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Love-Scamming: Immer mehr Opfer verlieren hohe Summen

News Love-Scamming: Immer mehr Opfer verlieren hohe Summen

Quelle: Bernd Weißbrod/dpa
dpa

Herzschmerz und leere Konten statt Happy End: Immer mehr Menschen im Südwesten verlieren an Liebesbetrüger teils ihr gesamtes Erspartes. Was KI damit zu tun hat.

Erst «ich liebe dich und will für immer mit dir zusammen sein», dann «ich brauche Geld, ich bin in Schwierigkeiten» – im Südwesten werden immer mehr Fälle sogenannten Love-Scammings (etwa: Liebesbetrug) verzeichnet. Die meist aus dem Ausland operierenden Betrügerinnen und Betrüger arbeiten dabei mit perfiden manipulativen Methoden, gaukeln ihren gutgläubigen Opfern mit gefälschten Bildern und geklauten Identitäten die große Liebe vor und ziehen ihnen dann teils enorme Summen aus der Tasche.

KI befördert Liebesschwindel – Opfer haben kaum eine Chance

Eine große Hilfe ist Künstliche Intelligenz (KI). «Wo man früher Fotos noch „mühsam“ aus Social-Media-Profilen zusammensuchen musste, kann man inzwischen seinen Lockvogel per KI erzeugen und dann beliebige Szenen mit diesem erstellen», sagt Professor Martin Steinebach vom Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie. Auf der Ebene von Texten und Bildern sei es selbst für kritische Experten schwer oder gar unmöglich, fake von echt zu unterscheiden. «Ich würde sagen, die einzige Möglichkeit ist ein Hinterfragen der Plausibilität und der Abgleich mit Betrugsmustern, die schon bekannt sind.»

Zahl der Fälle steigt stetig

Die Zahl der im Südwesten verzeichneten Fälle steigt seit Jahren stetig an und liegt mittlerweile im beinahe vierstelligen Bereich, wie das Landeskriminalamt (LKA) berichtet. «Auch die Tendenz für 2026 zeigt ansteigende Fallzahlen im unteren zweistelligen Prozentbereich», sagt eine Sprecherin. Die Dunkelziffer ist hoch.

Allein seit Anfang dieses Jahres wurden mehrere happige Liebesbetrugsfälle bekannt: Eine 66 Jahre alte Frau aus dem Bodenseekreis wurde um rund 66.000 Euro gebracht: Sie hatte einem angeblichen Musiker vertraut, der sie über Social Media angeschrieben hatte. Als ihr der Schwindel dämmerte und sie im Januar zur Polizei ging, war es zu spät. In der Region Freudenstadt verloren zwei Frauen jeweils 20.000 Euro an Liebesbetrüger, die sich als Arzt beziehungsweise als US-Bürger ausgegeben hatten.

In den vergangenen zwölf Monaten berappten arglose Opfer insgesamt rund 14 Millionen Euro an ihre vermeintlichen Geliebten, im Jahr 2024 waren es laut LKA sogar rund 18 Millionen Euro. «Die Versuche werden sicher weiter ansteigen», warnt Steinebach.

 

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