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Die blau-weiße meinKA-Interview-Reihe: 7 Fragen mit KSC-Torwart-Coach Markus Miller

KSC Die blau-weiße meinKA-Interview-Reihe: 7 Fragen mit KSC-Torwart-Coach Markus Miller

Interview
Quelle: aim

In unserer blau-weißen Interview-Reihe „7 Fragen mit…“ werfen wir einen Blick hinter die Kulissen des KSC. Dabei sprechen wir mit den Spielern über die aktuelle Situation und über persönliche Themen, um die Spieler etwas näher kennenzulernen. Heute im Fokus: Markus Miller.

Du bist seit fast 7 Jahren Torwarttrainer beim KSC, wie happy bist du hier in Karlsruhe und vor allem natürlich auch mit deiner Rolle, denn bei den Spielen bist du teilweise ja fast auf dem Platz?

Markus Miller, Torwarttrainer-KSC: „Ich bin nach wie vor happy hier zu sein. Ich könnte mir aktuell wirklich keinen besseren Verein vorstellen, wo ich meinem Traumjob nachgehen kann. Fußballprofi sein ist auch ein absolutes Highlight, aber jetzt in der kleinen Torwartwelt weiterzuarbeiten, zu entwickeln, mit den Jungs Spaß zu haben, sie besser zu machen – das ist schon was ganz Besonderes.

Vielleicht kann man sagen, dass das meine Berufung ist und von daher bin ich nach wie vor, absolut happy hier zu sein und merke das aber auch von Vereinsseite. Vom KSC herrscht da eine maximale Wertschätzung und in Zusammenarbeit mit Julian Kühn aus der Akademie können wir den Torwartbereich Schritt für Schritt immer weiter voranbringen. Das ist es, wofür man jeden Tag herkommt.“

 

Im Sommer habt ihr mit Max Weiß ein klasse Talent und den Stammtorwart abgegeben, wie schmerzlich ist so ein Transfer als Torwarttrainer und wie sehr bestätigt es gleichermaßen auch deine gute Arbeit, wenn so ein junger Spieler in die Premier League wechselt?

Markus Miller: „Der Kerl ging jeden Tag mit einem riesigen Elan an die Sache ran, wollte sich immer weiterentwickeln. Es macht einen schon stolz, wenn dann auf einmal ein junger Kerl, den man wirklich mehrere Jahre mit begleitet hat, den Weg in die Premier League schafft. Ich glaube schon, dass es auch so ein bisschen Bestätigung ist, dass man nicht ganz so viel falsch macht.“

 

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Mit Hansi Bernat habt ihr einen Nachfolger als Nummer 1 geholt, den hier kaum jemand auf dem Zettel hatte. Wie hast du ihn gescoutet und wie entscheidend war dein Vor-Ort-Besuch?

Markus Miller „Dass für Max ein Markt da war, haben wir sehr früh gewusst und uns deshalb schon im Winter überlegt, was für Optionen da sind und was der Verein will. Der Wunsch war einen jungen deutschen Keeper, der vom Profil ähnlich wie Max ist. Die kann man aber in Deutschland momentan wirklich an einer Hand abzählen und das war dann einfach nicht umsetzbar und kam nicht zustande.

Hansi war dann ein Torhüter, der mir über mein Beraternetzwerk schon im Februar oder März empfohlen worden ist. Da habe ich mir ihn mal über die Videoscoutingportale angeguckt und hatte das Gefühl, er könnte wirklich interessant werden, wenn dann eben das Profil benötigt wird. Danach durfte ich das erste Mal überhaupt, seit ich im Herrenbereich wieder als Trainer tätig bin, Live-Scouting machen und das dann gleich in Sofia. War ein spannender Trip. Aber was ich im Nachgang, also als er dann hier herkam, gemerkt habe, ist, dass ich ganz vieles in seinem Spiel erkennen konnte, wo wir jetzt daran arbeiten. Dadurch hat sich dann herausgestellt, dass dieser Trip auch enorm wichtig war. Es war ein großes Team an der Verpflichtung beteiligt, also es waren Viele im Verein mit involviert. Da kamen auch immer wieder Vorschläge von unseren Scouts und Beratern. Ich habe aber immer wieder gesagt, dass ich im Hansi am meisten Potenzial sehe und bin froh, dass er am Ende den Weg zu uns gefunden hat.“

 

Bernat stand diese Saison schon mehrfach in der Kritik aufgrund seiner teilweise wilden Spieleröffnung, hat allerdings auf der Linie stets überzeugt. Wie versuchst du den Druck von außen von deinen Spielern zu nehmen und wie arbeitet ihr daran?

Markus Miller: „Zum einen ist er sehr druckresistent. Hansi hat auch mit dem Schritt nach Bulgarien bewusst gemacht, um in einem Umfeld zu sein, dass permanent Druck schürt, sozusagen. Es war auch vom Fußball her eine Prüfung für ihn. Dann muss ich schon auch sagen, dass er kein so schlechter Fußballer ist, wie es bei manchen vielleicht ankommt. Er hat einen sehr guten ersten Kontakt und einen Schlag, der sicherlich von der Länge her dem oberen Drittel in der Liga angehört. Letztendlich ist es ein Teamsport, bei dem man sich gegenseitig hilft und wenn alle das machen, was der Cheftrainer vorgibt, machen wir alle weniger Fehler. Dadurch, dass ich selbst im Tor stand und einiges erlebt habe, kann ich mich immer sehr gut in die Lage der Jungs hineinversetzen. Das ist auch das Besondere an meiner Rolle, da ich viel Wert auf Individualtraining mit vielen kleinen Dialogen lege. Für mich ist Hansi schon auf einem guten Niveau, aber immer noch ein junger Kerl, der am Anfang steht und von Woche zu Woche immer besser wird.“

 

Die erste Hälfte der Saison neigt sich ihrem Ende zu. Wie zufrieden bist du mit Hansi und der Mannschaft im Allgemeinen?

