News aus Baden-Württemberg
Land macht Weg frei: Anwohnerparken kann teurer werden

News aus Baden-Württemberg Land macht Weg frei: Anwohnerparken kann teurer werden

Quelle: Philipp von Ditfurth
dpa

Bisher durften Anwohnerparkausweise höchstens 30,70 Euro im Jahr kosten. Die Zeiten sind vorbei. Manche Städte planen saftige Aufschläge.

Für manche Anwohner dürfte das Parken in baden-württembergischen Städten schon bald deutlich teurer werden. Die grün-schwarze Landesregierung will dem Vernehmen nach an diesem Dienstag eine Landesverordnung beschließen, die den Kommunen Gebührenerhöhungen erlaubt. Die Neuregelung soll voraussichtlich am 20. Juli in Kraft treten. Zuerst hatten die «Stuttgarter Zeitung» und die «Stuttgarter Nachrichten» über den geplanten Beschluss berichtet.

In Freiburg steht schon fest, dass die Kosten für den Anwohnerparkausweis von derzeit 30 Euro im Schnitt auf 360 Euro pro Jahr und Auto steigen soll. Tübingen und Reutlingen planen ähnliche Anhebungen. In Stuttgart, Karlsruhe und Ulm wird noch diskutiert.

Die Erhöhungen sind erst durch eine Gesetzesänderung auf Bundesebene möglich geworden, die im Sommer vergangenen Jahres in Kraft getreten ist: Damals wurde ein Limit für die Kosten von Anwohnerparkausweisen gekippt. Die zuvor bestehende Obergrenze von 30,70 Euro pro Jahr gilt nicht mehr. Künftig können die Länder die Gebührensätze festlegen – oder das an die Kommunen delegieren. Letzteres macht nun Grün-Schwarz im Südwesten. Die Regelung gilt, sobald die Verordnung im Gesetzblatt Baden-Württemberg steht, was schon bald der Fall sein dürfte.

Die Kommunen können künftig selbst entscheiden, wie sie die Gebühren staffeln und was sie mit dem Geld machen. Zum Beispiel können Städte und Gemeinden im Sinne des Klimaschutzes die Parkgebühren für Elektro- und Hybridautos sowie Carsharing-Fahrzeuge ermäßigen oder sie ganz davon befreien, wie es in der Kabinettsvorlage aus dem Haus von Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) heißt.

In Freiburg soll bei der individuellen Festlegung der Gebühren auch die Größe des jeweiligen Fahrzeugs berücksichtigt werden. Menschen, die Sozialhilfe oder andere Leistungen empfangen, sowie Menschen mit Behinderung sollen weniger zahlen müssen. Das zusätzliche Geld soll in weitere Klimaschutzmaßnahmen fließen. Zuletzt lagen die Einnahmen der Stadt aus dem Anwohnerparken bei 365.000 Euro pro Jahr. Mit der Erhöhung könnten es knapp 4,4 Millionen Euro werden.

Die FDP hält die Freiburger Pläne für völlig überzogen, hier gingen «Maß und Mitte» völlig verloren. «Wer – wie viele Wähler der Grünen – seinen SUV in der Garage parkt, ist von der Gebührenerhöhung nicht betroffen», teilte FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke am Samstag mit. «Wohl aber wird die Erhöhung überdurchschnittlich oft Haushalte mit geringen Einkommen ohne einen eigenen PKW-Stellplatz oder Familien mit Kindern, die öfter als andere auf zwei PKW angewiesen sind, treffen.»

 

Weitere Nachrichten

Vorfall im Landkreis Karlsruhe: Mann soll im Wahn auf Mutter eingestochen haben

Ein Hilfeschrei des Vaters verhindert wohl Schlimmeres: Ein 37-Jähriger soll seine Mutter mit einem Messer attackiert haben. Die Behörden geben erste Hinweise zu Tatablauf und möglichen Hintergründen.

Umwelt-Check: Özdemir fährt saubersten Dienstwagen – aber nur Gelbe Karte fürs Land

Cem Özdemir hat laut Deutscher Umwelthilfe den klimafreundlichsten Dienstwagen unter den Länderchefs - dennoch reicht es für Baden-Württemberg nur zur Gelben Karte.

Hochgeschwindigkeitskorridor nach Paris: Städte machen Druck

Mannheim, Kaiserslautern, Saarbrücken und Ludwigshafen wollen beim deutsch-französischen Verkehrsprojekt mehr Tempo. Deutschland müsse seine Streckenengpässe beseitigen.

Knapp ein Drittel der Menschen in Baden-Württemberg besitzt ein E-Bike

In Baden-Württemberg fahren immer mehr Menschen E-Bike. Nur in wenigen Ländern sind die elektrischen Fahrräder noch beliebter. Wie der Südwesten im bundesweiten Vergleich abschneidet.

Japankäfer am Bodensee entdeckt - Quarantänezone geplant

Der Japankäfer breitet sich am Bodensee aus. Nun soll eine Quarantänezone kommen. Was das für Landwirte bedeutet.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 



















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.