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Mehr Corona-Kranke im Land: Warum Ärzte nicht besorgt sind

News Mehr Corona-Kranke im Land: Warum Ärzte nicht besorgt sind

Quelle: Boris Roessler
dpa

Covid verursacht Schnupfen, Husten, Halsschmerzen, der Kopf tut weg, die Glieder auch. Kommt Ihnen bekannt vor? Wie viele Menschen im Land betroffen sind – und warum das kein Grund zur Sorge ist.

Mit Beginn der kälteren Jahreszeit ist die Zahl der Corona-Infektionen in Baden-Württemberg deutlich nach oben geschnellt. «In Baden-Württemberg beobachten wir in den vergangenen drei Monaten einen saisontypischen Anstieg akuter Atemwegserkrankungen, einschließlich Covid-19», teilten das Landesgesundheitsamt und das Gesundheitsministerium mit. Auch die Zahl der Erkältungen und der Grippekranken habe zuletzt wieder zugelegt. Baden-Württemberg schnieft und hustet sich durch den Herbst.

Im Vergleich zu den Zahlen des Vorjahres sind die Ärzte wegen der Corona-Entwicklung allerdings weit weniger besorgt. «Covid-19 spielt in den Praxen eine untergeordnete Rolle», sagte die Vorsitzende des Hausärzteverbands Baden-Württemberg, Susanne Bublitz.

Es gebe zwar Infektionen, aber nur wenige Patientinnen und Patienten testeten sich noch gezielt auf Corona. «Die Symptome verlaufen meist mild und auch die Behandlung unterscheidet sich kaum von anderen Atemwegsinfekten», sagte Bublitz. Die Lage sei aus Sicht der Mediziner stabil und vergleichbar mit den typischen Herbst- und Wintermonaten.

Zahl der Infektionen zuletzt verdoppelt

Der Anstieg der Zahlen zum Saisonstart falle moderater aus, teilte die Gesundheitsbehörde mit. In der Woche zwischen dem 6. und 12. Oktober seien 801 labordiagnostisch bestätigte Covid-19-Fälle aus Baden-Württemberg an das Robert Koch-Institut (RKI) übermittelt worden. In der gleichen Kalenderwoche des Vorjahres waren es 1.382 Infektionen. Die Zahl der registrierten Erkrankungen legte innerhalb eines Monats um das Vierfache zu, innerhalb einer Woche verdoppelte sie sich fast von 415 auf zuletzt 801 Erkrankungen.

Ein gänzlich realistisches Bild geben die Zahlen laut Gesundheitsbehörde aber auch nicht wieder. «Viele milde Verläufe werden nicht getestet und damit nicht gemeldet», hieß es. «Meldedaten unterschätzen daher das tatsächliche Infektionsgeschehen.» Die Experten kombinierten aber stets mehrere Datenquellen etwa aus dem Abwasser oder aus Krankenhäusern. «So ergibt sich dennoch ein verlässliches Gesamtbild der epidemiologischen Lage», teilte das Ministerium mit.

Kältere Luft, weniger Sonne

Durch die Herbstferien können die Zahlen aus dem aktuellen Bericht allerdings auch stärker schwanken und sich nachträglich verändern, wie das RKI in seiner Statistik informiert.

Grund für den Anstieg zur Herbstsaison seien neben den sinkenden Temperaturen und weniger Sonneneinstrahlung auch die kürzeren Tage. «Mehr Innenraumkontakte im Herbst begünstigen die Übertragung», teilte das Gesundheitsministerium mit. Menschen halten sich länger in geschlossenen, beheizten Räumen auf, dort ist die Luft aber trockener, die Schleimhäute trocknen aus, die körpereigene Abwehr wird geschwächt und das Ansteckungsrisiko ist höher. Gleichzeitig besteht laut Landesgesundheitsamt eine breite Grundimmunität durch Impfungen und frühere Infektionen.

Stiko empfiehlt Auffrischungsimpfung für bestimmte Menschen

Weiterhin empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) Menschen ab 60 Jahren und Erwachsenen mit Grunderkrankungen, sich im Herbst eine Auffrischungsimpfung zu holen. Impfwillige sollten darauf achten, dass sie einen Impfstoff verabreicht bekommen, der auf die aktuell zirkulierende Variante angepasst ist. Bei Symptomen sollten sich Erkrankte vor allem zurückziehen, also etwa zu Hause bleiben, Kontakte einschränken und eine Maske tragen.

Gesundheitsminister Manne Lucha nennt den Anstieg der Zahlen zwar «saisonüblich». Er warnt aber auch: «Wir dürfen uns nicht in falscher Sicherheit wiegen.» Gerade für Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen bleibe Covid-19 eine ernstzunehmende Erkrankung. «Ich appelliere deshalb eindringlich an alle, die von der Stiko empfohlenen Auffrischimpfungen wahrzunehmen», sagte der Grünen-Minister. «Jede Impfung schützt.»

Nur wenige schwere Fälle

Mit einem Anteil von 71 Prozent ist die Linie XFG, auch Stratus genannt, laut einer Auswertung von Ende September in Deutschland momentan am weitesten verbreitet. Stratus ist eine Linie der Omikron-Variante. Deren Viren vermehren sich vor allem in den oberen Atemwegen und können sich dadurch schneller verbreiten. Experten gehen von keinem erhöhten Risiko durch XFG für die öffentliche Gesundheit aus.

Unterwegs sind zurzeit vor allem Rhinoviren, die eine Erkältung auslösen können, sowie Corona- und Parainfluenzaviren, die insbesondere Kleinkinder infizieren. Die Zahl der schweren Fälle befindet sich auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau.

 

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