News aus Baden-Württemberg
Japankäfer in Basel gefunden – Baden-Württemberg handelt

News aus Baden-Württemberg Japankäfer in Basel gefunden – Baden-Württemberg handelt

Quelle: Uli Deck/dpa
dpa

Der Japankäfer frisst Felder leer oder Bäume kahl. Nach Funden in Basel ist das Nachbarland Baden-Württemberg alarmiert – und handelt.

Der aus Asien stammende Käfer fällt wie eine biblische Plage über Obstplantagen, Weinberge, Wälder, Grünanlagen und Gärten her und frisst alles kahl: Nach dem Fund mehrerer Exemplare der schädlichen Japankäfer in Basel wird es auch für Baden-Württemberg ernst. Nach Angaben des Landwirtschaftlichen Technologiezentrums Augustenberg in Karlsruhe hat sich die Bedrohungslage für den Südwesten damit deutlich verschärft. Es würden erste Maßnahmen ergriffen. In einigen grenznahen Regionen in Südbaden werden zusätzliche Käferfallen aufgebaut, das Monitoring wird intensiviert und Grüngut darf aus dem Bereich einer Pufferzone nur noch herausgebracht werden, wenn sichergestellt ist, dass damit keine Käfer transportiert werden.

Pufferzonen gegen den Schädling

Die Europäische Union hat den Japankäfer (Popillia japonica) als einen Schädling eingestuft, der besonders starke Schäden verursachen kann. Das Tier ist in der Schweiz und in der EU meldepflichtig. In einem Umkreis von einem Kilometer um Käferfunde wird eine Befallszone ausgewiesen und zusätzlich eine Pufferzone von fünf Kilometern. In dieser Pufferzone liegen dem Landwirtschaftlichen Technologiezentrum zufolge auch Teile der Gemeinden Grenzach-Wyhlen und Weil am Rhein (Kreis Lörrach). Das Ziel: verhindern, dass weibliche Käfer Eier ablegen.

Schon eine Population in Basel?

Vor wenigen Tagen hat der Pflanzenschutzdienst in Basel an zwei Orten mehrere Japankäfer in Lockstofffallen gefunden. Vor rund einem Jahr war in der Nähe von Zürich und rund 15 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt die erste Population des eingeschleppten Schädlings nördlich der Alpen entdeckt worden. Die Japankäfer in Basel sind nun laut Landwirtschaftlichem Technologiezentrum die zweite Population auf der Alpennordseite – direkt vor den Toren Baden-Württembergs.

Überwachung mit Lockstofffallen

Der Pflanzenschutzdienst hat in Baden-Württemberg zur Überwachung des Japankäfers entlang der Hauptverkehrswege 55 Lockstofffallen installiert. Seit 2022 wird das Stadtgebiet in Weil am Rhein mit 12 Lockstofffallen überwacht. In den Jahren 2022 und 2023 ging dort je ein Käfer in die Falle. Es wird vermutet, dass die Tiere mit dem Fahrzeugverkehr aus Italien oder dem Tessin eingeschleppt wurden.

Blättergerippe und braune Flächen

Der gebietsfremde Japankäfer besitzt den Fachleuten zufolge ein enormes Schadpotenzial für den Obst- und Pflanzenbau, aber auch für den Forst und für Hausgärten. An Bäumen bleiben demnach oft nur die Gerippe der Blätter zurück; Pflanzen werden stark geschwächt oder können absterben. Große Schäden können auch die Larven auf Wiesen und Rasenflächen anrichten: Die Käferlarven fressen Graswurzeln und hinterlassen braune Flächen mit abgestorbenen Pflanzen.

Verwechslung mit Rosenkäfer möglich

Der Japankäfer ist nur etwa einen Zentimeter groß, hat einen metallisch glänzenden grünen Kopf und braune Flügel. Auffallend sind fünf weiße Haarbüschel an jeder Hinterleibseite und zwei weiße Haarbüschel am Ende des Hinterleibs. Verwechselt wird der Japankäfer oft mit dem Gartenlaubkäfer oder dem größeren Rosenkäfer – heimischen Arten, die den Experten zufolge aber keine nennenswerten Schäden verursachen.

Jeder muss mithelfen

Um eine Ansiedlung des Japankäfers zu verhindern, sind die Fachleute auf die Hilfe der Bevölkerung angewiesen: Wird ein solcher Käfer gesichtet, soll er eingefangen, eingefroren und fotografiert werden. Das Foto soll mit Angabe des Fundortes geschickt werden an: Pflanzengesundheit-kaefer@ltz.bwl.de.

Invasive Arten haben hierzulande in der Regel keine natürlichen Feinde. Deshalb können sie große Schäden anrichten.

 

Weitere Nachrichten

Flughafen Stuttgart erwartet wieder rote Zahlen

2025 schrieb der Stuttgarter Flughafen wieder schwarze Zahlen, nun droht erneut ein Minus. Chef Ulrich Heppe nennt mehrere Gründe - einer davon liegt für ihn direkt in Deutschland.

Millionen-Vorhaben: Bodensee soll erste Elektro-Fähre bekommen

Batterien statt Diesel: Die Stadtwerke Konstanz möchten eine ihrer Bodensee-Autofähren umrüsten und neue Ladepunkte schaffen. Das Vorhaben kostet Millionen - ist aber noch nicht in trockenen Tüchern.

Modellversuch: Schüler sollen mehr Mitsprachemöglichkeiten bekommen

Junge Menschen kritisieren, über ihre Köpfe hinweg werde Politik gemacht. Um sich Gehör zu verschaffen, geht die Gen Z auf die Straße. Für Baden-Württembergs Schüler könnte sich bald etwas ändern.

Arbeitslosigkeit in Baden-Württemberg sinkt leicht

Die Arbeitslosenquote in Baden-Württemberg ist leicht gesunken. Besonders für junge Menschen bleibt die Lage angespannt.

Neue Doppelstockzüge in Baden-Württemberg kommen erst 2028

156 neue Züge hat der Südwesten bestellt, doch Produktionsprobleme und das Zulassungsverfahren bremsen Alstom aus. Der Hersteller arbeitet an einem Ersatzkonzept – was ist bisher bekannt?






















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.