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Landtagswahl: Manuel Hagel will Ministerpräsident Kretschmann beerben

News Landtagswahl: Manuel Hagel will Ministerpräsident Kretschmann beerben

Quelle: Stefan Puchner/dpa
dpa

Jäger, Sparkassendirektor – und bald Ministerpräsident? Manuel Hagel soll die CDU in Baden-Württemberg zurück ins Staatsministerium führen. Wer ist der Mann, der das Land neu ordnen will?

Es ist schon beachtlich, wie viele Rollen, Titel und Funktionen man mit 37 Jahren im Lebenslauf stehen haben kann: Sparkassendirektor. Kreisrat. Stadtrat. Landesgeneralsekretär. Fraktionsvorsitzendenkonferenzvorsitzender. Mitglied der Narrenzunft. Vize-Oberbürgermeister. Landtagsabgeordneter. Fraktionschef. Parteichef. Kreisjägermeister.

Eine KI-Bilderkennungssoftware kürte Manuel Hagel vor kurzem gar zum zweitschönsten Landespolitiker. Und, ganz nebenbei, ist er noch dreifacher Vater und Ehemann. Der Sonntag, so pflegt Hagel gern zu sagen, der gehöre der Familie.

Aber das alles reicht dem ehrgeizigen Ehinger nicht. Hagel strebt nach dem höchsten Amt im Land. Er will 2026 Regierungschef in Baden-Württemberg werden und den amtierenden Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) beerben. Seine Kür zum Spitzenkandidaten auf dem Landesparteitag der CDU am Samstag in Stuttgart gilt als sicher. Auch Friedrich Merz kommt – sein erster Besuch als Kanzler auf einem Parteitag.

Regentschaft der Grünen soll enden

Hagel gilt als Hoffnungsträger der Südwest-CDU, der Landesverband wirkte Jahre nicht mehr so geschlossen und euphorisch. Die grüne Regentschaft seit 2011 wird in Teilen der Partei immer noch als Demütigung, als historischer Ausrutscher empfunden. Die einst so stolze CDU Baden-Württemberg regierte den Südwesten schließlich knapp 60 Jahre lang.

Hagel soll sozusagen den Normalzustand im Ländle wieder herstellen und die Grünen-Herrschaft nach 15 Jahren beenden. Und die Chancen stehen gut: In einer aktuellen Umfrage von SWR und «Stuttgarter Zeitung» kommt die CDU auf 31 Prozent, weit vor den Grünen (20 Prozent) und AfD (19 Prozent).

Rascher Aufstieg

Hagel tritt zwar gegen keinen leichten Gegner an, denn der grüne Ex-Bundesminister Cem Özdemir strotzt vor Erfahrung und Popularität. Aber auch Hagel hat einen straffen Aufstieg in den vergangenen Jahren hingelegt, Erfahrungen gesammelt, seinen Einfluss in Partei und Regierung permanent ausgeweitet. Hagel wird Machtinstinkt zugeschrieben, aber gelegentlich auch ein Hang zum Kontrollwahn.

Bei den Koalitionsverhandlungen in Berlin führte der 37-Jährige die Verhandlungsgruppe von SPD, CDU und CSU zum Thema Digitalisierung. Im einst zerstrittenen Landesverband wird seine Fähigkeit gelobt, Brücken zu bauen und alte Gräben zuzuschütten. Weitere Pluspunkte, die ihm zugeschrieben werden: Hagel höre zu, sei verlässlich, verbindlich. Das sagt selbst Kretschmann über seinen Koalitionspartner.

Schwabe vom Typ Schwiegersohn

Das Bild von Bodenständigkeit, Verlässlichkeit und Stabilität wird Hagel auch im Wahlkampf zeichnen. Bei seiner Wahl zum Landeschef 2023 sagte er selbstbewusst: «Das politische Erbe von Winfried Kretschmann wird bei uns in guten Händen sein.»

Inhaltlich gibt er sich gern bodenständig und konservativ, auf eine moderne Art und Weise. Er kommt vom schwäbischen Land, aus Ehingen, er ist katholisch, nimmt an der Fastnacht teil und geht gern auf die Jagd. Mit dem Gendern kann er nichts anfangen, lieber besetzt er Themen wie Heimat. Seine Parteikollegin Ingeborg Gräßle nannte ihn vor kurzem einen «echten Schwiegersohntyp».

 

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