News aus Baden-Württemberg
Innere Sicherheit: Wieder mehr Gewalt auf Straßen und Plätzen

News aus Baden-Württemberg Innere Sicherheit: Wieder mehr Gewalt auf Straßen und Plätzen

Quelle: Lino Mirgeler/dpa/Symbolbild
dpa

Mord und Totschlag, Raub und Vergewaltigung in der Öffentlichkeit bleiben im Südwesten bittere Ausnahmen. Aber die Fälle nehmen zu. Die FDP fordert vor allem mehr Polizisten.

In Baden-Württemberg hat die Brutalität auf öffentlichen Straßen und Plätzen im vergangenen Jahr erneut zugenommen. Es zeichne sich «insgesamt ein Anstieg der Gewaltkriminalität im öffentlichen Raum ab», teilte das Innenministerium in einer Antwort auf eine Landtags-Anfrage der FDP mit. Sorgen macht den Sicherheitsbehörden vor allem der Anstieg der Zahlen bei der gefährlichen und schweren Körperverletzung und bei den Raubverbrechen. Es seien aber auch mehr Vergewaltigungen, sexuelle Nötigung und schwere sexuelle Übergriffe gemeldet worden, teilte das Ministerium mit. Genaue Zahlen sollen im Sicherheitsbericht aufgelistet werden, der stets im März veröffentlicht wird.

Fast die Hälfte aller in Baden-Württemberg registrierten Straftaten findet im öffentlichen Raum statt, also unter anderem auf Straßen, Wegen oder Plätzen, in Parks oder in der Bahn. Das Ministerium betonte allerdings: «Baden-Württemberg ist eines der sichersten Länder bundesweit.»

Dennoch sind im vergangenen Jahr nach Einschätzung des Ministeriums unter anderem auch mehr Einsatzkräfte angegriffen worden. Die Straftaten gegen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte im öffentlichen Raum waren bereits im Jahr 2022 um 7,9 Prozent auf 2640 Fälle gestiegen, 1513 von ihnen waren verletzt worden (plus 5,3 Prozent), fast alle davon leicht. «Für das Jahr 2023 zeichnet sich erneut eine Zunahme bei den Straftaten gegen Polizeibeamten im öffentlichen Raum sowie bei den hierbei verletzten Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten ab», teilte das Ministerium nun mit.

Bereits im vergangenen Jahr hatten die Fälle von öffentlicher Gewalt um 26,7 Prozent auf ein Fünfjahreshoch zugelegt, insgesamt waren 8995 Fälle registriert worden. Das entspricht laut Sicherheitsbericht einem Anteil von 47,8 Prozent an allen Fällen der Gewaltkriminalität. Die größte Gruppe betrifft die gefährlichen Körperverletzungen (76,5 Prozent). Auch die Zahl der Tatverdächtigen hatte zugenommen. Neun von zehn sind laut Statistik männlich, 56,7 Prozent haben die deutsche Staatsangehörigkeit. Rund 80 Prozent der 11 065 Opfer von Gewaltkriminalität im öffentlichen Raum wurden Opfer einer Körperverletzung mit gefährlichen oder schweren Folgen, 18 von ihnen kamen ums Leben. Jedes fünfte Opfer ist weiblich, sechs von zehn Opfern kennen den Täter oder die Täterin nicht.

Die oppositionelle FDP monierte «die düsteren Aussichten weiter zunehmender Kriminalität». Die innenpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Julia Goll, warf Innenminister Thomas Strobl (CDU) vor, die Kriminalitätsschwerpunkte in den größeren Städten wie Stuttgart, Mannheim und Karlsruhe nicht in den Griff zu bekommen. «Wir nähern uns den Höchstwerten des vergangenen Jahrzehnts», sagte sie. Das Sicherheitsempfinden leide spürbar.

 

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