Edgar Schmitt über den KSC
meinKA-Kolumne mit Euro Eddy: „Der KSC braucht ein klares Konzept!“

Edgar Schmitt über den KSC meinKA-Kolumne mit Euro Eddy: „Der KSC braucht ein klares Konzept!“

Quelle: TMC-Fotografie.de | Tim Carmele

Unvergessen und ewige KSC-Ikone – Edgar Schmitt machte sich als Stürmer beim Karlsruher SC unsterblich! Heute ist der ehemalige Fußballer selbstständig und als Berater tätig. Mit meinKA wirft „Euro Eddy“ einen Blick auf aktuelle Ereignisse beim KSC.

Konzept fehlt– „seit Jahren ein Tanz auf der Rasierklinge!“

Die Menschen wundern sich über die Entlassung von Alois Schwartz – doch das musste zwangsläufig passieren. Der Verein hat zu wenig Fachkompetenz „Fußball“. Hier müsste ein neues Konzept erstellt werden, denn in den letzten Jahren wurden einfach zu viele strategische Fehler gemacht.

Punktuell werden wichtige Themen wie Ausgliederung, Markenkern und vieles mehr angegangen und umgesetzt, jedoch fehlt eine glaubwürdige ganzheitliche Unternehmensplanung und -strategie. Hierfür bedarf es professioneller Managementqualitäten. Dies kann nicht jeder, auch wenn im Fußball jeder meint, er könne alles – so ist es nicht. Fußballvereine sind Unternehmen und müssen auch wie ein solches geführt werden. Der KSC ist zu groß, als dass er es sich leisten kann, dass sich hier Einzelne auf Kosten des KSC persönlich austoben und profilieren dürfen.

Seit Jahren wird beim KSC konzeptlos agiert und dann wundert man sich über die aktuelle Situation – man darf sich nicht wundern, das ist einfach die logische Konsequenz! Ich spreche hier nicht von persönlichem Befinden, sondern sehe das ganz objektiv: Der KSC kann nur überleben, wenn ein klares sportliches und wirtschaftliches Konzept umgesetzt wird – bereits seit Jahren ist das ein Tanz auf der Rasierklinge für den KSC!

 

Mannschaft ist zu alt – „Mir tun noch die Augen weh“

Der Altersdurchschnitt von 29,4 Jahren reicht im modernen Fußball einfach nicht aus, um zu bestehen. Man braucht modern ausgebildete, junge und mental starke Spieler mit Power. Der KSC ist nicht in der Lage gewesen, das Spiel gegen Saarbrücken zu dominieren oder zu Torchancen zu kommen. Mir tun noch ein wenig die Augen weh vom Pokalspiel – es ist einfach schade! Die Mannschaft ist zu alt, zu langsam und das reicht einfach nicht.

Für Christian Eichner ist es jetzt nicht einfach und ich mache ihm keinerlei Vorwürfe – auf keinen Fall – auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass eine andere Mannschaft aufgelaufen wäre gegen Saarbrücken – da hat sich ja nichts geändert. Es ist schon bitter, wenn man 1,3 oder 1,5 Millionen Euro Einnahmen nicht mitnimmt, das hätte dem Verein zumindest finanziell geholfen.

Gegen den Hamburger SV am Samstag (15. Februar 2020 | 13:00 Uhr) stehen wir wieder vor anderen Herausforderungen als im Pokal. Hier kann man wieder defensiv spielen. Was dem KSC fehlt, ist der Mut und vielleicht auch das Können. Die Mannschaft hat zu wenig Kraft – die Energie fehlt… da wird sich auch gegen den HSV nicht viel daran ändern.

