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Küken on Tour: Wie man Entenfamilien sicher helfen kann

News Küken on Tour: Wie man Entenfamilien sicher helfen kann

Quelle: Christoph Schmidt/dpa
dpa

Die ersten Entenküken sind geschlüpft und machen sich mit ihrer Mutter auf den Weg zum nächsten Gewässer. Dabei kreuzen sie die eine oder andere Straße oder gar Autobahn. Was dann zu tun ist.

«Polizei rettet verwaiste Entenküken» – diese und ähnliche Schlagzeilen sind gerade häufiger zu lesen. Erst kürzlich barg die Polizei zehn Entenküken von der Autobahn 67 bei Büttelborn im hessischen Kreis Groß-Gerau. Auch auf der A5 zwischen Hemsbach und dem Autobahnkreuz Weinheim watschelten Entchen am Seitenstreifen entlang, wie die Polizei in Mannheim Anfang vergangener Woche meldete. Bereits kurz nach der Geburt führen Stockenten ihre Küken zur Nahrungssuche ans Ufer – und trotzen dabei dem Lärm des Stadtverkehrs. Das geht nicht immer gut aus.

 

Warum sind die Enten jetzt unterwegs?

Enten leben die meiste Zeit auf dem Wasser. Hier finden sie Nahrung, die Jungtiere sind vor ihren Feinden wie Marder, Fuchs und Katze geschützt. «Die Brutzeit bei Stockenten beginnt etwa Mitte März», sagt Torsten Collet vom NABU Rheinland-Pfalz, «sodass die ersten Küken im April oder Mai schlüpfen.» Da Enten sogenannte Nestflüchter sind, geht das Muttertier etwa sechs bis zwölf Stunden nach dem Schlupf gemeinsam mit den Jungtieren auf Nahrungssuche zum Ufer eines geeigneten Gewässers in der Nähe. Und überquert dabei auch die eine oder andere Straße.

Manchmal gehen die Enten sogar dazu über, sich an unsere Infrastruktur anzupassen, um sich zu schützen. In Frankfurt etwa brütete eine Entenmama im fünften Stock in einem Blumentopf – ohne Gewässer in Sicht, aber dafür sicher vor Fressfeinden. Die zwölf Babys und die Mutter konnten jedoch an einen tiergerechten Ort gebracht werden, berichtet Kostadin Georgiev von der Vogelschutzwarte des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG).

 

Wieso fliehen die Tiere nicht vor dem Lärm?

«Viele Tiere, die in Städten ihren Lebensraum haben, haben sich mit der Zeit an die dortigen Geräusche gewöhnt», erklärt Collet. Wenn sie über längere Zeit merken, dass die Geräusche nicht mit einer unmittelbaren Gefahr verbunden sind, schreckt der Lärm des Straßenverkehrs auch Enten nicht mehr ab. «Die Mama kennt den schnellsten Weg zum Gewässer, ob er sicher ist oder nicht», sagt Georgiev.

 

Könnten die Küken ohne Mutter überleben?

Als Nestflüchter seien die Küken nicht auf die Mutter angewiesen, erklärt Georgiev. «Sie ernähren sich zwar von Anfang alleine, werden aber von ihrer Mutter und teils auch vom Vatertier vor Angreifern beschützt und gerade die ersten Tage vom Muttertier unter dem Gefieder gewärmt», so Collet. Bei der gemeinsamen Nahrungssuche lernen die Küken vom Muttertier, was gefressen werden kann. «Theoretisch kann auch ein anderes Muttertier verwaiste Küken aufnehmen», sagt der Nabu-Sprecher.

 

Wohin kann man sich wenden?

«Am besten nichts unternehmen», rät Georgiev. Das Gesetz verbiete sogar, die Küken mitzunehmen. Bei Küken mit Muttertier in Gewässernähe ohne Autoverkehr auf dem Weg sei kein menschliches Eingreifen erforderlich. Auf Autobahnen sowie bei stark befahrenen Straßen sollte wegen der erhöhten Unfallgefahr die Polizei informiert werden, die auch die Straße sperren kann, rät Collet. Befinden sich die Vögel weit entfernt vom nächsten Gewässer und es müssen vielbefahrene Verkehrswege überquert werden, müssen die Küken samt Elterntier eingefangen und zum nächsten Gewässer transportiert werden.

 

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