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Quartalszahlen: EnBW zum Halbjahr auf Kurs – Vorstand appelliert an Politik

Nachrichten Quartalszahlen: EnBW zum Halbjahr auf Kurs – Vorstand appelliert an Politik

Quelle: dpa/Marijan Murat
dpa

Der Energieversorger meldet für das erste Halbjahr einen Gewinnrückgang, bestätigt aber seine Jahresprognose. Was der Konzern von der Politik jetzt fordert.

Sehr schwache Windverhältnisse auf dem Meer und niedrige Pegelstände an Wasserkraftwerken haben die Stromproduktion der EnBW im ersten Halbjahr gedrosselt. «Die rückläufigen Erzeugungsmengen konnten nur teilweise durch höhere Erlöse der Pumpspeicherkraftwerke und Solarparks kompensiert werden», teilte der Karlsruher Konzern mit.

Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im Segment Nachhaltige Erzeugungsinfrastruktur, zu dem EnBW auch Kohle und Gas zählt, sei in den ersten sechs Monaten 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 26 Prozent auf knapp 1,1 Milliarden Euro gesunken.

Über alle Bereiche hinweg betrug das Minus der Mitteilung zufolge 7 Prozent. Das operative Konzernergebnis insgesamt liege mit 2,4 Milliarden Euro nahezu auf Vorjahresniveau, bilanzierte die EnBW. Der Konzernüberschuss hingegen brach um fast ein Drittel auf 632 Millionen Euro ein.

 

Prognose für das Geschäftsjahr bestätigt

Der drittgrößte Versorger in Deutschland, dessen größte Anteilseigner das Land Baden-Württemberg und der Zusammenschluss OEW von oberschwäbischen Landkreisen sind, bestätigte seine Prognose für das gesamte Jahr 2025: Das Ebitda soll zwischen 4,8 Milliarden und 5,3 Milliarden Euro betragen.

Die EnBW versorgt rund 5,5 Millionen Kundinnen und Kunden. Der Konzern beschäftigte Stand Ende Juni mehr als 30.700 Menschen (plus 5 Prozent).

 

Klarheit und Verlässlichkeit von Politik gefordert

Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende und Finanzvorstand Thomas Kusterer forderte von der Bundesregierung, dringend die Weichen in der Energiepolitik zu stellen und beispielsweise das Kraftwerkssicherheitsgesetz zu beschließen. «Für die weitere nachhaltige Transformation des Energiesystems brauchen wir klare und verlässliche Rahmenbedingungen», sagte er.

Der Konzern investierte den Angaben nach in den ersten sechs Monaten mehr als drei Milliarden Euro – 25 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2024. «Bis 2030 planen wir, bis zu 50 Milliarden Euro zu investieren», bekräftigte Kusterer. Der Anteil der Erneuerbaren an der installierten Erzeugungskapazität soll bis dahin 75 bis 80 Prozent betragen. Aktuell liege er bei rund 60 Prozent.

Um größere finanzielle Handlungsspielräume zu haben, hatte EnBW Mitte Juli eine Kapitalerhöhung in Höhe von 3,1 Milliarden Euro abgeschlossen.

 

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