News
Landeskommandeur zur Kriegsvorsorge: Können Parkhäuser als Bunker nutzen

News Landeskommandeur zur Kriegsvorsorge: Können Parkhäuser als Bunker nutzen

Quelle: Marijan Murat/dpa
dpa

Baden-Württembergs oberster Soldat schildert, was im Ernstfall auf das Land zukäme – und warum die Wirtschaft massiv mithelfen müsste.

Auch im Fall eines Krieges mit Russland braucht es aus Sicht von Landeskommandeur Michael Giss nicht zwingend den Bau großer Bunkeranlagen wie im Kalten Krieg. «Man kann auch bestehende Infrastruktur mit bescheidenen Mitteln entsprechend härten und dual nutzen – beispielsweise Parkhäuser oder S-Bahn-Stationen», sagte Giss der «Badischen Zeitung».

In der Ukraine lasse sich beobachten, wie ein Land unter Kriegsbedingungen und trotz des russischen Terrors gegen die Zivilbevölkerung weiter funktioniere. «Die Menschen in Kiew gehen im Sommer ins Eiscafé und verbringen eine Stunde mit Freunden bis wieder die Luftschutzsirene heult. Jeder weiß, wo sein Schutzraum ist», sagte Giss. Die Verwaltung schaffe es, das tägliche Leben am Laufen zu halten. Der Alltag sei auf den Krieg ausgerichtet und finde dennoch in einer gewissen Normalität statt. «Wir sollten von der Ukraine lernen.»

Innenminister Thomas Strobl habe das Thema Schutzräume auf seiner Agenda und beziehe auch die Landkreise stärker in den Zivilschutz ein. «Politisch bewegt sich derzeit viel.»

Giss: Unternehmen müssen sich auf Krieg einstellen

Würde die Nato in einem Konflikt mit Russland den Bündnisfall ausrufen, würde Deutschland zu einer logistischen Drehscheibe. «Baden-Württemberg befindet sich in einer ordentlichen Ausgangslage. Straßen, Brücken und Schienennetz könnten das leisten», sagte er. Zur Versorgung der Truppe müsste man dann auf Leistungen und Waren der Privatwirtschaft zurückgreifen. «Zivile Lastwagen würden militärische Fahrzeuge betanken, zivilmedizinische Dienste die Truppe versorgen und Privatunternehmen Lebensmittel liefern, weil die Feldküchen an der Front gebunden wären.»

Die Unternehmen sollten sich nach Worten des Kommandeurs darauf einstellen, «vielleicht einmal andere Produkte sehr schnell und in großen Stückzahlen produzieren zu müssen.» Und das auch noch unter anderen Rahmenbedingungen – beispielsweise im Falle von Drohnenangriffen.

 

Weitere Nachrichten

Studie: So viele Wohnungen fehlen in Baden-Württemberg

Im Südwesten wird seit Jahren weniger gebaut. Die Suche nach einer neuen Wohnung wird für viele Menschen oft zur Geduldsprobe. Die Krise hat aber auch Folgen für Wirtschaft und Staatseinnahmen.

Bombenfund in Karlsruher Südstadt: Entwarnung - Weltkriegsbombe entschärft

Der Blindgänger lag nur ein paar Dutzend Meter vom ICE-Gleis entfernt: Eine Weltkriegsbombe hat in Karlsruhe für Aufregung gesorgt. Am Ende gab es gute Nachrichten für die Anwohner und Reisenden.

Zahl der Handwerksbetriebe legt erstmals wieder leicht zu

Während es mehr Gebäudereiniger und Kosmetiker gibt, sinkt die Zahl der zulassungspflichtigen Handwerksbetriebe weiter. Doch es gibt auch positive Ausnahmen.

Zeugen gesucht: 250.000 Euro teures Luxus-Auto gestohlen

Der Schock saß sicher tief: Ein 72-Jähriger kommt zu seinem Auto - doch der 250.000 Euro teure Wagen ist plötzlich verschwunden. Nun ermittelt die Polizei.

Begünstigt der heiße Sommer Ausbreitung des Ochsenfrosches?

Fast 7.000 Ochsenfrösche wurden im vergangenen Jahr erlegt. Mit welchen Maßnahmen die Behörden die Ausbreitung der invasiven Art eindämmen wollen. Und warum diese womöglich vom Klimawandel profitiert.

Technik zum Fledermaus-Schutz bremst Hesse-Bahn aus

Technische Probleme bei der Fledermaus-Vertreibung bremsen derzeit die Hermann-Hesse-Bahn aus. Wann es wieder läuft wie gewohnt, steht noch nicht fest.






















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.