News
Menschen können helfen: Tiere und die aktuelle Trockenheit

News Menschen können helfen: Tiere und die aktuelle Trockenheit

Quelle: Waltraud Grubitzsch/dpa/ZB
dpa

Vom Blumentopf bis zum Storchenhorst: Die Trockenperiode wirkt sich sehr unterschiedlich auf Tierarten in Baden-Württemberg aus. Mit einfachen Mitteln können Menschen zum Helfer für die Natur werden.

Die Trockenheit trifft die Tierwelt in einer Zeit, in der viele Arten Nachwuchs zeugen oder aufziehen. Welche Folgen die Wetterverhältnisse haben, lässt sich aber nicht pauschal sagen. Mal ist der Einfluss positiv, mal negativ. Ein Überblick:

Insekten

Die Entwicklung von Insekten wie Wildbienen, Schmetterlingen oder Wespen wird vom Wetter recht stark beeinflusst. «Ein relativ trockenes und warmes Frühjahr begünstigt Insekten eher», teilte der Naturschutzbund (Nabu) Baden-Württemberg mit. Das könne allerdings auch umschlagen, wenn Pflanzen weniger Nektar produzieren können oder gar vertrocknen.

Tipp: Im Garten könne man heimische Wildpflanzen pflanzen. Sie kommen laut Nabu mit Trockenheit häufig besser klar und sind attraktivere Nahrungsquellen für Insekten. Zudem sollte man Grünflächen nicht zu häufig mähen.

Stechmücken brauchen für die Fortpflanzung Wasser, um ihre Eier dort abzulegen. Trocknen Wasserlachen wie Pfützen aus, gibt es hier zwar weniger Möglichkeiten. «Aber wenn es besonders trocken ist, gießen Menschen eifrig den Garten», sagte Artenschutzreferentin Alexandra Ickes. Staue sich das Wasser in den Schalen unter Blumentöpfen, legten die Mücken dort ihre Eier.

Tipps: Schalen und Vogeltränken sollten auch aus hygienischen Gründen regelmäßig gereinigt, das Wasser sollte ausgetauscht werden, riet Ickes. Außerdem sollte man etwas für Fledermäuse tun und zum Beispiel Nisthilfen bauen. «Das sind natürliche Mückenbekämpfer.»

Wer Regenwasser sammelt – auch um Leitungswasser als Trinkwasser zu sparen, sollte die Behälter abdecken. Das schütze nicht nur vor Eier legenden Mücken, sondern bewahre auch andere Tiere vor dem Ertrinken.

Vögel

Tiere sind stark von Nahrungsquellen abhängig. «Amseln haben es bei Trockenheit schwerer, genügend Regenwürmer und andere Kleintiere zu finden», erklärte der Nabu beispielsweise. Bei Trockenheit fressen sie demnach ab Sommer vermehrt Beeren und Früchte. Trocknen Pfützen oder Wasserstellen aus, finden etwa Kiebitze weniger Nahrung. Auch Störche kriegen bei Trockenheit Probleme bei der Nahrungssuche in Feuchtgebieten.

Andersrum sind sie wegen der exponierten Lage ihrer Horste bei Starkregen eher gefährdet auszukühlen und zu sterben wie im vergangenen Jahr häufig geschehen. Vögel, die am Boden brüten, profitieren eher, wenn es nicht zu nass ist. Schwalben wiederum brauchen für den Nestbau feuchte Lehmpfützen.

Tipps: Im Garten sollten Menschen laut Nabu auf heimische Gehölze wie Eberesche, Weißdorn oder Hundsrose setzen und «wilde Ecken» für Insekten stehen lassen, die Vögeln als Nahrung dienen.

Wer Wasserschalen anbietet, sollte an die tägliche Reinigung denken und Rettungsinsel oder Landeplätze für Insekten anbieten. «Ein Naturschwamm oder Moos wird gerne angeflogen zum Wassersaugen», teilte der Nabu mit. Für Vögel sollte eine Wasserschale erhöht angeboten werden, damit sich keine Katzen anschleichen können. Gut seien auch Sträucher in der Nähe.

Wassertiere

Gerade Amphibien-Nachwuchs reagiert empfindlich auf Trockenheit. «Wenn Pfützen und Tümpel austrocknen, verlieren Kröten, Frösche und Molche ihren Laichplatz», betonte der Nabu. Im Moment sei die Situation in Baden-Württemberg diesbezüglich allerdings noch nicht dramatisch.

Tipp: Der Nabu bittet die Bevölkerung, lokale Laichplätze im Auge zu behalten. Falls ein Laichgewässer auszutrocknen droht, soll man sich bei der örtlichen Nabu-Gruppe melden.

Auch in Bächen und Flüssen können niedrige Wasserstände zur Gefahr werden. Das betrifft den Angaben zufolge vor allem nicht mobile Arten wie Muscheln.

Zecken

Zecken seien relativ abhängig von Feuchtigkeit, sagte Nabu-Expertin Ickes. Bei Trockenheit ziehen sich die Spinnentiere ihren Angaben zufolge eher zurück, weil sie sonst auszutrocknen drohen.

Borkenkäfer

Zwischen Trockenstress von Nadelbäumen und der Anfälligkeit für einen Befall durch Borkenkäfer bestehe ein enger Zusammenhang, erklärte Borkenkäferexperte Markus Kautz von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg.

«Jedoch lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorhersagen, ob, wann und wie stark es in dieser Vegetationsperiode zu einem befallsfördernden Trockenstress der Bäume kommen wird», teilte er mit. Die Populationsdichte der Schädlinge sei vielerorts im Südwesten rückläufig, jedoch regional noch auf hohem Niveau.

 

Weitere Nachrichten

Open-Air-Saison startet: Für diese Festivals gibt es noch Karten

Billy Talent, Ayliva oder David Guetta live erleben? Für einige der größten Festivals in Baden-Württemberg gibt es noch Tickets.

Freibadsaison startet - Wo im Südwesten die Preise steigen

In mehreren Städten im Südwesten müssen Freibadbesucher tiefer in die Tasche greifen. Welche Gründe nennen die Betreiber für die steigenden Preise? Und wo bleiben sie konstant?

Hier öffnen wieder die Berghütten zur Sommersaison

Im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb öffnen beliebte Berghütten wieder für die Sommersaison. Wo Wanderer jetzt einkehren und die Aussicht genießen können.

Warum Müllkippen tödliche Fallen für Störche sein können

Störche picken auf Müllkippen nach Nahrung – doch Plastik und Gummiringe können zum tödlichen Fast Food werden. Was Tierschützer in Nestern finden, schockiert selbst Experten.

Waldbrandgefahr – wo es am Wochenende brenzlig werden kann

Sonne und Trockenheit erhöhen am langen Wochenende die Waldbrandgefahr in Baden-Württemberg. Warum Vorsicht beim Ausflug und Grillen jetzt besonders wichtig ist.

Neues Bündnis: Grüne und CDU setzen auf Reformen und Respekt

Der Weg dorthin war mühsam, doch nun steht die Neuauflage der grün-schwarzen Koalition in Baden-Württemberg – nur einen Tag nach der feierlichen Verabschiedung von Winfried Kretschmann.
















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.