Nachrichten
Lohnerhöhung für Pflegekräfte belastet Heimbewohner stärker

Nachrichten Lohnerhöhung für Pflegekräfte belastet Heimbewohner stärker

Quelle: Tom Weller/dpa
dpa

Die Löhne für Pflegekräfte steigen im Südwesten. Für Bewohnerinnen und Bewohner dürfte das einen höheren Eigenanteil an den Kosten für den Platz im Pflegeheim bedeuten.

Pflegekräfte werden immer besser bezahlt – ihr durchschnittlicher Stundenlohn ist in Baden-Württemberg von 23,35 auf 23,99 Euro gestiegen. Nur in Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz wird einer Auswertung zufolge ein höherer Stundenlohn gezahlt als in Baden-Württemberg. Was für die dringend gesuchten Pflegekräfte eine gute Nachricht ist, bedeutet nach Angaben des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) aber einen höheren Eigenanteil für die Bewohner von Pflegeheimen.

Für Bewohner von Pflegeheimen dürfte es teuer werden

Nach Schätzung des Verbands dürften die Lohnzuwächse die Eigenanteile nun um durchschnittlich 100 Euro pro Monat steigen lassen – wovon im Schnitt 30 Euro über Entlastungszuschläge aufgefangen werden, die es je nach Dauer des Heimaufenthalts von den Pflegekassen gibt. Bei der Pflegeversicherung dürfte dies zu Mehrausgaben von rund 260 Millionen Euro im Jahr führen.

Hintergrund ist, dass die Pflegeversicherung – im Unterschied zur Krankenversicherung – nur einen Teil der Kosten für die Pflege und Betreuung trägt. Die Personalkosten fließen hier maßgeblich ein – und seit 2022 darf es Versorgungsverträge der Pflegekassen nur noch mit Heimen geben, die nach Tarif oder ähnlich zahlen. Für Bewohner kommen noch Zahlungen für Unterkunft und Verpflegung, Investitionen in den Heimen und Ausbildungskosten hinzu.

Im Südwesten stieg der selbst zu zahlende Anteil für Pflegebedürftige und ihre Familien schon im vergangenen Jahr deutlich. Einer Auswertung des Verbands der Ersatzkassen mit Stand Juli 2024 zufolge waren im ersten Jahr im Heim im baden-württembergischen Schnitt 3.180 Euro pro Monat aus eigener Tasche fällig. Das waren 149 Euro mehr als Mitte 2023.

 

Weitere Nachrichten

Nach zweiter Verhandlungsrunde: Warnstreiks in Metall- und Elektroindustrie rücken näher

In der zweiten Verhandlungsrunde legt die Arbeitgeberseite ein Angebot vor. Doch dieses weisen die Arbeitnehmer als unzureichend zurück. Damit dürfte es bald Warnstreiks in Baden-Württemberg geben.

Gruselhaus: Für diese Familie ist Halloween wichtiger als Weihnachten

Für viele gehört Weihnachten zum Höhepunkt des Jahres - für Kim und Wolfram König ist es Halloween. Monate investieren sie in ihr Gruselhaus. Dieses Jahr entführen sie Besucher nach Mexiko.

Krankheit Alzheimer wurde vor 120 Jahren entdeckt: Zahl der Betroffenen steigt

Die Zahl von Menschen mit Demenz nimmt zu - die meisten davon haben Alzheimer. Angehörige von Betroffenen übernehmen den größten Teil ihrer Pflege - und bräuchten selbst mehr Hilfen.

Atommüll-Endlager: Zwei Südwest-Gebiete nicht mehr im Rennen

Die Suche nach einem Atommüll-Endlager geht in die nächste Runde: Die Auswahl der als geeignet bewerteten Gebiete wurde weiter eingegrenzt. Wo liegen die Schwerpunkte in Baden-Württemberg?

Geld Münzen

336 Millionen Euro mehr Steuern - aber trotzdem Lücke im Landeshaushalt

336 Millionen Euro mehr Steuern als erwartet – und trotzdem fehlt Baden-Württemberg Geld im Haushalt 2027. Warum der erwartete Aufschwung den Spielraum der Landesregierung zugleich schrumpfen lässt.

Cyberangriff auf Hochschulen im Land: Das weiß man zum Datenabfluss

Notensysteme und Stundenpläne waren nach dem Angriff offline, Lehrkräfte konnten zunächst nicht bezahlt werden. Die Ermittlungen sind nun vorangekommen und es gibt neue Infos zu der Attacke.



















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.