News aus Baden-Württemberg
LKA-Chef warnt: Dreck und Müll verunsichern viele Menschen

News aus Baden-Württemberg LKA-Chef warnt: Dreck und Müll verunsichern viele Menschen

Quelle: Bernd Weissbrod
dpa

Es riecht streng, am Boden liegen Scherben und leere Flaschen: Um solche verwahrlosten Orte wird lieber ein Bogen gemacht. Doch das kann Folgen haben, warnt Baden-Württembergs oberster Polizist.

Dreck, kaputte Laternen, Schmierereien und Hundekot: Aus Sicht des Präsidenten des baden-württembergischen Landeskriminalamtes prägt häufig die Verwahrlosung im öffentlichen Raum das Sicherheitsempfinden der Menschen – auch wenn Straftaten in vielen Bereichen zurückgehen. Das seien Phänomene, die die Menschen verunsicherten, sagte LKA-Chef Andreas Stenger der Deutschen Presse-Agentur. «Sie denken, wenn hier etwas passiert, dann hilft mir niemand.» Zwar sei die Zahl der Einbrüche im vergangenen Jahr drastisch gesunken. Doch Menschen führten im Gespräch Dinge auf wie Graffiti und abgemeldete Autos auf der Straße.

«Da denken sie, da tut niemand was – und das setzt sich fest», sagte Stenger. Eine Unterführung in einem desolaten Zustand werde von Menschen gemieden. «Dann gehen viele Leute dort nicht mehr hin und es entsteht eine Verfallsspirale», sagte der LKA-Präsident. Man müsse die kleinen Dinge ernst nehmen, bevor sie sich verfestigten und ein Kriminalitätshotspot entstehe, den man dann mit einem ungleich größeren Aufwand wieder sicherer machen müsse.

Polizei und Kommunen müssten Netzwerke aufbauen oder bereits existierende Kooperationen nutzen, forderte Stenger. «Der Bürger muss erkennen, dass man sich auch um die kleinen Dinge kümmert.» In seiner Zeit als Mannheimer Polizeipräsident hätten Polizistinnen und Polizisten Verwahrlosung fotografiert und die Kommune alarmiert. «Es muss rasch entfernt werden, wenn da zum Beispiel steht «All Cops are Bastards», wenn da Müll, Unrat und leere Flaschen liegen oder es nach Urin riecht, dann melden wir das», sagte Stenger.

Auch die sozialen Medien wirkten sich durch das veränderte Konsumverhalten auf das Sicherheitsempfinden aus. «Passiert heute in Schleswig-Holstein eine schlimme Tat, ist sie hier bis in jedes Dorf hinein präsent», sagte Stenger. «Man differenziert dann häufig nicht mehr, wo sie passiert ist, sondern man hat den Eindruck, es werde immer mehr und immer schlimmer.»

 

Weitere Nachrichten

Neue Verbote für Raucher: Das gilt ab Juni in Baden-Württemberg

Spielplatz, Freibad oder Haltestelle: Ab Juni wird Rauchen an vielen Orten im Südwesten richtig teuer. Auch Vapes und Shishas sind betroffen. Wo gelten die neuen Regeln?

Städte in Baden-Württemberg kämpfen mit immer mehr Müll

Immer mehr Müll landet auf Straßen, Spielplätzen und rund um Container. Städte melden einen deutlichen Anstieg – und suchen nach wirksamen Lösungen gegen das Problem.

Dritter Brand in kurzer Zeit – Bewohner und Katze in Karlsruhe gerettet

Das Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses ist komplett verraucht. Einige Menschen können ihre Wohnungen nicht mehr verlassen und müssen gerettet werden. Es ist nicht der erste Vorfall in dem Wohnhaus.

Sommerliche Hitze hält an - kommt die nächste Höchstmarke?

Vorerst ist beim sommerlichen Trend in Baden-Württemberg kein Ende in Sicht. Womöglich klettert das Thermometer sogar noch etwas weiter nach oben.

Schatzsuche? Illegale Sondengänger plündern Kulturgüter im Südwesten

Immer mehr Sondengänger suchen im Südwesten illegal nach Kulturgütern. Archäologen warnen vor Schäden – und einem wachsenden Schwarzmarkt für historische Funde.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 
















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.