News aus Baden-Württemberg
Könnten wegen Rhein-Niedrigwasser auch Züge ausfallen?

News aus Baden-Württemberg Könnten wegen Rhein-Niedrigwasser auch Züge ausfallen?

Quelle: Federico Gambarini
dpa

Im Mittelrheintal liegt eine für die Schifffahrt neuralgische Engstelle. Dort nimmt die Tiefe der Fahrrinne wegen der Trockenheit weiter ab, Schiffe können weniger zuladen. Könnte das auch Schiene und Straße im Südwesten belasten

Das zum Teil rekordverdächtige Niedrigwasser am Rhein könnte aus Sicht des FDP-Verkehrsexperten Christian Jung auch den Bahnverkehr belasten. Bei einem niedrigen Pegelstand wie in diesen Tagen sei an einigen Stellen keine Schifffahrt mehr möglich. «Die Kraftwerke am Rhein und die Ölraffinerie MiRO in Karlsruhe sitzen buchstäblich auf dem Trockenen», sagte Jung am Freitag. Wo es möglich sei, müsse mit der Bahn angeliefert werden. «Dies führt wegen der völlig unterdimensionierten Schieneninfrastruktur zu deutlichen Verspätungen oder gar Zugausfällen im Fern- und Nahverkehr», warnte der Oppositionspolitiker. Auch der Lastwagenverkehr könne zunehmen.

Die Deutsche Bahn widersprach der Darstellung des Liberalen. Der niedrige Wasserstand des Rheins habe derzeit keine gravierenden Auswirkungen auf das Unternehmen und seine Tätigkeit. Die Versorgungssicherheit beim Transport von Gütern sei wie in der Vergangenheit im Rahmen der vorhandenen Kapazitäten gewährleistet.

Auch die MiRO (Mineraloelraffinerie Oberrhein) in Karlsruhe, nach eigenen Angaben Deutschlands größte Raffinerie, sieht allerdings derzeit keine Probleme. Die 14 Millionen Tonnen Rohöl jährlich kämen fast gänzlich über eine Pipeline aus Italien nach Karlsruhe – derzeit völlig ungestört, sagte eine Sprecherin. Für die Gesellschafter – Phillips 66, Esso, Rosneft und Shell – sei der Abtransport der verarbeiteten Produkte allerdings schwieriger.

Im vergangenen Jahr seien 61 Prozent der Produkte wie Benzin, Diesel, Heizöl, Propylen und Bitumen auf der Straße abtransportiert worden, 23 Prozent per Schiff und 14 Prozent per Bahn. «Aktuell gibt es einen Trend zu weniger Schiff und mehr Straße», sagte die Sprecherin mit Blick auf das Niedrigwasser. Die Bahn äußerte sich zunächst nicht.

Nach Angaben der Hochwasservorhersagezentrale (HVZ) geht der Wasserstand am Bodensee sowie an vielen Flüssen und Bächen weiter zurück. Am Freitag wurde am Pegel Konstanz mit 310 Zentimetern der drittniedrigste Stand an einem 12. August seit 1850 gemessen. Weiterhin liegen an rund 85 Prozent der Kennwertpegel in Baden-Württemberg die Wasserstände unterhalb des niedrigsten Wasserstandes in einem durchschnittlichen Jahr.

Auch der für die Schifffahrt auf dem Rhein wichtige Pegelstand bei Kaub in Rheinland-Pfalz ist am Freitag weiter gesunken. Er lag nach Angaben der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung am Morgen bei 42 Zentimetern und damit rund 5 Zentimeter niedriger als zum gleichen Zeitpunkt des Vortags. Laut Prognose der Behörde könnte noch am Freitag die Marke von 40 Zentimetern fallen.

Vor allem die Fracht- und Personenschiffe kämpfen seit Wochen mit dem Niedrigwasser. Die Binnenschiffer müssen bei ihrer Ladung den Tiefgang des Schiffes beachten. Bei niedrigen Wasserständen können sie weniger Fracht befördern – und irgendwann wird der Transport unwirtschaftlich. Auf dem Rhein können Frachtschiffe derzeit nur noch 30 bis 40 Prozent ihrer üblichen Ladung transportieren.

 

Weitere Nachrichten

Nach Durststrecke: Maschinenbauer melden kleines Auftragsplus zum Jahresauftakt

Nach drei Jahren Flaute gibt es für Baden-Württembergs Maschinenbauer erste Lichtblicke. Warum die wichtige Branche dennoch vorsichtig bleibt.

Reifenpanne wohl Auslöser für Lkw-Brand im Tunnel

Ein Defekt am Reifen könnte den Brand eines Lastwagens im Engelbergtunnel ausgelöst haben. Die Schäden sind so groß, dass die Weströhre vorerst gesperrt bleibt.

Autobesitzer aufgepasst: Saharastaub legt sich auf Südwesten

Am Wochenende gelangt ein wenig Saharastaub nach Baden-Württemberg. Autofahrer sollten deshalb vielleicht lieber nach dem Wochenende in die Waschanlage fahren.

Wieder spürbares Erdbeben in Baden-Württemberg

Es ist schon das zweite spürbare Beben in einer Woche. Wo die Erde in Baden-Württemberg erneut wackelte.

Bei Amazon verkauft: Amt warnt vor Honigpaste mit verstecktem Viagra-Wirkstoff

Honigpaste im Internet gekauft? Möglicherweise steckt dort ein Potenzmittel drin - und das ohne Hinweis, warnt das Landratsamt Tübingen. Was Verbraucher über das betroffene Produkt wissen müssen.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.