News
Steuerschätzung: Krise der Kommunen verschärft sich

News Steuerschätzung: Krise der Kommunen verschärft sich

Quelle: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Illustration
dpa

Es geht um Schulen, um Straßen, öffentliche Angebote – den Kommunen fehlen Gewerbesteuer-Einnahmen in Milliardenhöhe. Der Finanzminister warnt vor wirtschaftlichen Verwerfungen.

Wegen Einbrüchen bei der Gewerbesteuer spitzt sich die Lage der finanziell notleidenden Kommunen weiter zu. Nach der aktuellen Steuerschätzung müssen Städte, Gemeinden und Landkreise erneut mit deutlich geringeren Steuereinnahmen rechnen als erwartet, wie das Finanzministerium mitteilte. Im laufenden Jahr sind es demnach 973 Millionen Euro weniger als in der Steuerschätzung im Herbst berechnet, 2027 sind es 988 Millionen Euro weniger und 2028 999 Millionen Euro weniger.

Den weitaus größten Anteil daran hat laut Ministerium die schwache Entwicklung der Gewerbesteuer. Allein in diesem Jahr erhalten die Kommunen im Land von den Firmen 853 Millionen Euro weniger als erwartet. Die Gewerbesteuer ist eine Steuer, die Unternehmen an die Stadt oder Gemeinde zahlen müssen, in der sie ihren Sitz haben. Mit dem Geld finanzieren Kommunen zum Beispiel Straßen, Schulen oder Schwimmbäder.

«Die Kommunen stehen unter erheblichem finanziellem Druck. Gerade die Gewerbesteuerentwicklung zeigt, wie stark die konjunkturelle Lage inzwischen auf die kommunalen Haushalte durchschlägt», betonte Finanzminister Danyal Bayaz (Grüne). «Die finanzielle Stabilisierung unserer Kommunen wird eine der größten Herausforderungen in den nächsten Jahren.»

Land nicht abhängig von Gewerbesteuer

Auch dem Land selbst stehen aufgrund der schwachen Konjunktur weniger Steuereinnahmen zur Verfügung als erwartet – allerdings halten sich dort die Verluste sehr in Grenzen. Laut Mai-Steuerschätzung stehen dem Land in diesem Jahr 22 Millionen Euro weniger zur Verfügung als im Haushalt geplant. Bei einem Steueraufkommen von rund 39,8 Milliarden Euro in diesem Jahr sind das gerade einmal 0,06 Prozent. Im Zeitraum von 2026 bis 2029 liegen die Mindereinnahmen bei insgesamt 101 Millionen Euro.

Die Ergebnisse der Steuerschätzung seien allerdings mit Vorsicht zu genießen, heißt es aus Kreisen des Finanzministeriums. Grundlage sei die Frühjahrsprognose der Bundesregierung, diese werde aber bereits jetzt von Ökonomen als zu positiv eingeschätzt wegen des Kriegs im Iran. Die Frühjahrsprognose geht in diesem Jahr von einem realen Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent aus und von 0,9 Prozent im nächsten Jahr.

Minister warnt vor weiteren Verwerfungen

«Die Zeit der großen Zuwächse bei den Steuereinnahmen ist vorbei», sagte Minister Bayaz. Man müsse sich künftig noch stärker auf das Wesentliche konzentrieren. «Wer dauerhaft handlungsfähig bleiben will, braucht den Mut zur Priorisierung. Außerdem müssen wir aufgrund des Iran-Krieges noch mit weiteren wirtschaftlichen Verwerfungen rechnen, die entsprechend auf die Steuereinnahmen durchschlagen werden.»

 

Weitere Nachrichten

Feuerwehreinsatz in Stutensee-Büchig – Menschen mit Kohlenmonoxid-Vergiftung in Klinik

Nach einem Feuerwehreinsatz in Stutensee-Büchig sind zwei Menschen mit Kohlenmonoxid-Vergiftungen in ein Krankenhaus gebracht worden. Das teilte die Polizei Karlsruhe auf Anfrage am Sonntagabend, 25. Oktober 2026, mit.

Erstes Wochenende mit Schnee im Hochschwarzwald

Nachdem die Skipisten am Feldberg nach dem ersten Schnee diese Woche erst wieder grün wurden, sind sie nun wieder mit einer dünnen Schneeschicht belegt: Das weckt Freude auf die Skisaison.

Vom Straßenrand in den Napf: Unfallwild wird Tierheimfutter

Bei einer bundesweit einmaligen Kooperation wollen Jäger dem Reutlinger Tierheim verendete Rehe für die Hunde bringen. Was das mit Nachhaltigkeit zu tun hat. Und welche Rolle Allergien spielen.

Rehe und Wildschweine: Wie man Wildunfälle vermeidet und was im Notfall zu tun ist

Rund 25.900 Wildunfälle gab es vergangenes Jahr in Baden-Württemberg, 262 Menschen wurden verletzt. Die Zeitumstellung verschiebt den Berufsverkehr in die Dämmerung - worauf es jetzt ankommt.

Sturmschaden: Zugverkehr am Hauptbahnhof Karlsruhe kurzzeitig eingestellt

Ein Gegenstand fliegt in die Oberleitung, Reisende berichten von «massivem Funkenschlag»: Am Karlsruher Hauptbahnhof stand der Zugverkehr zeitweise völlig still.

Vor der Weihnachtsbaum-Saison: So werden die Preise

Ab November werden die ersten Christbäume der Saison gefällt. Was der trockene Sommer vor allem im Süden für die Bäume bedeutet hat, was die beliebtesten Arten sind – und was sie kosten werden.



















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.