Ausflugstipp
Kraichgau – die eindrucksvolle Hügellandschaft nahe Karlsruhe

Ausflugstipp Kraichgau – die eindrucksvolle Hügellandschaft nahe Karlsruhe

Quelle: Pixabay

Die Hügellandschaft Kraichgau wird vom Odenwald, Schwarzwald und der Oberrheinischen Tiefebene begrenzt. Der Kraichgau – wegen der malerischen Ortschaften und des milden Klimas auch „badische Toskana“ genannt – zählt zu den ältesten Siedlungsgebieten Europas.

Kraichgau – eine Hügellandschaft nahe Karlsruhe

Der Kraichgau erstreckt sich über 1.630 Quadratkilometer und liegt in den Landkreisen Karlsruhe und Heilbronn, dem Enzkreis, dem Rhein-Neckar-Kreis und dem Neckar-Odenwald-Kreis. Im Norden begrenzt der Odenwald, im Süden der Schwarzwald und im Westen die Oberrheinische Tiefebene die Hügellandschaft Kraichgau. Im Osten sind der Stromberg und Heuchelberg die Begrenzungen.

Der Kraichgau besteht aus Hügeln, Feldern, Weinbergen, Wäldern, Ortschaften und Streuobstwiesen.
Die größten Städte im Kraichgau sind Sinsheim, Eppingen, Bad Rappenau, Bretten und Bruchsal. Es gehören aber noch zahlreiche Dörfer in den Kraichgau. Die größeren Gemeinden sind Walzbachtal, Knittlingen, Östringen, Oberderdingen, Rauenberg, Dielheim, Mühlhausen, Waibstadt und Schwaigern. Auch die Gemeinden Pfinztal, Kraichtal, Walzbachtal und Angelbachtal gehören zu der Hügellandschaft.

Michaelsberg bei Bruchsal. | Quelle: Schlosser Fotografie

 

Die Flüsse und Berge im Kraichgau

Durch das Kraichgau fließen zahlreiche Gewässer. Das namensgebende und bedeutendste Fluss ist der Kraichbach. Sein Ursprung liegt bei Sternenfels und mündet in den Rhein bei Ketsch. Ebenfalls durch den Kraichgau fließt die Elsenz, die bei Eppingen entspringt und in den Neckar mündet.

Weitere Fließgewässer sind die Pfinz, Saalbach, Leimbach, Walzbach, Grombach, Katzbach, Lein und Schwarzbach.
Die höchste Erhebung im Kraichgau ist der Steinsberg in der Nähe von Sinsheim. Auf 333 Metern über Normalnull steht die Burg Steinsberg auf dem Burgberg, der vulkanischen Ursprungs ist. Bekannter sind, wenn auch nicht direkt im Kraichgau gelegen, aber die Landschaft eingrenzend, der Stromberg und der Heuchelberg.

 

Namensherkunft und Geschichte des Kraichgaus

Das Flüsschen Kraichbach hat dem Kraichgau seinen Namen gegeben. Das keltische Wort „Craich“ bedeutet Lehm oder Schlamm und beschreibt die Lössböden im Kraichgau. Das germanische Wort „Kraich“ bedeutet so viel wie gewundener Bach. „Gau“ beschreibt ein waldfreies Gebiet mit Ackerbau.

Entstehung und Geschichte des Kraichgaus

Entstanden ist das Gebiet vor zirka 65 Millionen Jahren aus einer großen Mulde, die zwischen dem Odenwald und dem Schwarzwald einsank, als diese Gebirge sich hoben. Die heute knapp 30 Zentimeter tiefe Lössschicht des Kraichgaus stammt aus der Eiszeit. Die klimatischen Bedingungen und der fruchtbare Boden machten den Kraichgau zur Kornkammer Süddeutschlands.

Im Kraichgau lebte vor 500.000 Jahren der Homo heidelbergensis, ein entfernter Verwandter des heutigen Menschen. 1907 fand man die Überreste eines Unterkiefers in Mauer, was belegte, dass der Kraichgau zu den ältesten Kulturräumen Europas zählt.  Auch während der Jungsteinzeit und der Bronzezeit gab es im Kraichgau zahlreiche Siedlungen, die durch Funde belegt sind. Auch die Helvetier, ein keltischer Stamm hinterließ hier seine Spuren.

 

Römer Germanen und Franken

Die nachhaltigsten Spuren wie zum Beispiel die höchste Jupitergigantensäule Süddeutschlands in Steinfurt, hinterließen jedoch die Römer. Nach ihnen siedelten Germanenstämme und hiernach die Alemannen, die den Franken weichen mussten, im Kraichgau. 769 erwähnte man den Kraichgau als fränkische Gaugrafschaft im Lorscher Codex erstmals urkundlich. Nach mehreren Herrschaftswechseln, zerstörte der Dreißigjährige Krieg das Land und auch die Folgen der Reformation und diverse Erbfolgekriege sowie die Pest hinterließen ihrerseits Spuren.

