Nachrichten
Militärbauten: Bau-Turbo für die Bundeswehr – Hürden werden gesenkt

Nachrichten Militärbauten: Bau-Turbo für die Bundeswehr – Hürden werden gesenkt

Quelle: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild
dpa

Der Bundeswehr soll beim Bauen der Weg freigeräumt werden – vom Denkmal- bis zum Naturschutz fallen Hürden weg. Die Politik spricht von Vorsorge in gefährlichen Zeiten, Kritiker warnen vor den Folgen.

Aus Sorge vor der wachsenden Bedrohung in Europa will die Landesregierung Bauprojekte der Bundeswehr deutlich erleichtern. Militärbauten sollen von Vorschriften des Landes befreit werden – vom Bauordnungsrecht über das Denkmal- und Straßenrecht bis hin zum Wasser- und Naturschutzrecht, teilte Bauministerin Nicole Razavi (CDU) in Stuttgart mit. Bundes- und EU-Vorgaben würden weiter gelten, im Land selbst sollen hingegen viele Hürden fallen.

«Verteidigungsfähig werden, um sich nicht verteidigen zu müssen – darum geht es», sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Es werde mehr Übungen und Truppenverlegungen geben, die Bundeswehr benötige mehr und neue Infrastruktur.

Der Landtag soll daher einen entsprechenden Gesetzentwurf noch vor der Wahl im März 2026 beraten. Innenminister Thomas Strobl (CDU) nannte das Vorhaben einen zentralen Baustein, um die Widerstandskraft des Landes zu erhöhen, weil man sich auf die USA nicht mehr bedingungslos verlassen könne.

Was schneller gebaut werden soll

Ob Gefechtsstände oder Funkanlagen, Flugplätze, Kasernen oder Depots – alles soll «schnell, einfach und unbürokratisch» entstehen können. Auch Wohnsiedlungen für Soldatinnen, Soldaten und ihre Familien können erfasst sein, wenn sie klar einem Standort der Bundeswehr zugeordnet sind. Konkrete Anträge gebe es noch nicht, sagte Razavi. Die Bundeswehr hat aber die Pläne für die geplante zivile Nutzung einiger Flächen nun erstmal auf Eis gelegt und prüft, ob frühere Kasernen etwa in Sigmaringen, Ulm oder Ellwangen wieder gebraucht werden.

Umweltverbände schlagen Alarm

Natur- und Forstverbände kritisieren das Gesetz allerdings scharf. Aus ihrer Sicht sind notwendige Verteidigungsprojekte schon heute beschleunigt möglich, wenn Behörden eng zusammenarbeiten. Sie fürchten ein gefährliches Sonderrecht, das Naturschutz, Klima- und Denkmalschutz im Land dauerhaft schwächt – etwa, wenn neue Militärflächen in Wälder rücken oder Flugplätze erweitert werden.

«Wir sind nicht im Verteidigungsfall», sagte Johannes Enssle, der Landesvorsitzende des NABU Baden-Württemberg. «Wer in dieser Situation Umwelt-, Natur- und Wasserschutzrecht pauschal aushebeln will, überschreitet eine rote Linie.» Sicherheit gebe es nicht gegen Lebensgrundlagen, sondern nur mit deren Schutz.

Die Landesregierung hält dagegen: Bundes- und europarechtliche Standards des Umwelt-, Klima- und Naturschutzes würden vom Gesetzentwurf unberührt bleiben, teilt das Staatsministerium mit.

 

Weitere Nachrichten

Aktuell entspannt: Keine Plage zu Pfingsten - doch Tigermücke bleibt ein Thema

Warm und ohne Quälgeister: Die Stechmückenjäger am Rhein erwarten ungestörtes Grillen an den Feiertagen. Doch so muss es nicht bleiben.

Gefährliche Gartenarbeit: Immer wieder Schäden an Leitungen

Einmal falsch gebuddelt - und schon setzt ein Stromausfall ganze Straßen ins Dunkle. Warum Leitungen im Garten echte Gefahren bergen und was Profis raten.

Hitze treibt Pollenflug an - Hohe Belastung für Allergiker

Sonne, Hitze, Pollen, das heißt: schwierige Tage für Allergiker. Eine Expertin erklärt, wo es kritisch wird und wie sich Betroffene schützen können.

Landkreis Karlsruhe: Radfahrer stirbt nach Zusammenstoß mit Auto

Ein Fahrradfahrer gerät in einen schweren Unfall mit einem Auto. Wenige Stunden später stirbt er an seinen Verletzungen.

Schwerer Unfall in Stutensee: 17-jähriger E-Scooter-Fahrer lebensgefährlich verletzt

Beim Zusammenstoß mit einem Auto wird der Jugendliche schwer verletzt. Wie kam es dazu?

Obduktion nach Tod im Kreis Karlsruhe: Sohn erstach Mutter und tötete sich dann selbst

Nach dem Tod einer Mutter und ihres Sohnes in Oberhausen-Rheinhausen hat die Obduktion Klarheit gebracht. Die Ermittler suchen noch nach dem Motiv.



















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.