen von Kalk abgetötet.»

Die Funde in Ötigheim liegen außerhalb des bisherigen Verbreitungsgebiets des Ochsenfrosches, wie eine Sprecherin deutlich machte. «Es ist davon auszugehen, dass dieser beabsichtigt oder unbeabsichtigt, zum Beispiel als Gartenteichtier aus dem bekannten Verbreitungsgebiet nördlich von Karlsruhe, verschleppt wurde.»

Da ein ausgewachsener Frosch und die Kaulquappen in räumlicher Nähe gefunden wurden, sei von einem sehr lokalen Fall auszugehen. Nichtsdestotrotz sollen Gewässer im Umfeld sowie ein angrenzendes Baugebiet regelmäßig kontrolliert werden. Bürgerinnen und Bürger werden per Aushängen, Gemeindeblatt und Flyer informiert.

Kaulquappen bis zu 15 Zentimeter groß

Darin heißt es, der Nordamerikanische Ochsenfrosch (Lithobates catesbeianus) lebe räuberisch und fresse alles, was ihm vor das Maul kommt: andere Frösche, Fische und auch kleine Vögel. «Er gilt am Oberrhein als gebietsfremde Art und vermehrt sich rasant.»

In seiner Heimat werde der Ochsenfrosch von Krokodilen, Alligatoren und Schlangen gefressen. «Bei uns am Oberrhein hat der Ochsenfrosch keine natürlichen Feinde und kann sich ungehindert ausbreiten. Seine Ausbreitung bedroht die heimische Artenvielfalt.»

Der Ochsenfrosch wird den Angaben zufolge bis zu 25 Zentimeter groß und ist damit auffallend größer als heimischen Frösche. Auch die Kaulquappen erreichen eine auffällige Länge von bis zu 15 Zentimetern. Ein Weibchen produziere bis zu 50 000 Eier beim Ablaichen und liefere damit die Grundlage für eine explosionsartige Vermehrung und Ausbreitung.

 

Weitere Nachrichten

Urteil: Plattformen haften für Beleidigungen in bestimmten Fällen

Der Kurznachrichtendienst X muss laut dem OLG Frankfurt für falsche oder ehrverletzende Tweets nur in bestimmten Fällen haften. Eine entsprechende Unterlassungsklage wiesen die Richter zurück.

Wintersaison 2023/24 in Baden-Württemberg mit Höchstwerten im Tourismus

Der Fremdenverkehr floriert wieder wie selten zuvor. Nun haben sich die Betriebe zwischen Bodensee, Schwarzwald und Kurpfalz erholt - und verzeichnen mehr Gäste als vor Corona.

Laut Statistik: Wählervereinigungen bleiben stärkste Kraft in Gemeinderäten

Am Sonntag konnten die Menschen in Baden-Württemberg zahlreiche Stimmen abgeben. Während die Europawahl sofort ausgezählt wurde, dauerte es bei der Kommunalwahl etwas. Nun gibt es einen Überblick.

Erstes EM-Wochenende: Hoffnung auf trockenes Public Viewing

Ein bisschen Glück brauchen Fans von Fußball und Public Viewing im Freien am Wochenende. Vor allem an einem Tag stehen die Chancen laut Deutschem Wetterdienst gut.

Steuererklärung im Klassenzimmer: Experiment in Baden-Württemberg gestartet

Schülervertreter fordern schon länger, mehr Alltagswissen in der Schule zu vermitteln. In Freiburg und Umgebung startet nun ein Projekt mit Steuerthemen.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.