Arbeiten sollen möglichst ungebremst weitergehen
Kombilösung Karlsruhe – Corona-Pandemie hat auch Auswirkungen auf Bauarbeiten

Arbeiten sollen möglichst ungebremst weitergehen Kombilösung Karlsruhe – Corona-Pandemie hat auch Auswirkungen auf Bauarbeiten

Quelle: Kasig

Homeoffice ist hier nicht möglich: Die Arbeiter auf den Baustellen der Karlsruher Kombilösung sind weiterhin in der Stadt mit dem Bau des Jahrhundert-Projekts beschäftigt. Doch auch hier werden Vorkehrungen getroffen.

Optimierung des Bauablaufes für den Krisen-Fall

Es ist schwer, den Verlauf der Corona-Pandemie vorherzusagen – auch für die Verantwortlichen der Kombilösung Karlsruhe. So macht das Virus auch vor den Arbeitern, Handwerkern und Ingenieuren nicht Halt. Dennoch soll der Zeitplan mit den Fertigstellungen der beiden Teilprojekte im kommenden Jahr eingehalten werden. „In beiden Teilprojekten der Kombilösung laufen derzeit die Arbeiten – Arbeitsabläufe und die Zusammenstellung von Arbeitskolonnen werden jetzt beispielsweise tagesaktuell geregelt“, heißt es in der Pressemeldung der Kombilösung Karlsruhe am Freitag, 27. März 2020. Durch Optimierungen soll gewährleistet sein, dass die Arbeiten ungebremst weiterlaufen können.

 

Oberbürgermeister macht sich ein Bild vom Kombilösung-Baustand

Sichtbare Fortschritte macht zwischenzeitlich die Oberfläche der Kriegsstraße: Zu Beginn der Woche wurden hier die ersten 18 Bäume für den künftigen Boulevard gepflanzt. Insgesamt sollen mal 343 Bäume zwischen der Henriette-Obermüller-Straße und dem Karlstor stehen. Am Donnerstag, 26. März 2020, haben sich Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup – zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (KASIG) – und Bürgermeisterin Bettina Lisbach den „Neustart“ der Kriegsstraße vor Ort angeschaut. „Die Innenstadt wird auch gestalterisch von der Kombilösung profitieren: Das noch vor 50 Jahren an der damals umgestalteten Kriegsstraße gepflegte Ideal von der autogerechten Innenstadt wird hier vollständig gedreht. Karlsruhe erhält eine oberirdisch lebenswerte Ost-West-Achse mit Straßenbahnen und sehr viel Grün, der Autoverkehr spielt sich zu einem erheblichen Teil unter der Erde ab. Fußgänger und Radfahrer haben den Platz, den sie benötigen“, so der Oberbürgermeister.

 

Baumpflanzung in der Kriegsstraße

Erfreut von der ersten Baumpflanz-Aktion zeigten sich Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup und Bürgermeisterin Bettina Lisbach. | Quelle: Kasig

 

Ab Frühjahr 2022, also rund wenige Monate nach der Inbetriebnahme des Kriegsstraßentunnels, sollen alle Bäume gepflanzt sein und nahezu durchgängig die vier Baumreihen bilden, die die Kriegsstraße zum innerstädtischen Boulevard werden lassen. Zwei Baumreihen stehen jeweils an den äußeren Rändern der oberirdischen Fahrbahnen, die zwei anderen rechts und links der in der „neuen“ Kriegsstraße mittig verlaufenden Gleistrasse. Fünf verschiedene Baumarten werden dann dort stehen: Insgesamt werden 41 Winterlinden, 198 Silberlinden, 83 Dreizahn-Ahorn, elf Platanen und 10 Paulownien gesetzt.

 

Arbeiten am Tunnelrohbau laufen weiter

Voraussetzung für die Pflanzungen ist dabei natürlich die Fertigstellung des Umbaus, bei dem nun einige Ziele in näherer Zukunft angepeilt werden. Am Karlstor soll so Mitte April, am Donnerstag, 16. April 2020, die Hilfsbrücke mit einem Kran eingebaut werden, welche die nächste Zeit die Querung der Baugrube ermöglichen soll. Anders sieht es für Autofahrer aus: Diese können die Baugrube ab Dienstag, 31. März, nicht mehr überqueren. Stattdessen muss ein Umweg über einen „Wender“ auf Höhe der Hirschstraße und auf Höhe der Ritterstraße in Kauf genommen werden. Ab 20. April und bis September können dann auch keine Bahnen mehr über die Kreuzung am Karlstor fahren.

