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Klassische Reitkunst in Karlsruhe erhalten: Sparpläne der Stadt treffen Neindorff-Institut

Nachrichten Klassische Reitkunst in Karlsruhe erhalten: Sparpläne der Stadt treffen Neindorff-Institut

Quelle: Melanie Hofheinz

Im Karlsruher Reitinstitut fand am 11. Oktober 2025, die jährliche Herbstveranstaltung statt: Seit 1954 wird im denkmalgeschützten Reithaus zu Veranstaltungen der klassischen Reitkunst geladen. Wurde das Event nun zum letzten Mal hier veranstaltet?

Herbstveranstaltung im Reithaus

Am Samstagabend, 11. Oktober 2025, wurde im denkmalgeschützten Reithaus der Egon von Neindorff-Stiftung zu klassischer Musik „getanzt“: Pferde unterschiedlicher Rassen zeigten ihr beeindruckendes Können in Dressurlektionen, Schulen über der Erde, der Arbeit an der Hand und mehr.

Höhepunkt des Abends war die „Quadrille“ bestehend aus vier weißen Pferden: Traditionell wird mit einer Kür der Schimmel die Veranstaltung beendet.

 

Die „Quadrille“ bestehend aus vier weißen Pferden.| Quelle: Melanie Hofheinz

 

Ein „weißes Ballett“ in Karlsruhe

Optisch erinnert dieses Bild an die Lipizzaner der Spanischen Hofreitschule in Wien. Doch während in Wien das „weiße Ballett“ eine große Touristenattraktion ist, hat das Karlsruher Reitinstitut seinen Fokus vermehrt auf die Schulung von Pferd sowie Reiter im Sinne der klassischen Reitlehre gelegt – weniger auf die „große Showbühne“.

Bekannt ist das Karlsruher Reitinstitut dennoch weit über die Karlsruher Grenzen hinaus.

 

Egon von Neindorff in Karlsruhe

1949 kam Egon von Neindorff nach Karlsruhe und erfuhr mit dem gegründeten Reitinstitut nationale und internationale Anerkennung – unter anderem wurde ihm für seine Arbeit das Bundesverdienstkreuz verliehen. Auch ist die klassische und deutsche Reitlehre 2009 zum immateriellen Kulturerbe ernannt worden.

Das Reitinstitut in Karlsruhe gilt daher seit Jahrzehnten als historisches und kulturelles Aushängeschild. Wenig nachvollziehbar sind daher die aktuellen Sparpläne der Stadt Karlsruhe, welche das Institut und damit dessen Zukunft direkt betreffen.

 

Zukunft des Reitinstituts ist unsicher

„Die Stadt muss sparen – der Zuschuss für unser Institut soll gestrichen werden. Wir bestreiten von diesem Zuschuss sowohl die Pacht an die Stadt als auch die Bauerhaltung – das ist existenzbedrohend“, erklärte Herr Prof. Christoph Schneider-Harpprecht, der die Herbstveranstaltung moderierte.

Der wohl bald wegfallende Zuschuss der Stadt belaufe sich wohl auf rund 60.000 Euro pro Jahr:

„Wir werden vermehrt Sponsoren brauchen und suchen – wenn beispielsweise 60 Menschen pro Jahr 1.000 Euro an das Institut spenden – dann hätten wir eine Chance weiterzuexistieren“, so Herr Prof. Christoph Schneider-Harpprecht.

Zur aktuellen Spendenaktion.

 

Info: Einsparungen Doppelhaushalt 2026/2027

Für den anstehenden Doppelhaushalt 2026/2027 müsse die Stadt Karlsruhe mindestens 80 Millionen Euro im Jahr zusätzlich sparen. Wie das gehen soll, zeige die „Liste des Grauens“: Insgesamt 367 Einsparvorschläge habe die Verwaltung in einer Informationsvorlage dem Gemeinderat aufgelistet.

Damit gehe man nun in die Debatte. Die eigentliche Diskussion erfolge bis Dezember in den Gremien. Rund 70 Millionen Euro für 2026 und etwa 75 Millionen Euro für 2027 decken die Vorschläge ab.

Bis November erarbeitet die Verwaltung noch weitere Einsparvorschläge. Welche Sparmaßnahmen eine Mehrheit finden, entscheide der Gemeinderat in seinen Beratungen vom 16. bis 18. Dezember 2025.

 

 

 

Fotogalerie | Impressionen der klassischen Reitkunst in Karlsruhe

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