Nachrichten
Laut Handwerkstag: Menschen sparen bei Bäckern und Metzgern

Nachrichten Laut Handwerkstag: Menschen sparen bei Bäckern und Metzgern

Quelle: Bernd Weissbrod/dpa
dpa

Ob Brezel oder Salami: Die Leute halten ihr Geld beisammen. Dennoch ist die Stimmung bei den Bäckern und Metzgern laut Handwerkstag nicht schlecht. Der Verband sieht einen Trend – mit höheren Preisen.

Die Folgen der Krise in der deutschen Wirtschaft und der mauen Konjunktur machen sich nach Verbandsangaben auch im Lebensmittelhandwerk, etwa bei Bäckern und Metzgern, bemerkbar. «Wir merken bei den Verbrauchern, dass das Geld eingeteilt und gespart wird», sagte der Präsident des Baden-Württembergischen Handwerkstags, Rainer Reichhold. Möglicherweise werde auch schneller zum Discounter gegangen.

Das hat Folgen. Es sei kein Geheimnis, dass es bei den Bäckern ein Betriebssterben gebe, wenngleich die Bäckerleistung zunehme, so Reichhold. Ähnliches gelte für die Metzger. Dennoch sei die Stimmung nicht schlecht, ergänzte ein Verbandssprecher. So seien laut einer Verbandsumfrage etwa die Erwartungen für dieses Quartal besser als in den meisten anderen Branchen des Handwerks im Südwesten.

Es gebe auch Betriebe, die hochprofitabel arbeiteten und florierten, sagte Reichhold. So gebe es etwa in den Innenstädten kleine Bäckereien, wo die Leute Schlange stehen. «Immer dann, wenn Qualität zum Kundenstamm passt, haben wir erfolgreiche Unternehmen», sagte Reichhold.

«Jeder von uns merkt einen Unterschied, wo die Brezel herkommt»

Ob Bäcker oder Metzger: Jedes Handwerk könne nur durch Qualität überzeugen. «Jeder von uns merkt einen Unterschied, wo die Brezel herkommt, ob sie handwerklich gefertigt oder ein Produkt aus einer großen Serie ist», sagte Reichhold.

 

Jeder Betrieb brauche eine gewisse Auslastung, wenn die nicht mehr gegeben sei, werde es kritisch. «Wenn ich dann nicht mehr positiv gestimmt bin und wenn ich an meine Branche und an meinen Betrieb nicht mehr glaube, dann ist der Weg, ihn zu schließen, relativ kurz.» Und: «Was einmal geschlossen ist, kommt nicht mehr wieder.»

Deshalb beschäftige das Thema Nachfolge den Verband derzeit auch sehr. Man wolle sich in diesem Jahr besonders intensiv damit beschäftigen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handwerkstags, Peter Haas.

Ausdünnung und Spezialisierung bei den Betrieben

Es werde bei den Betrieben weiter eine Ausdünnung und eine Spezialisierung auf einen Kundenbereich geben, der bereit ist, mehr zu zahlen, sagte Haas. Die Betriebe, die im Moment besonders zufrieden sind, seien gerade bei den Bäckern in der Regel jene, die nicht mehr in den Preiswettbewerb gehen. «Wenn das die Kundschaft des Betriebs verkleinert und zuspitzt, dann muss das nicht schlimm sein. Es kommt auf den Ertrag an», sagte Haas. Für die Politik stelle sich dann die Frage, ob man handwerkliche Leistungen aus der breiten und nahen Versorgung herausnehmen wolle.

 

Weitere Nachrichten

Wissenswertes zur Landtagswahl: So finde ich heraus, welche Partei zu mir passt

Unsicher bei der Wahlentscheidung? Verschiedene Tools, Medien und direkte Kontakte helfen, die eigenen Ansichten mit denen der Parteien abzugleichen.

Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe: Jugendlicher soll Mädchen über Sadistennetz bedroht haben

Im beschaulichen Kurort Bad Herrenalb sorgten vor einem Jahr Graffiti- Schmierereien für Aufsehen und Unruhe. Denn die Spuren führen in eine sadistische Onlinegruppierung - und in ein Kinderzimmer.

Regionalzug kollidiert bei Calw mit Felsen auf den Schienen

Wer eine Fahrt mit der Kulturbahn geplant hat, muss Einschränkungen einplanen. Wegen eines Zugunfalls bei Calw bleibt die Strecke wohl noch Tage gesperrt.

Suizid im Knast: Neun Häftlinge nahmen sich 2025 das Leben in Baden-Württemberg

Neun Häftlinge haben sich im vergangenen Jahr in Gefängnissen im Südwesten selbst getötet, fast 100 waren es seit 2014. Das Justizministerium setzt auf Prävention.

Was man zur Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg wissen muss

Neuer Ministerpräsident, neues Wahlrecht, neue Parteien im Landtag? Bei der Landtagswahl am 8. März geht es im Südwesten um viel. Ein Überblick über die wichtigsten Fragen und Antworten.

"Ungewöhnlich früh": Pollenallergiker leiden schon

Die Erkältungszeit ist noch nicht vorbei, da stehen die nächsten Plagegeister vor der Tür: Haselpollen. In einigen Regionen ist der Flug so stark wie noch nie Mitte Januar.



















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.