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Langzeit-Ministerpräsident: 5.204 Tage im Amt – Kretschmann stellt Regierungs-Rekord auf

Nachrichten Langzeit-Ministerpräsident: 5.204 Tage im Amt – Kretschmann stellt Regierungs-Rekord auf

Quelle: Marijan Murat/dpa
dpa

Baden-Württemberg hat seinen Langstreckenläufer: Winfried Kretschmann ist der dienstälteste Ministerpräsident in der Geschichte des Landes. Er gibt sich bescheiden.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann, bislang Deutschlands einziger grüner Ministerpräsident, stellt einen neuen Rekord auf. Von Samstag an ist der 77-Jährige der dienstälteste Ministerpräsident in der Geschichte des Bundeslandes. Er wird dann nach Zählung des Staatsministeriums genau 5.204 Tage im Amt sein – und damit seinen Vorgänger und bisherigen Rekordhalter Erwin Teufel (CDU) überholen, der 5.203 Tage im Amt war.

Anlass zur Selbstbeweihräucherung sieht Kretschmann aber nicht. Er freue sich, dass das Volk ihm dreimal das Vertrauen geschenkt habe, hatte er vor kurzem gesagt. Er arbeite aber nicht, um irgendwann eine Fußnote in den Geschichtsbüchern zu sein. «Bis die kommen, bin ich verfault in der Erde.»

Mit Fukushima an die Macht

Der Mann mit dem ikonischen Bürstenhaarschnitt ist seit Mai 2011 Ministerpräsident von Baden-Württemberg – und er ist nach wie vor der einzige Grünen-Politiker, der dieses Amt in einem deutschen Bundesland übernommen hat. Der Konflikt um Stuttgart 21, die Atomkatastrophe in Fukushima kurz vor der Landtagswahl und das umstrittene Image von Vorgänger Stefan Mappus (CDU) hatten Kretschmann damals an die Macht geführt.

In seiner ersten Amtszeit regierte er in einer grün-roten Koalition mit der SPD, ab 2016 dann mit der CDU. Kretschmann verstand es stets, auch konservative Wählerschichten zu überzeugen, er baute seine Machtposition über die Jahre immer weiter aus. Bei der Landtagswahl 2021 lagen die Grünen mehr als acht Prozentpunkte vor der CDU, die damit erneut in die Juniorpartnerrolle gezwungen wurde.

Glaubt man den Umfragen, hat sich zwischenzeitlich der Spieß aber umgedreht – die CDU mit Spitzenkandidat Manuel Hagel dürfte Demoskopen zufolge 2026 in die Villa Reitzenstein einziehen.

Tulpen müssen warten

Kretschmanns trocken-humorige Art kommt beim Volk an, auch wenn ihm Kritiker oft mangelnden Ehrgeiz in der Umsetzung von Politprojekten wie dem Klimaschutz vorwerfen. «Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht», entgegnet Kretschmann gern auf Fragen, warum das ein oder andere Vorhaben der Regierung mal wieder länger dauert.

Nach seiner Amtszeit will er sich nach eigenen Aussagen den Enkeln, dem Handwerken und dem heimischen Garten widmen. Bis dahin aber, das gelobt er stets, gebe es noch viel zu tun. «Ich habe nicht vor, jetzt irgendwie nur noch Tulpenzwiebeln zu stecken», so der Ministerpräsident im Mai. Das mache er dann lieber nach dem Ende seiner Amtszeit.

 

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