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KSC-Sportchef Kreuzer im Interview: „Mussten uns ein Stück weit neu erfinden“ | Teil II

meinKA-Interview KSC-Sportchef Kreuzer im Interview: „Mussten uns ein Stück weit neu erfinden“ | Teil II

Interview
Quelle: Hasan Bratic

Wie sich der KSC „neu erfunden“ hat, Informationen über den Verbleib von Paul Nebel, Stephan Ambrosius sowie Tim Breithaupt und exklusive Details zur Vertragsverlängerung Oliver Kreuzers, gibt es hier im zweiten Teil des meinKA-Interviews zu lesen.

KSC-Sportchef Oliver Kreuzer im meinKA-Interview

KSC-Sportgeschäftsführer Oliver Kreuzer hat unlängst seinen Vertrag beim KSC bis 2025 verlängert. meinKA sprach mit dem 56-Jährigen, der seit 2016 wieder beim KSC tätig ist, über seine Arbeit, die ärgerliche Niederlage beim HSV und das Pokal-Los gegen Sandhausen.

Aber auch über Transferpolitik der letzten Jahre, die Schwierigkeiten, Leihspieler fest zu verpflichten und über den KSC als Ausbildungsverein. Dazu über die Complience-Prüfung durch den Aufsichtsrat und darüber, wie sich das Spiel der Blau-Weißen mittlerweile ein Stück weit „neu erfinden“ musste.

 

Wie sieht dieses sich „neu erfinden“ aus?

Oliver Kreuzer: Wir haben mit Simone Rapp zwar einen großen, kopfballstarken Stürmer geholt, der aber seine Qualitäten vor allem im Strafraum beim Abschluss hat. Er ist nicht der robuste und wuchtige Zielspieler wie Hofmann, der Bälle festmacht und sie verteilt – ein völlig anderer Stürmertyp.

Daneben haben wir Stürmer, die sehr variabel und beweglich sind. Nehmen Sie nur einmal das Spiel in Regensburg. Unsere Stürmer und die offensiven Mittelfeldspieler waren da kaum zu greifen. Das macht es für die gegnerischen Abwehrreihen um einiges schwieriger, uns auszurechnen.

Das ist jetzt eine andere Art von Fußball, die die Mannschaft spielt und sie macht es zunehmend besser, ohne zu vergessen, dass ein langer Ball auf Simone Rapp auch ein Stilmittel sein kann. Außerdem sind wir jederzeit in der Lage, wieder auf unser System mit Außenbahnspielern umzustellen, wo Kelvin Arase schon einen hervorragenden Eindruck hinterlassen hat.

 

Jetzt haben sich Spieler wie Paul Nebel, der in der Raute hinter den Spitzen ganz stark spielt, oder Stephan Ambrosius in der Abwehr schon als enorme Verstärkungen erwiesen. Beide sind leider nur bis Saisonende ausgeliehen. Gibt es eine Möglichkeit, diese Spieler fest zu verpflichten?

Oliver Kreuzer: Beide Spieler waren jetzt nur über eine Leihe ohne Kaufoption zu bekommen. Schauen wir, was nächstes Jahr passiert. Aber Stand der Dinge ist, dass die Leihe bis zum Saisonende gilt.

 

… wie auch bei Stephan Ambrosius, der ja noch ein Regal höher anzusiedeln ist?

Oliver Kreuzer: An Stephan Ambrosius hatten wir schon vor längerer Zeit  Interesse. Damals war es aber nicht möglich, ihn auszuleihen, da die Forderungen aus Hamburg nicht realisierbar waren. Spielt er eine gute WM, wird es schwer sein, ihn fix zu verpflichten. Aber jetzt ist er erst einmal bei uns und macht einen richtig guten Job.

 

So wie auch Oliver Kreuzer? Immerhin waren Sie seit Ihrer Rückkehr 2016 auch einmal an einem Abstieg in die dritte Liga beteiligt.

Oliver Kreuzer: Stimmt – das ist so. Da war auch ich mitverantwortlich. Im Winter 2016 kam ich zurück, der KSC stand auf dem 16. Tabellenplatz. Der Versuch, mit neuem Trainer (Mirko Slomka), später Marc Meister misslang. Es war eine schwierige Situation, der Kader war so zusammengestellt, es gab wenige Möglichkeiten etwas zu ändern. So sind wir am Ende abgestiegen und nach einer Ehrenrunde (Relegations-Aus gegen Aue) ein Jahr später wieder aufgestiegen.

 

Sportdirektor Oliver Kreuzer (KSC). | Quelle: GES/Markus Gilliar

 

Sie selbst haben unlängst Ihren Vertrag bis 2025 verlängert. Wenn ich richtig informiert bin, war im Mai dieses Jahres noch von einer Verlängerung bis 2026 die Rede, die angeblich vom Beirat seinerzeit einstimmig beschlossen wurde?

Oliver Kreuzer: Ich möchte und kann mich zu Abstimmungen im Beirat nicht äußern, zumal ich bei diesen Beschlüssen nicht dabei bin. Es stimmt aber, dass im Mai von einer Verlängerung bis 2026 die Rede war.

Jetzt hat man mir die Verlängerung bis 2025 angeboten und ich habe zugestimmt, weil ich damit kein Problem habe. Über die genauen Gründe der verkürzten Laufzeit bin ich der falsche Ansprechpartner.

 

Kann dies damit zusammenhängen, dass es eine längere sogenannte Complience-Prüfung durch den Aufsichtsrat gab, weil Sie angeblich mit den Präsidiumsmitgliedern Günter Pilarski und Martin Müller geschäftlich verbandelt seien und diese deshalb nicht über ihre Vertragsverlängerung hätten abstimmen dürfen?

Haben Sie eine Ahnung, wie es zu diesen Vorwürfen kam?

Oliver Kreuzer:  Ich weiß nicht, wie es zu diesen Vorwürfen kam, die sowieso jeglicher Grundlage entbehren, was ja nach der Prüfung auch festgestellt wurde. Zu diesem Thema möchte ich eigentlich auch nichts mehr sagen. Nur so viel: Ich war überrascht, als solche Vorwürfe an den Aufsichtsrat herangetragen wurden.

Dass der Aufsichtsrat einen solchen Vorwurf prüfen muss, ist klar. Ich fand es allerdings äußerst unglücklich und auch unglaublich, dass ein interner Vorgang der Gremien an die Öffentlichkeit gelangt. Wer auch immer diese haltlosen Vorwürfe in die Welt gesetzt hat und aus welchen Gründen, darüber möchte ich nicht spekulieren. Für alle beteiligten Personen war dies alles andere als angenehm, das können Sie mir glauben.  Aber das Thema ist durch.

 

Was heißt das für Ihre weitere Arbeit?

Oliver Kreuzer: Nichts Besonderes, außer dass ich weiter mit vollem Einsatz meine Arbeit fortsetzen werde.

 

Tim Breithaupt ist möglicherweise ein Kandidat für einen Transfer. Gab es für den schon Angebote?

Oliver Kreuzer: Wir sehen uns nach wie vor als Ausbildungsverein, der für seine exzellente Jugendarbeit bundesweit bekannt ist. Neben Tim Breithaupt, der sich mittlerweile bei den Profis etabliert hat, haben wir mit Tim Rossmann oder Efe Sihlaroglu, auch wenn der zurzeit verletzt ist, weitere Top Talente in unserem Kader.

Und nein, es gab bisher noch keine Anfrage, was Tim Breithaupt anbelangt, der seinen Weg machen wird. Aber ich bin sicher, dass er schon längst in den Notizbüchern einiger Scouts steht.

 

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