Markus Miller: „Mit der Entwicklung von Hansi bin ich sehr zufrieden. Ich hatte von ihm schon ein grobes Bild, bevor er zu uns gekommen ist und wusste, was ich mit ihm trainieren möchte. Wir sind bereits verschiedene Dinge angegangen, in denen er sich verbessert hat und denke aber, dass er nach wie vor in allen Bereichen Potenzial und Luft nach oben hat. Trotzdem ist er schon auf sehr hohem Niveau und wir arbeiten jeden Tag weiter daran, dass es weiterhin so gut vorangeht. In den letzten paar Spielen haben wir zwar zu viele Tore kassiert, aber ich denke, dass wir ohne ihn vielleicht noch mehr bekommen hätten. Jetzt müssen wir schauen, dass wir diese Quote in den kommenden Spielen runterschrauben und dann kommt auch der Erfolg zurück.“

 

Wohin möchtest du dich persönlich noch entwickeln und was sind deine Ziele, sei es Bundesliga, international, oder bist du einfach happy beim KSC?

Markus Miller: „Es gab im Sommer eine Anfrage aus der Bundesliga, aber da war mir sehr schnell klar, dass ich die ablehne, weil ich mich hier einfach wohlfühle und für mehrere Jahre verlängern durfte. Eigentlich habe ich zwei Träume, von deinen einer vielleicht ein bisschen realistischer ist. Ich will hier mit dem KSC nochmal am Marktplatz auf dem Rathausbalkon stehen und den Aufstieg in die erste Liga feiern. Das durfte ich als Spieler erleben und das wäre als Trainer nochmal ein absolutes Highlight. Mit Hannover durfte ich zwei Jahre in Europa spielen und viel reisen, was nochmal etwas ganz anderes war. Das nochmal zu erleben und bewusster wahrzunehmen als aus Spielerperspektive, wäre etwas ganz Besonderes. Wenn zumindest einer der beiden Träume mit dem KSC klappen würde, dann wäre ich schon sehr froh.“

 

Als Torwarttrainer bist du in sehr vielen Bereichen involviert und beschäftigst dich nicht nur auf dem Platz mit den Jungs. Was fällt alles in deinen Aufgabenbereich?

Markus Miller: „Ich bin im Fußball so groß geworden, dass es zum Beispiel keine Feiertage mehr gibt und keine Wochenenden. Abends um elf kann es auch mal sein, dass ein Berater noch irgendwelche Talente schickt. Letztendlich ist natürlich klar: Mein Thema ist das Torwarttraining, über das ich mir Gedanken mache. Der Inhalt des Trainings ist dann auch wieder ein bisschen von der Philosophie abhängig – also davon, welche Vorlieben der Torwarttrainer hat und welches Auge er auf die einzelnen Torhüter wirft. Der Athletikbereich ist bei uns sehr gut abgedeckt, was die torwartspezifische Athletik angeht, sodass ich den Fokus auf Technik und Taktik legen kann. Das heißt, wir machen ganz, ganz viel, was meine Philosophie angeht:

die wichtige Balance, das richtige Timing, die richtige Positionierung und das maximale Tempo. Ich versuche außerdem, so viele scharfe Bälle wie möglich einzubauen, damit es so spielnah wie möglich ist. Dann geht es weiter mit Video- und Trainingsanalysen: Wie war im Prinzip dieses Techniktraining? Da filme ich die Jungs ab und zu selbst und analysiere dann diese Videosequenzen – auch an Spieltagen. Dann kommt natürlich die Gegnervorbereitung. Wir schauen gemeinsam welche Elfmeter geschossen wurden, wer die Elfmeterschützen sind, wohin die Ecken geschossen werden, wer die Freistöße ausführt.

Unter der Woche versuchen wir dann schon ein bisschen zu simulieren, was auf sie zukommt. Wenn das Spiel vorbei ist, gibt es Videoanalysen: einmal, was den Spielaufbau angeht, und dann verschiedene Videoperspektiven. Das heißt einmal die Totalen für den Spielaufbau, dann die Fernsehbilder und eben torwartspezifische Sequenzen und dazu werden dann die entsprechenden Analysen gemacht. Wichtig ist zudem, permanent up to date zu sein, was auf dem Torwartmarkt passiert – welche Talente es gibt und wo vielleicht in ein, zwei Jahren Handlungsbedarf bestehen könnte.

Mit den Torwarttrainern der Akademie gibt es immer wieder kurzen Austausch darüber, worauf wir Wert legen und welche Dinge von oben vielleicht nach unten weitervermittelt werden können. Es gibt sicher ein, zwei Sachen, die ich jetzt gar nicht auf dem Schirm habe, weil sie einfach automatisch über die Woche verteilt ablaufen. Von daher ist es für einen Torwarttrainer schon wichtig, einen Schreibtisch, einen Computer und zwei riesige Whiteboards zu haben, auf denen man einiges notieren kann.“

 

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