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Laut Umfrage: Angehende Lehrkräfte halten Studium für praxisfern

News Laut Umfrage: Angehende Lehrkräfte halten Studium für praxisfern

Quelle: Marijan Murat/dpa/Symbolbild
dpa

Von Schulrecht bis Elternarbeit: Viele Lehramtsstudierende im Südwesten fühlen sich für wichtige Herausforderungen schlecht gerüstet. Andere Teile des Studiums kommen aber gut an.

Angehende Lehrkräfte halten das Lehramtsstudium an den pädagogischen Hochschulen im Südwesten für praxisfern. Einer Studie im Auftrag des Bildungsverbands VBE zufolge empfinden vier von fünf Studierende ihr Studium als zu theorielastig.

Im Rückblick wird dieser Eindruck offenbar noch stärker: Die Befragten, die bereits im Vorbereitungsdienst sind, also gerade ihr Referendariat an den Schulen im Land absolvieren, halten das Studium sogar noch häufiger für praxisfern. Von ihnen gaben 88 Prozent an, dass das Studium zu viel Theorie- und zu wenig Praxisanteile habe.

Besonders große Defizite sehen die Befragten bei Themen, die nicht direkt den Unterricht betreffen. So sind 81 Prozent der Meinung, sie seien mit Blick auf Kenntnisse im Schulrecht nicht ausreichend auf die Herausforderungen im Schulalltag vorbereitet. Nachholbedarf diagnostizieren die Befragten auch im Bereich der Zusammenarbeit mit Eltern und dem Jugendamt oder im Umgang mit Disziplinproblemen.

Praxisphasen kommen bei den Studierenden gut an

Besser vorbereitet empfinden sich die Befragten etwa auf die Planung und Vorbereitung des Unterrichts, auf dem Einsatz digitaler Medien im Unterricht oder die verständliche und altersgerechte Vermittlung von Unterrichtsinhalten. Zufrieden sind die Studierenden der Erhebung zufolge auch mit den Praxisphasen, die sie während des Studiums an Schulen absolvieren. Diese werden von rund 60 Prozent als gut bewertet, nur 12 Prozent finden sie nicht gut.

Man werde sich die Studie genau anschauen, sagte Wissenschaftsministerin Petra Olschowski. «Ich verstehe den Wunsch der Studierenden nach mehr Praxisbezug», so die Grünen Politikerin. Man habe deswegen bereits einen ersten dualen Master auf den Weg gebracht, bei dem man erprobe, Elemente aus dem Referendariat bereits ins Studium zu integrieren. Das Projekt werde wissenschaftlich begleitet und ausgewertet. Erste Ergebnisse solle es in einem Jahr geben. «Ich bin im Anschluss für eine Ausweitung dualer Angebote im Lehramtsstudium offen und werde mich dafür einsetzen», sagte Olschowski.

Befragung an den pädagogischen Hochschulen

Für die Studie befragte das Sinus-Institut im Auftrag des Bildungsverbands VBE knapp 850 Studierende an den pädagogischen Hochschulen in Baden-Württemberg sowie 357 Referendarinnen und Referendare. Die Befragung fand von Ende April bis Mitte Mai 2025 online statt und ist nach Angaben der Studienautoren repräsentativ.

An den sechs pädagogischen Hochschulen in Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe, Ludwigsburg, Schwäbisch Gmünd und Weingarten werden in Baden-Württemberg die angehenden Lehrkräfte für Grundschulen, Gemeinschaftsschulen, Hauptschulen, Realschulen, Sonderschulen und berufliche Schulen ausgebildet. Lehrkräfte für Gymnasien studieren dagegen an den Universitäten des Landes.

 

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