Mitte des 19. Jahrhunderts bezeichnete der Begriff Kraichgau dann nur noch die Region um den Amtsbezirk Bruchsal. Der übrige Naturraum hieß Enz-, Pfinz- und Kraichgauer Hügelland, Neckarplateau oder Neckarhügelland. Erst ab 1900 bezeichneten die Geografen Metz und Ratzel das gesamte Gebiet zwischen Neckar, Rhein und Enz als Kraichgau. Diese Bezeichnung übernahm das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung bei der Raumgliederung der Bundesrepublik Deutschland zwischen 1957 und 63.

 

Impression vom Peter-und-Paul-Fest in Bretten im Kraichgau. | Quelle: Oliver Keller

 

Tourismus, Wanderungen & Badische Weinstraße

Der Kraichgau, das „Land der tausend Hügel“, hat auch den Touristen sehr viel zu bieten. Zum Beispiel eine Wanderung oder ein Radtour durch die tausend Hügel, die Blumenwiesen, vorbei an Streuobstwiesen, über Felder und durch malerische Dörfer mit alten Fachwerkhäusern oder Verteidigungsanlagen und Burgen – all das bietet der Kraichgau.

 

Wanderungen – Kraichgau-Stromberg

Wer sich auf eine Wanderung begeben will, dem bietet die Touristikgemeinschaft HeilbronnerLand eine breite Auswahl an speziellen Wandertouren an. Gleich neun verschiedene Touren mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Schwierigkeitsgraden zeigt die Touristikgemeinschaft auf.

Insgesamt lässt sich aber auf über 100 verschiedenen Touren der Kraichgau erkunden. Nicht ohne Grund trägt der Kraichgau auch den Sitznamen – Land der 1000 Hügel.

Am bekanntesten sind hier sicherlich die Wanderungen am Stromberg. Der bis zu 477 Meter hohe Höhenzug grenzt mit dem Heuchelberg im Osten das Kraichgau zum Zabergäu ab. Stromberg und Heuchelberg sind Teil des Naturparks Stromberg-Heuchelberg.

Der Höhenzug liegt überwiegend im Landkreis Ludwigsburg und dem nordöstlichen Enzkreis. Seine Nordausläufer gehen in die Landkreise Karlsruhes und Heilbronns. Wanderer können hier Kloster und Burgruinen auf den diversen Erhebungen wie zum Beispiel dem Michaelsberg, dem Schlierkopf oder dem Eselsberg und dem Großen Saukopf besichtigen. Ob Wälder, Weinberge oder Hügel, die Naturliebhaber kommen im Kraichgau definitiv auf ihre Kosten.

 

Die Badische Weinstraße

Wein gehört einfach zu Baden dazu. Speziell auf den 1.000 Hügeln des Kraichgaus liegen zahlreiche Weinberge und Weinlandschaften. Eine wunderschöne Variante die Weinregion kennenzulernen ist das Fahren auf der Badischen Weinstraße, die seit 1954 durch die Weinregion führt.

Auf der Genussroute, die selbstredend auch durch den Kraichgau führt, liegen Weinmuseen, malerische Weindörfer mit ausgezeichneter Gastronomie und Weinfesten, Weinberge, Täler und eine beeindruckende Natur.
Ob Weinwanderungen, Verkostungen oder Feste – der Wein hat auf dieser Straße oberste Priorität.

 

Symbolbild | Quelle: Pixabay

 

Ironman im Kraichgau – Triathlon-Veranstaltung

Was wäre besser geeignet für einen Triathlon, als das „Land der 1.000 Hügel“. Das haben sich auch die Organisatoren des Ironman 70.3 Kraichgau gedacht und ziehen jährlich viele Teilnehmer und Zuschauer an.
Zunächst geht es für die Teilnehmer des Ironman ins kühle Nass. Im Hardtsee in Ubstadt-Weiher steht eine 1,9 Kilometer lange Schwimmrunde auf dem Plan.

Im Anschluss heißt es „rauf aufs Fahrrad“. Auf der anspruchsvollen 90 Kilometer mit 1.130 Höhenmetern verlaufenden Radstrecke durch die Kraichgauer Landschaft messen sich die Teilnehmer auf kleinen Anstiegen und schnellen Streckenabschnitten. Der Start liegt in Ubstadt-Weiher, ein Highlight ist sicherlich der Anstieg auf den Schindelberg bei Östringen. Die Zieleinfahrt ist dann in Bad Schönborn.

Hier startet dann die 21,1 Kilometer lange Laufstrecke. In drei Runden werden die 21,1 Kilometer von Bad Schönborn nach Bad Langenbrücken und wieder zurück zu Fuß bewältigt.

 

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