 

„Dem KSC fehlt der Mut, junge Spieler spielen zu lassen!“

Man sieht, dass der ganze Verein einfach nicht stimmig ist und das hat sich jetzt auch auf die Mannschaft übertragen. In meinen Augen strahlt der Verein keinen Zusammenhalt aus, es gibt keine positive Aura – darum muss der Verein umdenken. Der KSC muss ein Ausbildungsverein bleiben, beziehungsweise wieder einer werden, denn so hatte der KSC immer Erfolg. Die U23 muss gestärkt werden und es ist ein Fehler, keine Jugendspieler einzusetzen – das fällt dem KSC jetzt auf die Füße. Dafür fehlt einfach der Mut.

Als Beispiel kann man Malik Batmaz nennen, der nun bis zum Saisonende an den VfB Stuttgart II ausgeliehen wird – das ist nicht klug! Der 19-Jährige hat doch bereits 2018 bei den Profis debütiert und nun hat man nicht den Mut, ihn spielen zu lassen.

Man muss sich einfach trauen, diese jungen Spieler einzusetzen – gemeinsam mit erfahrenen Fußballern, so dass es eine klare Hierarchie im Team gibt – nur so ergibt es ein klares Konzept. Doch aktuell passiert gar nichts und das ist einfach nur traurig. Der KSC muss verstehen, dass ein Verein Geld verdienen muss und gleichzeitig eine positive Wirkung nach außen zeigen sollte – nicht alles muss vor Gericht gelöst werden, da gibt es doch andere Möglichkeiten. Diese Streitkultur und Rechthaberei ist für die Außendarstellung des KSC extrem schädlich, sie schreckt potentielle Unterstützer, Investoren und Werbepartner mehrheitlich ab.

 

„Man muss neue Wege gehen, seine DNA finden!“

Ein Traditionsverein wie der KSC muss auch neue Wege gehen. Der Sport muss hier mit dem Wirtschaftlichen verbunden werden. Aktuell muss man leider das Schlimmste für den Verein befürchten und das hat sich der KSC in den letzten Jahren in mühevoller Kleinstarbeit erarbeitet.

Der Ligastart war gut und man dachte „das läuft“ in der zweiten Liga. Das Team zeigte eine tolle Leistung, aber im Kontext des gesamten Vereins ist das nicht so, denn man hat das Wesentliche aus den Augen verloren – selbst die vielen Unentschieden haben niemanden wachgerüttelt!

Man muss den Mut haben, Sachen anders zu betrachten, auch wenn Veränderungsprozesse immer schwer sind, ich verstehe das. Man hat nichts gelernt. Der KSC muss nun seine DNA finden, mutig sein und zwar durchgängig von der Jugend bis in die Profi-Mannschaft, nur dann wird das was!

 


Über Edgar Schmitt – Euro Eddy

Edgar Schmitt hat eine außergewöhnliche Fußball-Karriere absolviert. Erst im Alter von 28 Jahren und durch seinen Wechsel 1991 zu Eintracht Frankfurt gelang ihm der Sprung in den Profifußball. Von 1993 bis 1996 spielte Schmitt dann für den Karlsruher SC. Während seiner Zeit in der Fächerstadt schoss er beeindruckende 21 Tore für die Blau-Weißen – außerdem machte sich der Stürmer im Zweitrunden-Rückspiel des Uefa-Cups gegen Valencia 1993 unsterblich!

Mit 7:0 gewann der Karlsruher SC dieses Match, welches auch gerne als „Wunder vom Wildpark“ in die Geschichtsbücher einging – und Edgar Schmitt steuerte vier der sieben Tore bei! Zurecht erinnern sich die KSC-Fans bis heute noch gerne an ihren „Euro-Eddy“! Nach seinem Engagement beim KSC stand Schmitt weitere zwei Jahre beim SC Fortuna Köln unter Vertrag. Vereinzelte Trainerstationen folgten, zudem bildete sich Schmitt stets weiter und studiert derzeit Psychologie. Schmitt ist selbstständig und als Berater tätig.

Alles Infos rund um den Karlsruher SC gibt es natürlich auf meinKA: KSC: des Karlsruhers liebster Fußballclub

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