 

Kombilösung in der Kriegsstraße

Westlich vom Karlstor wird die Fußgängerhilfsbrücke bald auf die alten Rampenwände (links) gelegt. | Quelle: Kasig

 

Erst wenn Fußgänger, Autofahrer aber auch die Bahnen ihren Platz am Karlstor geräumt haben, kann hier so richtig mit den Arbeiten gestartet werden. Dazu zählt unter anderem der Abriss der alten Unterführung, die rund 50 Jahre lang die Autos unter der Kreuzung durchgeführt hat. Nur die Tunnelrampe wird „überleben“ und in den künftigen Tunnel integriert werden. Zudem werden am Karlstor Bohrpfähle in den Boden gerammt, welche die Baugrube stabilisieren sollen. Erst dann kann die Erde ausgehoben werden.

 

Tunnelbaustelle schließt bald die Lücke

Auf der Ostseite des Baufelds W1 zwischen Ritterstraße und Karlstor ist das alles schon geschehen: Hier geht der Erdaushub in die Endphase, stellenweise wird sogar schon am Tunnel selbst gebaut. Der Tunnel im Bauabschnitt W2 ist bereits fertiggestellt. Etwas weiter in Richtung Osten sind die Arbeiten noch nicht so weit: In den Baufeldern W3 und W4 zwischen Lammstraße und Ettlinger Tor wächst derweil der Tunnelrohbau weiter in die Länge und in die Höhe. Noch weiter in Richtung Osten, auf der anderen Seite der Kreuzung am Ettlinger Tor im Baufeld O5 wird die Baugrube weiter ausgehoben und auch hier noch Teile der alten Unterführung abgebrochen.

 

Bauarbeiten am Ettlinger Tor

Ein Bagger beseitigt die alten Rampenwände östlich vom Ettlinger Tor. | Quelle: Kasig

 

Wer dann weiter in Richtung Osten geht, gelangt zu den Baufeldern O4 und O3 zwischen Staatstheater und Mendelssohnplatz. Auch hier ist der Ingenieurbau zu sehen, also der Bau des Tunnels selbst. Es muss nur noch wenige Erde ausgehoben werden. Fertig ist der Tunnelrohbau schon in den Baufeldern O2 und O1 sowie die Tunnelrampen in der Ludwig-Erhard-Allee. Im Rohbau werden nun Schlitzrinnen für das Abwasser und Notwege angelegt. An der Oberfläche ist neben der Baumpflanzung auch der Bau der Oberfläche zwischen Kapellenstraße und Mendelssohnplatz im Gange.

 

Im Bahntunnel der Kombilösung läuft der Innenausbau

Der Rohbau für den Bahntunnel unter der Kaiserstraße zwischen Gottesauer Platz und Mühlburger Tor mit dem Südabzweig vom Marktplatz in die Ettlinger Straße ist bereits seit geraumer Zeit fertig – hier läuft der Innenausbau auf Hochtouren. Am Durlacher Tor zum Beispiel sind die Arbeiten schon so weit, dass das Gerüst in der Haltestelle abgebaut werden konnte, über das die Decken- und Wandverkleidung montiert wurde. Hier wird nun an der Beleuchtung gearbeitet. Ist dieser Schritt erledigt, dann kommt die Oberleitung für die Bahnen in die Tunnelröhre und die Haltestelle. Diese Schritte wiederholen sich in den restlichen Haltestellen über die Haltestellen Kronenplatz, Lammstraße und Europaplatz und dann von der Haltestelle Marktplatz aus nach Süden durch die Haltestellen Ettlinger Tor und Kongresszentrum.

Parallel dazu sind die Arbeiter mit dem Einrichten der Betriebsräume und den Flächen, auf denen später die Fahrgäste unterwegs sind, beschäftigt. Wie vielfältig die Arbeiten sind, zeigt ein Blick auf die unterschiedlichen Gewerke: Täglich sind hier Elektriker, Installateur, Maurer und Trockenbauer in den Haltestellen und den Tunnelabschnitten unterwegs.

 

Die Rauschutzverglasung wird in der Haltestelle Lammstraße montiert.

Die Rauschutzverglasung wird in der Haltestelle Lammstraße montiert. | Quelle: Kasig

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